Spinnen, Hornissen, Schakale 

Welche exotischen Tiere sich in NRW ausbreiten

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In NRW werden immer mehr exotische Tiere gesichtet – die gekommen sind, um zu bleiben. Schakal, Nutria oder Hornisse: Diese Tiere leben jetzt hier. Die meisten sind ungefährlich – aber nicht alle.

Köln – Jetzt ist sie da, die asiatische Hornisse in NRW. Und sie wird wohl auch so schnell nicht wieder verschwinden – das könnte für eine Kettenreaktion im deutschen Ökosystem sorgen. Das Insekt ist nur das jüngste Beispiel für all die mehr oder minder exotischen Tiere, die in Deutschland und Nordrhein-Westfalen auftauchen und sich immer weiter ausbreiten.

Vor allem in den letzten Jahren haben zahlreiche Insekten und andere Tiere ihren Weg hierher gefunden: Manche galten als längst nicht mehr heimisch, kehren aber jetzt zurück. Andere sind völlig neu hierzulande. Erst im November 2022 vergangenen Jahres wurde ein Goldschakal in Hamm gesehen. Neben größeren Tieren wie Schakalen, breiten sich auch kleinere Tiere und Insekten zunehmend in NRW aus.

Ein Goldschakal wurde im Winter 2023 in Hamm fotografiert.

Diese exotischen Tiere leben in NRW: Schakale, Nosferatu-Spinne, Nutria und Co.

In den vergangenen Jahren gab es einige Sichtungen exotischer Tiere in NRW. Eine Auswahl:

  • Nutria
  • Asiatische Hornisse
  • Goldschakal
  • Nosferatu-Spinne
  • Hyalomma-Zecke

Diese exotischen Tiere leben in NRW: Nutria aus Südamerika

Das Nagetier Nutria verbreitet sich in zunehmend in NRW, vor allem Bonn.

Die Nutria ist eine aus Südamerika stammende und in Mitteleuropa eingebürgerte Nagetierart. Seit den 1920er Jahren wurden die Tiere auch in Pelztierfarmen in Deutschland gehalten. Von dort aus konnten einige Nutrias flüchten. Daraufhin haben sie sich auch in Deutschland immer weiter vermehrt. Wie viele Nutrias es in Deutschland gibt, ist nicht erfasst. Die auch Biberratte genannten Tiere zählen in Deutschland und der Europäischen Union zu den sogenannten invasiven Arten, die keinen natürlichen Fressfeind haben und sich dadurch immer mehr ausbreiten können. Dadurch gefährden sie den Lebensraum anderer Tiere. Nutria beispielsweise verbreiten sich immer mehr in Köln und in Bonn an der Rheinaue.

  • Herkunft: Südamerika
  • Ernährung: hauptsächlich Blätter, Mais, Stängel und Wurzeln von Wasserpflanzen, selten auch von Schnecken, Würmern und Süßwassermuscheln.
  • Verbreitung: In Deutschland sind Nutrias in allen Bundesländern zu finden. Sie leben in Schilfnestern oder graben Höhlen in Uferböschungen. In NRW wurden sie immer häufiger in Köln und Bonn an der Rheinaue gesichtet.
  • Sind Nutrias gefährlich? Menschen gegenüber sind Nutrias sehr scheu und demnach nicht gefährlich. Sie sind reine Pflanzenfresser.

Die asiatische Hornisse – Gefahr für heimische Bienen

In NRW breitet sich die Asiatische Hornisse immer weiter aus (Archivfoto).

Weniger gefährlich für den Menschen, umso gefährlicher für die heimischen Bienen ist die asiatische Hornisse – denn die Tiere jagen ihre kleineren Verwandten. Da die heimische Honigbiene im Gegensatz zu der Asiatischen Honigbiene keine besonderen Abwehrmechanismen gegen das Eindringen in den Bienenstock entwickeln konnten. Die asiatische Hornisse breitet sich derzeit rasant in NRW aus – es wird vermutet, dass sie mit asiatischen Importwaren eingeschleppt wurden. Typische Merkmale der asiatischen Hornisse sind die Größe (bis zu drei Zentimeter), schwarzer Kopf mit orangefarbener Stirn und ein dunkler Hinterleib.

  • Herkunft: Südostasien; erste Freisetzung in Südwest-Frankreich im Jahr 2004
  • Verbreitung: In NRW in Städten wie Düsseldorf, Köln, Duisburg und im Kreis Viersen
  • Erste Sichtung in NRW: 2020 im Kreis Heinsberg
  • Merkmale: Bis zu 3 Zentimeter Körperlänge (zum Vergleich: Eine Honigbiene ist nur 1,8 Zentimeter groß), schwarzer Kopf mit orangefarbener Stirn, Thorax (Bereich zwischen Kopf und Hinterleib) ist komplett schwarz, Hinterleib ist dunkler als bei heimischer Art, nur die Spitze ist orangegelb gefärbt
  • Sind asiatische Hornissen gefährlich? Für Menschen ohne entsprechende Allergie sind sie ungefährlich, ihr Stich ist aber durchaus schmerzhaft und vergleichbar mit einem Wespen- oder Bienenstich

Der Goldschakal in NRW aufgetaucht – er stammt aus Asien

Erst 2022 wurde ein Goldschakal in Hamm gesichtet. Immer mehr verbreiten sich die Tiere in NRW. (Symbolbild)

Bereits 2020 wurde ein erster Schakal in Mülheim an der Ruhr gesichtet. Laut dem Naturschutzbund (NABU) NRW könnte es in NRW weitere Goldschakale geben. Ursprünglich findet man die Tiere im Nahen Osten, Indien und in einigen Regionen Asiens. Inzwischen wurde der Goldschakal auch in anderen Regionen gesehen, wie etwa um Hamm in Westfalen. Warum sich die Schakale in NRW ansiedeln, ist unklar. Womöglich hängt es mit den immer milder werdenden Wintern zusammen, die Tiere kommen mit dem hiesigen Klima besser zurecht als in früheren Zeiten.

  • Herkunft: Naher Osten, Indien und in einigen Regionen Asiens
  • Erste Sichtung in NRW: 2020 in Mülheim an der Ruhr, 2022 in Hamm
  • Merkmale: etwa 80 bis 95 Zentimeter lang, 35 bis 50 Zentimeter hoch, meist rostbraun bis goldrotes Fell, etwa acht bis 15 Kilogramm schwer
  • Sind Schakale gefährlich? Goldschakale sind scheue Tiere und meiden den Kontakt zu Menschen; ihre Beute beschränkt sich auf mittelgroße Säugetiere wie Rehe und Schafe aber auch Insekten, Nagetiere, Amphibien, Vögel und Obst

Diese exotischen Tiere leben in NRW: Nosferatu-Spinne

Giftige Spinne breitet sich in NRW aus

Die große, haarige Nosferatu-Spinne ist so gar nichts für Arachnophobiker: Sie breitet sich in Nordrhein-Westfalen aus und Sichtungen haben vor allem letztes Jahr immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Bereits 1700 Exemplare wurden laut NABU seit dem 1. August 2022 entdeckt. Die aus dem Mittelmeer stammende Spinne wurde vermutlich als „blinder Passagier“ im Güterverkehr nach Deutschland eingeschleppt. Erstmals wurde sie 2005 in Freiburg gesichtet. Nun findet man die Nosferatu-Spinne auch in zahlreichen NRW-Städten.

  • Herkunft: Mittelmeerraum
  • Verbreitung: In NRW in Städten wie Köln, Düsseldorf, Duisburg und Bonn
  • Merkmale: Körperlänge von bis zu zwei Zentimetern, Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern,
  • Sind Nosferatu-Spinnen gefährlich? Der Biss ist zwar giftig, aber für Menschen ungefährlich, vergleichbar mit einem leichten Wespenstich; sie beißen nur, wenn sie in Gefahr sind

Gefährliche Hyalomma-Zecke lebt jetzt in NRW – sie überträgt Krankheiten

Die Hyalomma-Zecken können schwere Krankheiten wie Krim-Kongo-Fieber, Zecken-Fleckfieber übertragen. (Symbolbild)

Die gefährliche Hyalomma-Zecke wurde vermutlich durch Zugvögel eingeschleppt. Erstmals in Deutschland wurde diese Zecke 2015 gesichtet, ab 2018 auch in NRW, wie wa.de berichtet. Diese Zecken-Art mag es vor allem auf Sand- und Schotterwegen. 2019 ist erstmals ein Mensch in Siegen durch den Zeckenbiss des eigentlich in den Tropen beheimateten Tieres an Fleckfieber erkrankt. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Grippe. Ob das deutsche Klima und die Temperaturen langfristig für das Bestehen von Hyalomma-Zecke geeignet ist, ist derzeit noch nicht ausreichend untersucht worden.

  • Herkunft: Afrika, Asien oder Südeuropa
  • Erste Sichtung in NRW: 2018
  • Merkmale: gestreiften Beinen, deutlich größer als heimische Arten
  • Sind Hyalomma-Zecken gefährlich? Bei Menschen und Tieren kann ein Biss gefährliche Krankheiten verursachen, zum Beispiel Krim-Kongo-Fieber, Zecken-Fleckfieber

(spo)

Rubriklistenbild: © Thorsten Voßhage

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