Bundestagswahl

„Bundestalk am Tresen“: Das Rotenburger Kandidaten-Duell am 13. Februar

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Bundestalk am Tresen
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Wer vertritt die Region im nächsten Bundestag? Das ist eine der spannenden Fragen zur vorgezogenen Wahl am 23. Februar. Wir diskutieren darüber mit den beiden Favoriten auf dem Wahlzettel am Donnerstag, 13. Februar, beim „Bundestalk am Tresen“ im Beachclub Strandgold am Rotenburger Weichelsee. Kann Vivian Tauschwitz (CDU) Platzhirsch und SPD-Chef Lars Klingbeil das Direktmandat streitig machen? Seien Sie live dabei!

CDU oder SPD – um diese Frage ging es zuletzt immer, wenn es um die Person geht, die den Wahlkreis mit den Rotenburger Altkreiskommunen im Bundestag vertreten darf. Das wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch am 23. Februar nicht anders werden, wenn der 21. Deutsche Bundestag 218 Tage früher als eigentlich geplant wegen des Bruchs der Berliner Ampelkoalition neu gewählt wird. Lars Klingbeil möchte dann zum dritten Mal in Folge direkt in den Bundestag einziehen, erstmals sogar als SPD-Chef die meisten Prozente bei den Erststimmen holen. Er gilt als klarer Favorit, doch der Bundestrend könnte auch vor Ort das Rennen stark beeinflussen. Ist das die Chance von Vivian Tauschwitz (CDU), die als Newcomerin „frischen Wind und andere Blickwinkel“ in die Region bringen will, wie sie selbst sagt?

Seien Sie live dabei!

Wir fragen nach. Wir stellen die beiden Top-Kandidaten auf die Probe. Wir wollen es genauer wissen und die Menschen kennenlernen, die unsere Stimmen haben wollen. Bei der Wahl 2021 in dieser Art gestartet, laden die Rotenburger Kreiszeitung und das Rotenburger Wirtschaftsforum (RWF) wieder zu einem „Bundestalk am Tresen“ ein – am Donnerstag, 13. Februar, ab 18.30 Uhr im Beachclub Strandgold am Rotenburger Weichelsee. Sie können live vor Ort die Debatte verfolgen, der Eintritt ist kostenlos. Klingbeil und Tauschwitz auf den Zahn fühlen werden die Moderatoren Michael Krüger als Redaktionsleiter der Rotenburger Kreiszeitung und Heiko Kehrstephan als RWF-Vorsitzender.

Wenn wir die beiden aussichtsreichsten Kandidaten bei uns haben, kann man mehr in die Tiefe gehen und viel mehr an Inhalt herauskitzeln, insofern finde ich dieses Format so spannender, lebendiger und die Diskussion viel tiefer.

Heiko Kehrstephan

„Ich freue mich sehr auf das erneute Kandidatenduell. War es schon immer der Wunsch und eine Aufgabe des RWF, Politik und Wirtschaft zu vernetzen und einen Austausch zu schaffen, ist dieses seit dem letzten Talk ,in der Kneipe‘ oder ,am Tresen‘ noch direkter und lebendiger geworden. Politik ist nicht in Hallen oder Aulen zu Hause, sondern am Menschen, und die treffen sich eben gerne in Kneipen. Die Moderation als Duo ist ebenfalls viel spannender und lebendiger, als wenn man dies alleine machen würde“, sagt Kehrstephan zu dem Veranstaltungsformat.

Lars Klingbeil (SPD) geht als Titelverteidiger und Favorit ins Rennen.

Sieben Direktkandidaten gibt es bislang für den 23. Februar im Bundestagswahlkreis „Rotenburg I - Heidekreis“. Neben Klingbeil und Tauschwitz sind das Canina Ruzicka (Grüne), Gurdan Keti (FDP), Omid Najafi (AfD), Günter Scheunemann (Freie Wähler) und Malte Büch (Volt). Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und Die Linke wollen sich auf Zweitstimmenkampagnen konzentrieren und stellen keine Kandidaten vor Ort. Keine der „kleineren Parteien“ konnte jedoch bei den vergangenen Bundestagswahlen bei den Erststimmen im zweistelligen Prozentbereich landen.

Der Bundestagswahlkreis 35 „Rotenburg I - Heidekreis“ ist einer von 30 in Niedersachsen. 2021 waren 168 927 Frauen und Männer ab 18 Jahren wahlberechtigt, 125 100 haben tatsächlich gewählt. 2025 dürfte die Größenordnung ähnlich sein. Am Zuschnitt hat sich jedenfalls nichts geändert: Zum Wahlkreis gehören der gesamte Heidekreis sowie Rotenburg, Visselhövede, Scheeßel, Bothel, Fintel und Sottrum. In seiner jetzigen Form wurde der Wahlkreis 2009 neu zugeschnitten, allerdings gab es auch schon vorher oftmals Gebiete, die Teile Rotenburgs und des Heidekreises (bzw. damals Soltau-Fallingbostel) gemeinsam betrafen. 2009 sicherte sich wie 2013 Reinhard Grindel (CDU) das Direktmandat, Lars Klingbeil landete jeweils auf Platz zwei. 2017 gewann Klingbeil erstmals gegen die Grindel-Nachfolgerin Kathrin Rösel (CDU) den Wahlkreis, 2021 landete er mit klarem Vorsprung vor dem größten Herausforderer Carsten Büttinghaus (CDU).

Vivian Tauschwitz (CDU) kandidiert erstmals für den Bundestalk – und ist Klingbeils größte Herausforderin.

Kreiszeitung und RWF wollen sich beim „Bundestalk am Tresen“ auf die beiden Favoriten fokussieren. Das ist politisch zu begründen aufgrund der Historie und bietet wohl auch mehr Unterhaltung. Kehrstephan: „Wir hatten früher große Kandidatenrunden. Da kam jeder mit ein oder zwei Statements dran, und das war es auch schon fast wieder. Diese Aussagen waren meist so allgemein, dass man sie schon von den Wahlplakaten kannte. Wenn wir die beiden aussichtsreichsten Kandidaten bei uns haben, kann man mehr in die Tiefe gehen und viel mehr an Inhalt herauskitzeln, insofern finde ich dieses Format so spannender, lebendiger und die Diskussion viel tiefer.“

Bundestalk am Tresen

Der erste „Bundestalk am Tresen“ in Rotenburg fand zur Wahl 2021 statt. Das Live-Video von damals ist noch auf der Facebook-Seite der Rotenburger Seite zu sehen. Klicken Sie mal hin!

Klingbeil und Tauschwitz berichten auf Nachfrage von einem aktuell „intensiven und dynamischen“ Wahlkampf. Beide betonen, wie wichtig neben der Präsentation im Internet intensive persönliche Gespräche zum Beispiel bei Haustürbesuchen oder auf verschiedenen Veranstaltungen seien. Tauschwitz erhofft sich vom „Bundestalk am Tresen“ einen „guten Austausch mit den Bürgern und eine Plattform, um meine politischen Positionen zu erläutern“. Klingbeil betont mit der Erfahrung aus mehreren Bundestagswahlkämpfen und den Talkrunden auch mit der Kreiszeitung und dem RWF: „Diskussionen sind wichtig für unsere Demokratie. Außerdem hat es die letzten Male immer sehr viel Spaß gemacht.“

Auch wenn die Überschriften oftmals von einem „Duell“ der beiden sprechen, scheuen sie bislang direkte „Kampfansagen“. Klingbeil sagt, er wolle nicht gegen andere sein, „sondern für meine Ideen und meine Haltung werben. Auch für meinen politischen Stil.“ Tauschwitz erwidert, „ein ,Weiter So‘ funktioniert nicht mehr“. Es müsse sich was ändern – politisch und personell. Warum sie es besser machen könnte? Vielleicht eine der Fragen am 23. Februar. Schauen Sie doch selbst vorbei!

Dabei sein

Sie wollen dabei sein beim „Bundestalk am Tresen“ am 13. Februar? Sie haben Ideen, Anregungen, Vorschläge? Schreiben Sie uns eine E-Mail an die Adresse wahl25@kreiszeitung.de. Mitglieder des Rotenburger Wirtschaftsforums können sich auch unter rwf@rotenburg-wuemme.de anmelden. Eine Anmeldung ist keine Pflicht, man kann auch spontan dabei sein – erleichtert aber die Planung für alle Beteiligten.

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