Tagebau

Zweitgrößter See Deutschlands in NRW: Jetzt werden die Pläne konkreter

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Aus dem Tagebau Hambach soll bis 2070 der zweitgrößte See Deutschlands werden. Doch schon jetzt arbeiten viele Menschen an der Entwicklung der Region.

Hambach – Nach dem Braunkohleausstieg in NRW im Jahr 2030, soll das Rheinische Revier nach den Planungen von RWE eine 180-Grad-Wende hinlegen. Aktuell sieht man an den Tagebauen Hambach, Garzweiler und Inden nur graubraune Mulden so weit das Auge reicht. Das soll sich ändern: Die gigantischen Tagebaulöcher sollen zu großen Seen umgewandelt werden. In Hambach ist sogar der zweitgrößte See Deutschlands geplant. Bis das Mammutprojekt am Tagebau abgeschlossen ist, wird es noch Jahrzehnte dauern. Doch schon vorher soll viel passieren im Revier.

Rheinisches Revier soll zu einer „überregional bekannten Urlaubsdestination“ werden

Das Rheinische Revier soll zu einer „überregional bekannten Urlaubsdestination“ werden, schreibt die Indeland GmbH. Dafür sollen nicht nur die Seen, sondern auch verschiedene neue touristische Attraktionen im Umkreis der Gewässer sorgen. So ist mit dem Hambach Loop beispielsweise ein riesiger Radweg entlang des Ufers des Hambachsees geplant.

Zudem sollen verschiedene „besondere Orte“ entlang des Loops eine Radtour lohnenswerter machen. Die Neuland Hambach GmbH hat zudem eine Umfrage gestartet, bei denen sich die Menschen mit Ideen und Wünschen für die „besonderen Orte“ am Hambach Loop beteiligen können. Ein Förderprojekt soll nun ein übergeordnetes Konzept zur Tourismusentwicklung schaffen.

Indeland GmbH

► Unter dem Dach der Gesellschaft arbeiten die Anrainerkommunen Aldenhoven, Eschweiler, Inden und Jülich gemeinsam mit dem Kreis Düren zusammen, um die Tagebauregion gemeinsam zu entwickeln.

Zweitgrößter See im Tagebau: Hohe Erwartungen an Strukturwandel im Rheinischen Revier

Bei einem Arbeitstreffen am 12. Juli in Düren erörterte das „Kompetenznetzwerk Tourismus“ den Fahrplan zur Entwicklung des regionalen Strategiekonzepts für das rheinische Revier. „Die Tourismusentwicklung spielt eine wichtige Rolle im Strukturwandel und wird künftig auch für neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region sorgen“, sagte Jens Bröker, Leiter des Referats für Wandel und Entwicklung des Kreises Düren und Geschäftsführer der Indeland GmbH. „Die Zeit des Wandels von der Tagebau- zur Seenlandschaft soll im Rheinischen Revier hautnah erlebbar sein“.

Kompetenznetzwerk Tourismus

► Zum Kompetenznetzwerk Tourismus gehören neben den fünf Landkreisen im Rheinischen Revier (Rhein-Erft-Kreis, Kreis Düren, Rhein-Kreis Neuss, Kreis Euskirchen und der Kreis Heinsberg) die drei Tagebauumfeldverbünde Zweckverband Landfolge Garzweiler, die Indeland GmbH und die Neuland Hambach GmbH sowie die Stadt Mönchengladbach und die Städteregion Aachen. Die Initiative wird durch das STARK-Programm von Bund und Ländern gefördert.

See in NRW soll bis 2070 fertig sein – doch schon vorher ist vieles geplant

Der weitere Fahrplan in der Erarbeitung des Strategiekonzepts sieht demnach weitere Arbeitstreffen, Workshops und einen Tourismustag (voraussichtlich am 25. Oktober) vor, um potenzielle Partner aus Gastronomie, Hotelgewerbe und Freizeitwirtschaft einzubinden, wie Jan Koberfuß von der ift Freizeit- und Tourismusberatung bei dem Arbeitstreffen sagte. So sollen Ideen entwickelt werden, wie das Revier auch schon während der Füllphase der Tagebaue ab 2030 zu einem „attraktiven Lebens- und Arbeitsraum“ werden kann, so die Neuland Hambach GmbH.

Aus dem Tagebau Hambach in NRW soll der zweitgrößte See Deutschlands werden.

Das Strategiekonzept solle demnach die „einzigartigen Potenziale der Tagebauumfelder aufzeigen“ und „Maßnahmen und Projekte benennen, die aus Sicht von Fachleuten in den kommenden Jahren oben auf der regionalen Tourismus-Agenda stehen sollten“, so Bröker. Das große Ziel: „Mit dem Ende der Kohleförderung sollen neue Freizeit- und Naherholungs­angebote für Einheimische und Gäste entstehen“, so die Indeland GmbH. Ergebnisse werden für das Frühjahr 2025 erwartet.

Am Plan für den zweitgrößten See im ehemaligen Tagebau gibt es auch Kritik: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW etwa sagt, dass das Rheinwasser zu stark belastet sei, um es in die Tagebaugrube zu leiten. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Neuland Hambach / bgmr Landschaftsarchitekten

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