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Seit knapp vier Wochen soll eine mobile Fußgängerampel das Überqueren der nördlichen Hauptstraße sicherer machen, dennoch kommt es dort immer wieder zu gefährlichen Situationen.
Warstein – „Allein in den vergangenen drei Wochen ist es fünfmal vorgekommen“, sagt Anna-Lena Köster. Fünfmal, dass Lkw- oder Autofahrer „ihr“ Rot-Licht der mobilen Ampelanlage an der Talstraße missachteten, „überfuhren“ und es beinahe zum Zusammenstoß mit Fußgängern kam. Entweder war Köster allein unterwegs oder mit ihren fünf- und dreijährigen Kindern: „Es war einige Male wirklich knapp.“
Pkw-Fahrer übersehen Ampel offenbar
In einem Fall, so erinnert sich Köster, habe ein Lkw von Belecke kommend vor der roten Ampel gewartet, als er von einem Pkw „einfach überholt“ wurde, der offenbar auf das einige Meter hinter der Fußgängerampel einmündende Jungeblodt-Firmengelände abbiegen wollte: „Der Pkw-Fahrer hat aufgrund des Lkw die Ampel nicht gesehen und ist so einfach über Rot gefahren. Möglicherweise wusste er gar nicht, dass dort eine Ampel ist.“
Ärger über Rotlichtsünder an Hauptstraßen-Ampel: „Frage, wann etwas passiert“
In einem anderen Fall, als Köster mit Kindern vom ehemaligen Hotel Hölter kommend die Fußgängerampel in Richtung Anglerheim passieren wollte, selber „Grün hatte“ und fast schon auf der Hälfte der Fahrbahn war, seien zwei Autos ohne größere Anstalten von Warstein kommend „einfach noch über Rot gefahren“ ohne zu bremsen. Offenbar sehen einige Verkehrsteilnehmer die Fußgängerampel eher als Zebra-Streifen an, sagt Anna-Lena Köster: „Sie sehen niemanden, also fahren sie einfach darüber.“ Aber es sei nunmal eine Fußgängerampel: „Und wenn die Rot zeigt, dann will da wirklich jemand die Straßenseite wechseln. Wir sind jetzt schon immer vorsichtig und schauen zweimal, wenn wir darüber müssen.“
Und die Fußgängerampel wird tagtäglich viel genutzt, „das ist eben auch ein Schulweg, morgens und mittags beziehungsweise nachmittags sind da viele Kinder unterwegs“, fügt die 32-Jährige an: „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann dort richtig etwas passiert.“
Mobile Ampel wurde nachgerüstet
Der Bereich mit den mobilen Ampeln sei nicht gut einsehbar, vielleicht könne dort die Polizei dann und wann kontrollieren, sagt Köster, die Kritik richte sich aber nicht an die Ordnungshüter, sondern an die Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die Regeln halten: „Vielleicht sind die Leute aufgrund der Verkehrssituation auch sowieso schon sauer, weil sie im Stau stehen, wollen dann nicht länger warten und fahren einfach über Rot.“ Sie selber meidet den nördlichen Hauptstraßen-Verkehr seit Baustellenbeginn sowieso bestmöglich: „Entweder bin ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Und zum Einkaufen habe ich mir eine Alternative gesucht.“
Und wenn die Rot zeigt, dann will da wirklich jemand die Straßenseite wechseln. Wir sind jetzt schon immer vorsichtig und schauen zweimal, wenn wir darüber müssen.
Anfangs wurde die Baustelle auf der nördlichen Hauptstraße ohne die mobile Fußgängerampel an der Talstraße errichtet – unter anderem wurde schon zu Beginn die Querungshilfe dort demontiert. Mitte Mai wurde die Ampelanlage zum sicheren Queren der Hauptstraße nachgerüstet. „Da mussten wir proaktiv handeln, damit unter anderem Kinder nicht einfach so über die Straße laufen“, schilderte seinerzeit dazu Heiner Krick, Fachbereichsleiter Infrastruktur bei der Stadt. Bei Bernd Belecke, Schulleiter des Europa-Gymnasiums, beziehungsweise dem Schulsekretariat seien bislang aber noch keine Beschwerden bezüglich Gefahrensituationen im Bereich der mobilen Ampelanlage angekommen.
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