Der politische Herzenswunsch – das wollen die Bundestagskandidaten unbedingt umsetzen

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Die Kreiszeitung fragt, die Kandidaten antworten.
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Wenn sie ein Projekt ihrer Wahl umsetzen dürfen, was würden die Bundestagskandidaten im Wahlkreis Diepholz-Nienburg I sich vornehmen? Die Antworten.

Der Countdown läuft. Drei Tage noch bis zur Bundestagswahl. Im hiesigen Wahlkreis haben sieben Parteien eigene Direktkandidaten aufgestellt. Jeder von ihnen bekommt die Gelegenheit, Stellung zu unterschiedlichen Themengebieten zu beziehen. In der fünften Folge steht die persönliche Priorität der Direktkandidaten im Mittelpunkt. Unsere Frage lautete: Bei allen Herausforderungen darf man Wünsche nicht vergessen. Welches Projekt würden Sie umsetzen, wenn Sie einen Wunsch frei hätten?

Axel Knoerig (CDU)

Als langjähriger Amateurboxer wäre es für mich ein Wunschtraum, wenn wir in der Sportregion Diepholz-Nienburg eine Sportschule als Landesleistungszentrum für den Kampf- und Schwimmsport sowie weitere Sportarten etablieren könnten. Einen Komplex mit eigener Geschäftsstelle, der gleichzeitig Anlaufstelle für Trainer und Übungsleiter ist und entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet. Sport hat für mich einen großen Stellenwert im Leben und ist ganz wichtig für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Boxring, im Becken oder auf dem Spielfeld gelingt Integration in der Regel am schnellsten.

Peggy Schierenbeck (SPD)

Ein kostenloses Mittagessen für alle Kinder und Jugendliche – das wäre mein Wunsch. Seit 2021 setze ich mich im Bundestag mit aller Kraft dafür ein. Rund sechs Millionen Kinder essen täglich in Kitas und Schulen. Studien aus anderen Ländern zeigen: Ein kostenloses Mittagessen macht sie gesünder, leistungsfähiger, fördert soziale Teilhabe und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

Durch ernährungsbedingte Krankheiten entstehen jährlich Kosten von 30 Milliarden Euro für die Krankenkassen – insgesamt sprechen wir von einem volkswirtschaftlichen Schaden von 63 Milliarden Euro. Ein kostenfreies, gesundes Kita- und Schulessen kostet hingegen „nur“ etwa sechs Milliarden Euro jährlich. Damit würden wir viele ernährungsbedingte Krankheiten vermeiden können. Es wäre eine sinnvolle Investition in unsere Zukunft.

Thomas Heidemann (Bündnis 90/Die Grünen)

Mein Wunsch-Herzensprojekt: Ein kostenloser, regionaler Nahverkehr, der Diepholz, Nienburg und die ländlichen Gebiete wirklich verbindet! Viele Menschen sind auf das Auto angewiesen, weil Bus und Bahn zu selten oder zu teuer sind. Ich fordere ein Modellprojekt für ein 365-Euro-Ticket oder sogar einen Gratis-ÖPNV im Landkreis – finanziert durch eine Nahverkehrsabgabe für Unternehmen und eine kluge Umlage aus bestehenden Mitteln. Gerade Pendler, Schüler und Senioren würden davon profitieren. Ich will, dass sich niemand mehr Gedanken darüber machen muss, ob er sich Mobilität leisten kann.

Heike Hannker (FDP)

Mein Wunsch wäre es, statt immer mehr Geld in die Entwicklungshilfe in andere Länder zu überweisen, unsere eigenen Probleme zu lösen. Wir haben als Bundesrepublik Deutschland so viele eigene „Baustellen“ wie die Verkehrsinfrastruktur, der Ausbau des Glasfaser- und Telekommunikationsnetzes, die Schultoiletten, der Netzausbau und vieles, vieles mehr. Man kann den Bürgern das nämlich nicht mehr erklären. Für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt ist das existenziell, sonst werden sich immer mehr Menschen den politischen Rändern zuwenden. Wir, die demokratische Mitte, müssen es jetzt „auf die Kette kriegen“, sondern tun es 2029 die falschen.

Michael Barth (Die Linke)

Das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern müsste beendet werden. Dann könnte in Deutschland eine Schule für alle eingeführt werden, in der nicht die Selektion im Vordergrund stehen würde, sondern inklusiv die Förderung der unterschiedlichen Begabungen von Menschen.

In Zeiten des Fachkräftemangels dürfen wir keinen zurücklassen. In dieser Schule würden nicht nur Lehrer, sondern auch zum Beispiel Handwerksmeister, Ergotherapeuten, Lerntherapeuten und viele andere arbeiten.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wäre wirkungsvoll als verbindlicher Lerninhalt verankert, damit sich alle Schüler auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten könnten. Lehrpläne böten Platz für die emotionale und soziale Entwicklung und statt einer starren Leistungsbewertung in Noten gäbe es alternative individuelle Leistungsbewertungen.

Andreas Iloff (AfD)

Ich würde mir die Beendigung des Terrors gegen unsere Bürger wünschen. Messermorde, Massenvergewaltigungen, schwere Straftaten gegen Unschuldige. Mannheim, Solingen, Magdeburg, Aschaffenburg – Auswirkungen falscher Politik – Opfer der Brandmauer.

Weihnachtsmärkte, die wie Burgen gesichert werden müssen, Kinderkarneval unter Polizeischutz – das alles würde ich gern sofort beenden und den Menschen ihr Deutschland in Sicherheit zurückgeben.

Kareen Heineking (Freie Wähler)

Ich wünsche mir, dass die Politik zu dem zurückkehrt, wofür sie eigentlich da ist. Die einzige Daseinsberechtigung von Politikern ist es doch, Lösungen für Probleme zu finden, die die Mehrheit der Bevölkerung betreffen und gleichzeitig Minderheiten zu schützen. Derzeit stehen aus meiner Sicht jedoch ausschließlich die agierenden Personen selbst und deren Befindlichkeiten im Mittelpunkt. Für viele dieser Probleme tragen die sogenannten etablierten Parteien (einschließlich der AfD, die seit 7 Jahren im Bundestag ist) die Verantwortung.

Die bevorstehende Wahl halte ich daher für die wichtigste seit 1949. Sie bietet die Chance, unser Land wieder zu dem zu machen, was es für lange Zeit trotz unseres schweren historischen Erbes gewesen ist: ein Vorbild in Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur. Für diese Chance trete ich an.

Die Serie

1. Wie können die Renten gesichert werden?

2. Wo sehen die Kandidaten den größten Modernisierungsbedarf?

3. Ist die KI ein Fluch oder ein Segen?

4. Was denken die Kandidaten über das Verbrenner-Aus?

5. Welches ist „das“ Projekt, das die Kandidaten unbedingt umsetzen wollen würden?

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