VonMaximilian Gangschließen
Nach Belgien, Frankreich und den Niederlanden ist die asiatische Hornisse nun auch in Deutschland angekommen. In NRW gab es 2023 über 200 Sichtungen.
Düsseldorf – Sie ist nur rund 2,5 Zentimeter groß, und dennoch kann die Ankunft der asiatischen Hornisse in Deutschland immense Folgen für das heimische Ökosystem haben. Für die meisten Menschen ist der Exot zwar ungefährlich, für die heimische Tierwelt sieht es jedoch ganz anders aus, denn: Die asiatische Hornisse ernährt sich von Bienen und anderen Insekten. Ihre Ausbreitung hierzulande ist nicht mehr aufzuhalten, und sie geht rasant vonstatten. Ihre Ausbreitungsgeschwindigkeit liegt laut Untersuchungen bei knapp 50 Kilometern pro Jahr. Auch in NRW werden immer mehr asiatische Hornissen gesichtet.
Asiatische Hornisse breitet sich rasant aus: Über 200 Sichtungen in NRW in 2023
Mehr als 200 Sichtungen der asiatischen Hornisse wurden dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in 2023 bereits gemeldet – „Tendenz: täglich mehr“, teilt das Umweltministerium aus NRW mit. Dabei liegt die erste Sichtung im bevölkerungsreichsten Bundesland erst wenige Jahre zurück: Den ersten Einzelfund gab es im Jahr 2020 im Kreis Heinsberg nahe der niederländischen Grenze. Das Nachbarland hat – genauso wie Frankreich und Belgien – schon länger mit der invasiven Art zu kämpfen. Dort hat die asiatische Hornisse innerhalb kurzer Zeit hohe Populationsdichten erreichen können. Deutlich positiver blicken Umweltschützer auf die fortschreitende Ausbreitung von Wildkatzen in NRW.
Vor etwa 20 Jahren kam die asiatische Hornisse erstmalig nach Europa. Von Südfrankreich aus kam sie dann über Belgien und die Niederlande nach Nordrhein-Westfalen. Ganze Nester wurden 2022 erstmalig in NRW gefunden, wie NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) sagte. Mittlerweile gibt es bestätigte Vorkommen in weiten Teilen des Landes, vom Niederrhein, bis zum westlichen Ruhrgebiet, in der Städteregion Aachen und der Eifel über die Gebiete rund um Düsseldorf, Köln und Bonn und auch im bergischen Land. Hinzu kommen zahlreiche weitere Meldungen von Einzeltieren auch in den umliegenden Landkreisen.
Asiatische Hornisse breitet sich aus: NRW-Ministerium mit wichtigem Hinweis an die Bevölkerung
Die bisher nordöstlichste, bestätigte Sichtung gab es in der Gemeinde Hüllhorst im Kreis Minden-Lübbecke. Doch dabei wird es bei der asiatischen Hornisse wohl nicht bleiben, wie LANUV-Vizepräsidentin Barabara Köllner sagte: „Mit einer Einwanderung aus Belgien und den Niederlanden ist weiterhin zu rechnen, sodass die Zahl der Völker im Rheinland wahrscheinlich zunehmen und auch die Ausbreitung nach Norden und Osten weiter voranschreiten wird“. Für viele Imker bedeutet das: Sie müssen ihre Nester vor dem Eindringling schützen, beispielsweise durch ein Schutzgitter am Einflugloch des Nestes.
Wie erkennt man eine asiatische Hornisse?
Es gibt äußerlich Merkmale, an denen man die heimische von der asiatischen Hornisse unterscheiden kann: Während bei der Europäischen Hornisse der Kopf rötlich bis schwarz gefärbt ist, hat die Asiatische Hornisse einen schwarzen Kopf mit orangefarbener Stirn. Der sogenannte Thorax, also der Bereich zwischen Kopf und Hinterleib, ist bei der Europäischen Hornisse rotbraun mit einer schwarzen, v-förmigen Zeichnung. Der Thorax der Asiatischen Hornisse ist komplett schwarz.
Der Hinterleib der Asiatischen Hornisse ist dunkler als bei der heimischen Art. Die vorderen Segmente sind schwarz und nur die Spitze ist orangegelb gefärbt. Bei der europäischen Art sind die vorderen Segmente rotbraun und schwarz, und zur Spitze hin weist sie die wespentypische schwarze Zeichnung auf gelbem Grund auf.
Doch auch alle anderen sind zum Handeln aufgerufen, sobald sie eine asiatische Hornisse sehen: Jede Sichtung sollte im Neobita-Portal gemeldet werden, bestenfalls mit einem Fotobeleg. Alternativ ist auch eine Meldung bei der zuständigen Naturschutzbehörde vor Ort möglich. Wichtig ist dabei die genaue Angabe des Standortes und nach Möglichkeit auch die Richtung des An- und Abflugs. Der Einsatz von beköderten Fallen zum Fangen der asiatischen Hornisse ist – anders als in manchen Nachbarländern – verboten, weil darin überwiegend zu schützende Fluginsekten gefangen und getötet werden. (mg)
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