Perspektiven auf frohe Weihnacht: Rotenburger Promis erzählen vom Fest

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Auf Hilfsmission unterwegs oder mit der Familie zuhause: Lokalprominente aus dem Altkreis Rotenburg erzählen davon, wie sie Weihnachten feiern.

Rotenburg – „Frohes Fest und ein schönes neues Jahr!“: Grüße wie diese hören und lesen wir in diesen Tagen immer wieder. Doch was bedeuten die guten Wünsche im Individualfall? Wir haben bei Lokalprominenten aus dem Landkreis Rotenburg einmal nachgefragt: Wie verbringen Sie das Weihnachtsfest? Und was wünschen Sie sich für das neue Jahr 2024?

Am meisten freue ich mich auf selbst gemachten Couscous.

Petra Keitel über ihre Reise mit „Ärzte ohne Grenzen“

Petra Keitel wird das Weihnachtsfest bei einer Hilfsmission verbringen: Im Schlepptau von „Ärzte ohne Grenzen“ will sie Medikamente und andere Hilfsmittel in Krankenhäusern abliefern. Seit Jahren ist die umtriebige Leiterin der Rotenburger Tafel zu diesen und ähnlichen Anlässen im Ausland aktiv. „Am meisten freue ich mich auf selbst gemachten Couscous“, lässt die Rotenburgerin durchblicken. Selbstbezogene Wünsche für das neue Jahr hat sie nicht – sie wünsche allen ein gutes neues Jahr, Gesundheit und „dass jeder seinen Weg findet und sich seinen Lebensmut nicht nehmen lässt“. Für die Tafel wünscht sie sich, dass der Spaß im Team erhalten bleibt und „vielleicht ein paar Büromöbel. Wir können einen abschließbaren Schrank für Dokumente und einen Schreibtisch gebrauchen.“

Manfred Radtke wird das Fest nach eigenen Angaben im Kreise der Familie verbringen. „Ganz ruhig“, wie der ehemalige Rotenburger Landschaftswart sagt. Beim BUND-Vorsitzenden kommt Gänsebraten auf den Tisch. „Bei uns ist viel weihnachtlich geschmückt“, lässt der Rotenburger durchblicken – auf einen Baum verzichtet das Ehepaar jedoch, „das lohnt sich nicht zu zweit“, findet Radtke. Für das kommende Jahr wünscht er sich vor allem Gesundheit. Im Garten stehen noch Projekte an und dafür braucht es nun mal etwas Kraft. „Ich mache das gern, zupfe stundenlang in den Wildkräutern. Das ist für mich ein guter Ausgleich für die lange Zeit am Schreibtisch.“

Antje Jäger wird zum Weihnachtsfest aller Voraussicht nach arbeiten. „Es kommt halt drauf an, ob das Baby flutscht“, sagt die freiberufliche Hebamme. Daher wird sie im Bereitschaftsdienst aktiv sein, so wie viele ihrer Kolleginnen. „Wenn ich sage, dass ich Hebamme sein möchte, kann ich ja nicht auf der anderen Seite zur Mutter sagen: Weihnachten kann ich nicht, da habe ich etwas anderes vor“, sagt die Vorsitzende des Familienforums Simbav. Frieden steht bei ihr ganz oben auf der Wunschliste für 2024. Die Kriegstreiberei, die bei aktuell weltweit schwelenden militärisch ausgetragenen Konflikten praktiziert wird, sei ihr zuwider. Jäger wünscht sich, dass Andersdenkende einander tolerieren, Frieden schließen – „das wird in meinen Augen einfach nicht versucht“, sagt Jäger.

„Frohes Fest!“ bedeutet für jeden etwas anderes – nicht alle der von uns befragten Lokalprominenten verbringen Weihnachten zuhause neben dem geschmückten Baum.

Marco Prietz wird die Weihnachtsfeiertage im Kreise der Familie verbringen, Besuche bei Eltern beziehungsweise Schwiegereltern sind geplant. „Ich darf mich mal als Koch ausprobieren und freue mich auf entspannte Stunden mit Gesellschaftsspielen und ohne Handy“, sagt der Landrat. „Für 2024 wünsche ich mir für unsere Gesellschaft, dass wir wieder besser darin werden, einander trotz unterschiedlicher Positionen zuzuhören und aufeinander zuzugehen“, formuliert der CDU-Mann aus Bremervörde. Die moderne Technik begünstige die Bildung von Filterblasen und die Aufspaltung der Gesellschaft in Gruppen, zwischen denen tiefe Gräben entstehen können: „Dagegen müssen wir alle uns ganz bewusst mit einer möglichst differenzierten und sachlichen Betrachtung auch schwieriger Themen ein Stück weit immunisieren“.

Ich genieße es, die vielen, oft lang vorbereiteten Gottesdienste zu feiern und die alte Geschichte von der Geburt Jesu immer wieder neu zu hören.

Haike Gleede

Haike Gleede wird an den Festtagen arbeiten, das aber gerne: „Ich genieße es, die vielen, oft lang vorbereiteten Gottesdienste zu feiern und die alte Geschichte von der Geburt Jesu immer wieder neu zu hören. Der Botschaft Gottes zu vertrauen, davon zu sagen und zu singen, ist für mich zu Weihnachten besonders erfüllend“, sagt die Horstedter Pastorin. Dazwischen sei Zeit für die Familie mit gutem Essen, Zusammensein, Spielen, Reden, sich freuen. „Auch da lacht das Herz!“ Ihr Wunsch fürs neue Jahr und für die Welt ist, „dass die Botschaft vom Frieden endlich in den Herzen und Köpfen ankommt und auf fruchtbaren Boden fällt“. Aber auch für die eigene Lebenssituation hegt Gleede Wünsche, unter anderem, gutes Gelingen bei Vorhaben und die Balance zu halten zwischen Arbeit und Ruhe. Außerdem Gesundheit, Lebensfreude, Schaffenskraft und Inspiration.

Tobias Koch wird zum Fest Überbringer guter Gaben sein: „Den Heiligabend verbringe ich seit einigen Jahren schon damit anderen Menschen, insbesondere Kindern eine Freude zu machen, indem ich zu ihnen nach Hause komme und die Geschenke bringe“, teilt der Rotenburger Kontaktbeamte und Vahlder Ortsbürgermeister sowie SPD-Politiker mit. An den Weihnachtsfeiertagen selbst gehe es etwas ruhiger zu im Kreise der Familie. Spontan könne noch ein Treffen mit Freunden zustande kommen. Frieden dominiert auch bei den Wünschen des Kontaktbeamten: „Beruflich und privat läuft es zurzeit gut für mich. Da wünsche ich mir keine Veränderungen. Für die Menschen in unserem Land und in der Welt wünsche ich mir etwas mehr Ruhe, Frieden und gegenseitiges Verständnis.“

Nur in einer klimafreundlichen Gesellschaft können wir sozialgerechter leben.

Martina Hoffstedt

Martina Hoffstedt plant viele Aktivitäten mit der Familie: Gemeinsam kochen, essen, genießen, Musik hören, „die Playlist ist schon in Arbeit“, aber auch Scrabble spielen, ausgiebige Spaziergänge. Vielleicht trifft man die Ehrenamtskoordinatorin des Rotenburger Diakonissen-Mutterhauses auch bei der Holy-Jazz-Night in der St.-Stephani-Kirche in Bremen. Wünsche könnte Hoffstedt wohl ohne Ende aufzählen. „Wir leben in einer extrem unruhigen, unsicheren und besorgniserregenden Zeit. Es gibt so viele Themen, die mich beschäftigen und die sehr komplex sind, sodass es mir schwerfällt, meine Wünsche auf einen Punkt zu bringen.“ Frieden, mehr Klimaschutz, Zusammenhalt und Toleranz in der Gesellschaft, Gesundheit sowie eine erfüllende und sinnstiftende Arbeit gehören dazu. „Ich wünsche mir von Herzen, dass viele, viele Menschen erkennen, dass der Klimaschutz oberste Priorität bekommen muss – damit die Menschen weltweit, die jungen Menschen und die Kinder eine lebenswerte Zukunft vor sich haben!“

Torsten Oestmann wird die Festtage mit Ehefrau Beate zuhause in Sottrum verbringen: „Außer den traditionellen Essen an Heiligabend und den Feiertagen mit unserer Familie haben wir nichts weiter geplant. Wir werden einfach nur ausspannen“, sagt der Rotenburger Bürgermeister. Seine Wünsche fürs neue Jahr sind im Grunde identisch mit denen, die er für 2023 hatte: „Eigentlich kann man sich nur wünschen, dass wieder etwas mehr Frieden auf der Erde einkehrt. Sowohl, was die Konfliktherde in der Welt betrifft, als auch den Umgang miteinander im Kleinen wie im Großen. Aber leider gibt es weitere Kriege, die Spannungen zwischen den Nationen nehmen zu, und Zukunftsangst ist kein Fremdwort mehr für unsere Jugend. Ich wünschte mir, dass hier Entspannung eintritt.“ Einen Wunsch, von dem er wisse, dass einige Menschen ihn aktuell sehr dringend benötigen, und daher gehe er speziell an sie: „Ich wünsche ihnen möglichst viel Gesundheit!“

Rubriklistenbild: © Schultz

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