Die Enttäuschung ist groß

Sommerabend am Meer endgültig abgesagt – Stadt an der Nordsee erntet Kritik: „Echt peinlich und frech“

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Nach mehrfachen Verschieben fällt der Sommerabend am Meer in Cuxhaven nun endgültig aus. Zuvor wurde das Event an der Nordsee bereits verschoben. Nicht jeder hat Verständnis.

Update vom 20. September 2023, 18:30 Uhr: Wenige Tage ist es her, dass der verschobene Termin vom Sommerabend am Meer ausgefallen ist. Besänftigt sind die Gemüter noch immer nicht. Jetzt äußern sich die Veranstalter, Nordseeheilbad GmbH gegenüber kreiszeitung.de, zu der Kritik. Unter anderem verweisen die auf eine Pressemitteilung aus August. Hier hieß es unter anderem, dass ein alternativer Ort für das Event aus logistischen Gründen nicht umsetzbar gewesen ist. Mehr lesen Sie hier.

Der Sommerabend am Meer fällt in diesem Jahr nun gänzlich aus. Die Enttäuschung bei Urlaubern und Cuxhavenern ist groß. (Symbolbild)

Erstmeldung vom 17. September 2023, 8:35 Uhr: Niedersachsen – Auf Decken am Deich sitzen und bei untergehender Sonne feinster Musik lauschen: Diese romantische Szenerie wird durch den Sommerabend am Meer jährlich zur Realität. An diesem Wochenende gucken Urlauber und Cuxhavener allerdings in die Röhre. Das Event an der Nordsee fällt nun endgültig aus. Das hat die Stadt Cuxhaven kürzlich auf seiner Website verkündet.

Zu viel Regen, zu weiche Deiche – Sommerabend am Meer fällt zum Schutz des Deiches aus

Der Sommer sei zu nass gewesen, die Deiche folglich dessen aufgeweicht. Auch die weitere Wetter-Vorhersage für Niedersachsen lässt nicht darauf hoffen, dass die Deiche an der Nordsee genügend abtrocknen. „Der Schutz des Deiches hat Priorität“, so die Stadt. Zuvor war der Termin des Events bereits auf den September verschoben worden. Eigentlich sollte die Sause am Freitag und Samstag dieses Wochenendes steigen. Obwohl einige Verständnis für die Argumente haben, stößt die Absage des Sommerabends am Meer auf harsche Kritik.

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Juist Strand Niedersachsen Ostfriesische Inseln
Weißer, feiner Sand und Dünengras zeichnen den Strand der Ostfriesischen Insel Juist aus. Auch dieser Strand ist mit Regionalbahnen und somit durch das Deutschlandticket einfach erreichbar. Ähnlich wie bei der Insel Norderney ist die Endhaltestelle der Züge der Bahnhof Norddeich (Mole). Regionalzüge aus Bremen über Oldenburg steuern diesen Bahnhof an. © IMAGO / Wirestock
Norderney Strand Sonnenuntergang
Die Ostfriesische Insel Norderney ist wohl ein Strand-Klassiker. Ausgezeichnet durch feinen Sand, erstreckt sich der Strand ganze 15 Kilometer. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Deutschlandticket ist die Insel gut zu erreichen. Direkt am Fähranleger befindet sich die Bahnstation. Der RE 1 klappert auf dem Weg dorthin direkt mehrere Orte ab, in denen Urlauber zusteigen können – unter anderem Emden, Oldenburg, Delmenhorst oder Bremen Hauptbahnhof.  © Imago/JanisMEYER/Priller&MAUG
Strand in Cuxhaven Duhnen Döse
Mit dem Wattwagen nach Neuwerk, zum Wattwandern oder in der Nordsee baden – wer aus Bremen oder Hamburg kommt und einen Kurzurlaub an der Küste plant, bekommt in Cuxhaven sogar mehr als nur Sandstrand geboten. Von Hamburg aus fährt der RE5 direkt bis nach Cuxhaven. Wer aus Bremen mit dem Deutschlandticket anreist, wählt die NWB RS2 und steigt in Bremerhaven in den Zug EVB RB33. © IMAGO/Torsten Krüger
Sandstrand Neuharlingersiel
Es mutet an, wie der Strand einer Ostfriesischen Insel, ist aber Neuharlingersiel. Bei 10 Hektar Fläche ist genug Platz am Strand, um zu entspannen und dem Meer zu lauschen. Wer von Oldenburg aus mit dem Deutschlandticket anreist, steigt in den RE1 Richtung Norden und hat dann nur noch eine kurze Busreise vor sich. Alle, die am Bremer Hauptbahnhof ankommen, steigen in den Bus F20. Dieser fährt bis zum Anleger, Neuharlingersiel. Von dort aus ist es zu Fuß nicht mehr weit. Die Buslinie K1 fährt aber auch in zwei Minuten direkt zum Strand. © IMAGO / Panthermedia
Strand Küste Ostfriesland Schillig
Ebenfalls ein echter Geheimtipp ist der zweieinhalb Kilometer lange Sandstrand von Schillig. Nördlich von Wilhelmshaven gelegen, ist er gut vom Oldenburger Hauptbahnhof aus mit dem Deutschlandticket zu erreichen. Die NWB RE18 bringt Urlauber nach Wilhelmshaven Hauptbahnhof. Von dort aus fährt die Buslinie 121 direkt in den kleinen Ort an der Nordsee. © IMAGO / imagebroker
Strandabschnitt zwischen Wenningstedt und Kampen auf Sylt
Ob Westerland, List oder Kampen, Sylt lockt jährlich bis zu 4,8 Millionen Übernachtungsgäste auf die Insel. Doch keine Sorge, Platz ist genug: Ungefähr 40 Kilometer lang misst der weiße Sandstrand. Der RE6 fährt direkt von Hamburg Altona durch, ohne Umstieg. Aber auch von kleiner Orten aus Schleswig-Holstein wie Bredstedt und Niebüll fahren Regionalzüge, in denen das Deutschlandticket gültig ist, zur Insel. © IMAGO/Chris Emil Janssen
Strand Pellworm
Es muss nicht immer Sandstrand sein, um ein maritimes Urlaubsgefühl zu bekommen, oder? Die Insel Pellworm ist zwar beliebt, aber längst nicht so populär wie ihre „großen Schwestern“ Sylt und Föhr. Dabei ist Pellworm genauso leicht mit dem Deutschlandticket zu erreichen: Wie bei der Anreise nach Föhr, müssen Urlauber von Hamburg aus lediglich einmal in Niebüll umsteigen.  © IMAGO / Panthermedia
Steg bei Sonnenuntergang auf der Insel Föhr
Wyk auf der Nordfriesischen Insel Föhr verfügt nicht nur über einen malerischen Sandstrand, sondern auch über eine gute Zuganbindung. Direkt am Fähranleger befindet sich die Bahnstation Dagebüll Mole. Zwar steuern diesen vorwiegend Intercity Züge als Direktverbindung an, mit dem RE 60 und einem Umstieg in Niebüll können Hamburger aber ebenfalls per Deutschlandticket den Fähranleger erreichen. © IMAGO / imagebroker
Strandkorb in Sankt Peter Ording
Lange Stege, die vom Ortskern über die Dünen zum Strand führen sowie die Pfahlbauten, sind das Markenzeichen von St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein. Wer hier in der Sonne auf dem Handtuch liegen oder im Strandkorb sitzen möchte, kommt entspannt von Kiel, Hamburg oder Westerland (Sylt), mit einem Umstieg in Husum in die RB 64, per Deutschlandticket zum Urlaubsglück. © CHROMORANGE / Karl-Heinz Spremberg

„Sorry, beim letzten Mal hatte ich vollstes Verständnis, aber diesmal empfinde ich es als sehr fragwürdig“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Früher seien die Sommer an der Nordsee seiner Meinung nach nasser gewesen und er könne sich nicht an eine Absage erinnern. Noch weniger kann er verstehen, dass die Stadt den vorherigen Termin in den September verlegt habe. „Warum plant man sowas dann überhaupt noch mal zu diesem Termin, statt gleich ganz abzusagen?“, möchte er wissen.

Leere statt Picknickdecke: Der Sommerabend am Meer sollte eigentlich am vergangenen Wochenende stattfinden. Das Event an der Nordsee fiel allerdings aus. (Symbolbild)

„Erfahrungswerte, wie schnell bzw. langsam ein Deich wieder abtrocknet, wird der Deichverband als Jahrhunderte alte Institution ja wohl haben.“ Die Folgen für alle Beteiligten, inklusive Gästen, seien schließlich nicht unerheblich. Welche das sind, wird in der Kommentarspalte deutlich. „Jetzt haben wir das dritte Mal gebucht und wieder nichts, Cuxhaven wird langsam echt peinlich und frech“, so eine Touristin. Auch eine andere meint enttäuscht, sie habe extrem wegen des Events an der Nordsee Urlaub geplant. Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt.

Sommerabend am Meer endgültig abgesagt: Offene Fragen bei den Touristen und Cuxhavenern

Vor allem eine Frage drängt sich auf: „Gibt es keinen anderen Platz (ohne Deich)???“ Schließlich gebe es genügend Ausweichflächen in Cuxhaven und Region. Wie hiesige Medien berichten, sei dies aus logistischen Gründen für die Cuxhavener Veranstalter keine Option gewesen, die Veranstaltung auf die Fläche vor dem Deich zu verlegen.

Es sei nicht möglich, den Deich so einzuzäunen, dass Besucher ihn nicht betreten können. Andere Flächen seien im Vorwege geprüft worden, aber nicht umsetzbar gewesen. Unter anderem stehen hier Genehmigungen im Weg, die rechtzeitig vorliegen müssen. Trotz der Erklärung dürfte für manche Touristen der Urlaub des Jahres einen faden Beigeschmack bekommen haben. Die Urlaubsregion in und um Cuxhaven stand in den vergangenen Wochen des Öfteren in der Kritik von Urlaubern.

Unter anderem rückte ein Müll-Problem an einem Cuxhavener Strand in den Fokus. Angesichts der Inflation und der damit steigenden Preise gerieten allerdings auch die Preise für Eis, Currywurst und Co. ins Zentrum der Kritiker.

Rubriklistenbild: © Lia Stoike

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