ÖPNV im Westen

Klares Ergebnis bei der Urabstimmung: In NRW drohen unbefristete Streiks

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Auf Schüler und Pendler kommen unschöne Zeiten zu. In NRW stehen die Zeichen auf Dauerstreik. Die Verdi-Mitglieder stimmten eindeutig ab.

Update vom 10. April, 15.45 Uhr: Die Zeichen stehen auf Streik bei den kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW. Bei der Urabstimmung der Gewerkschaft Verdi in NRW über unbefristete Streiks stimmten 97 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder unter den etwa 30.000 Beschäftigten für einen solchen Arbeitskampf, wie die Gewerkschaft bestätigte. Ein Datum für den Start des Streiks bei Bus und Bahn wird noch nicht genannt. Die unbefristeten Arbeitskampfmaßnahmen sollen „in den kommenden Tagen“ starten, heißt es.

Unbefristeter Streik bei Bussen und Bahnen in NRW: möglicher Starttermin steht

[Erstmeldung] Hamm - Es sind harte Zeiten für Menschen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind. Die streikfreudige Lokführer-Gewerkschaft GDL legt in kurzen Abständen den Zugverkehr bei der Deutschen Bahn lahm, dazu kamen zuletzt mehrere Warnstreiks von Verdi im ÖPNV von Nordrhein-Westfalen. Jetzt droht bei Bussen, U-Bahnen und Straßenbahnen im Westen sogar ein unbefristeter Streik.

Tarifstreit eskaliert: In NRW drohen unbefristete Streiks bei Bus und Bahn

Die Gewerkschaft erklärte die Verhandlungen nach der jüngsten Gesprächsrunde in Dortmund für gescheitert und leitet nun eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern über unbefristete Streiks ein. Die Urabstimmung startet am 19. März und wird bis zum 9. April dauern. Im Falle einer Zustimmung könnten die Busse und Bahnen laut wa.de in der Woche nach den Osterferien in NRW (bis 6. April) flächendeckend und ohne zeitliche Begrenzung stehen bleiben.

Ab dem 10. April könnte mit Arbeitskampfmaßnahmen begonnen werden, sagte Verdi-Nahverkehrsexperte Peter Büddicker. Er schloss aber nicht aus, dass Streiks auch noch abgewendet werden könnten.

Was es bedeutet, wenn Busse und Bahnen nicht fahren, haben Pendler, Schüler und Reisende zuletzt bei mehreren Warnstreiks zu spüren bekommen. In rund 30 NRW-Verkehrsbetrieben, darunter jene in Köln, Dortmund, Hagen, Essen, Münster, Bielefeld , Düsseldorf, Bonn und Hamm, wurden die Beschäftigten zum Arbeitskampf aufgerufen. Warnstreik oder Streik? Wir erklären den Unterschied.

„Wir haben in den Verhandlungen versucht, den Arbeitgebern beim Thema Belastungstage eine Brücke aus pauschalen Entlastungstagen und individueller Entlastung zu bauen. Diese Brücke haben die Arbeitgeber eingerissen.“ Mit diesen Worten wird Peter Büddicker in einer Mitteilung der Gewerkschaft zitiert. Und weiter: „Wir leiten nun eine Urabstimmung ein, um über Erzwingungsstreiks im ÖPNV zu entscheiden“. Das aktuell vorliegende Angebot der Verkehrsunternehmen biete nach Verdi-Angaben keinen Spielraum für weitere Verhandlungen, berichtet 24RHEIN.

Verdi will Urabstimmung über unbefristeten ÖPNV-Streik in NRW

Verdi geht es im Tarifstreit nicht vornehmlich um mehr Geld für die gut 30.000 Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen, sondern vor allem um einen geringere Arbeitslast. Die Forderungen von Verdi für die Beschäftigten des ÖPNV lauten:

  • Entlastungstage für alle Beschäftigten im ÖPNV
  • Identischer Ort für Arbeitsbeginn und -ende
  • Zulage ab dem ersten Tag bei vorübergehender Übertragung höherwertiger Tätigkeiten
  • Schicht- und Wechselschichtzulage für den Fahrdienst
  • 100 Prozent Jahressonderzahlung
  • Überstunden ab der ersten Minute und in der individuellen Stufe ohne Abzug
  • Zulage für Vorhandwerker, Gruppenführer, Teamleiter nach individueller Stufe

Der Arbeitgeberverband KAV NRW (Kommunaler Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen e.V.) äußerte sich erstaunt über die Entscheidung zur Urabstimmung. Die Arbeitgeber hätten am Montag „ein weitreichendes Angebotspapier zur Lösung des Tarifkonflikts vorgelegt“, wie der Verband mitteilte. Die Gewerkschaften hätten aber „auf unerfüllbaren Forderungen“ beharrt. Nach einer KAV-Rechnung würden die Verdi-Forderungen zu rund 165 Millionen Euro Mehrkosten für die kommunalen Verkehrsbetriebe führen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Snowfield Photography

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