Großer Bahnhof am Südfeldweg: Bezirksbürgermeister Andreas Obering, Stadtbaurat Andreas Mentz, Oberbürgermeister Marc Herter, Justus Moor MdL, Ehrenbürger Manfred Hemmer und Bahn-Manager Jörg Seelmeyer.
Großer Andrang bei Eröffnung des neuen Bahnhaltepunktes Westtünnen in Hamm
Die Eurobahn hatte als Betreiber der Linie einen Sonderzug bereitgestellt, der am späten Vormittag am Hammer Hauptbahnhof losfuhr. Fahrtziel: „Hamm-Westtünnen“, wie auf den Anzeigetafeln zu lesen war. Nach sechs Minuten Fahrzeit kam die Bahn pünktlich um 10.57 Uhr an – als erster Zug, der regulär in Westtünnen hielt.
Waren bereits an die hundert Fahrgäste an Bord des Sonderzuges, wurden sie in Westtünnen durch eine noch größere Menge begrüßt. Bahn, Stadt und Verkehrsverbund hatten dort ein Festzelt aufgebaut, es gab einen Imbiss und Live-Musik. Und natürlich einige Reden. Oberbürgermeister Marc Herter sprach von einem guten Tag für Westtünnen, den Stadtbezirk Rhynern und die Stadt Hamm. Den Zeitpunkt für die Inbetriebnahme sah er gut gewählt: Viele würden wohl erstmal nur einsteigen, um zur Allerheiligenkirmes nach Soest zu fahren oder zu den Weihnachtsmärkten nach Hamm, Münster und Soest. Es sei aber sicher, dass der Haltepunkt sich auch für Pendler etablieren werde.
Zuständig für die neue Station ist bei der Deutschen Bahn Jörg Seelmeyer, Bahnhofsmanager für die Region Dortmund. Vom Zuspruch der Bürger war er sichtlich überrascht: „Hier sind jetzt mehr Leute als bei der Eröffnung des sanierten Dortmunder Hauptbahnhofs.“ Für ihn sei es nach 43 Jahren bei der Deutschen Bahn die erste Neueröffnung einer Station.
Deutsche Bahn investiert sechs Millionen Euro in neuen Bahnhaltepunkt
Freude auch bei Karl-Heinz Sudholt. Der 88-Jährige hatte das Projekt Haltepunkt 1992 als Ratsherr aus der Taufe gehoben. Sein Mitstreiter Hubert Westermeier erlebte die Einweihung nicht mehr, wurde aber am Donnerstag gewürdigt.
Mit dem Haltepunkt gibt es nach 43 Jahren wieder eine Möglichkeit, im Südosten der Stadt in eine Bahn zu steigen. Die Bahnstrecke Hamm–Paderborn war 1850 eröffnet worden. 1897 ging der Bahnhof Rhynern (in Osttünnen) in Betrieb, schloss jedoch 1981. In den neuen Haltepunkt sind allein seitens der Bahn gut sechs Millionen Euro geflossen. Die Bahnanlagen sind auch fertiggestellt.
Züge fahren je zweimal pro Stunde in Richtung Münster und Paderborn
Im Umfeld des neuen Bahnhaltepunktes wird allerdings noch gearbeitet. Zwar rauscht der Autoverkehr über den Südfeldweg unter den Gleisen her, die Verbindung zur Dambergstraße wird aber erst im kommenden Jahr gemacht. Auf der Südseite des Haltepunkts gibt es 70 Autostellplätze, auf der Nordseite sollen bis Jahresende 48 weitere folgen. Überdachte Fahrradständer sind vorhanden, ebenso ein Anschluss an die Buslinie 4.