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Pommes-Franky verschenkt Fritten in der Ukraine – besondere Aktion vor Weihnachten

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Ablenkung von dem Grauen des Krieges: Imbissbetreiber Franky van Hintum will an Weihnachten etwas Besonderes für die Menschen in der Ukraine machen.

Gelsenkirchen – Weihnachten ist das Fest der Liebe. Doch in der Ukraine spielen sich tagtäglich Szenen ab, die ferner von Liebe nicht sein könnten. Bereits seit 21 Monaten sorgt der Krieg dort für Trauer, Not und Verlust. Vielen Ukrainerinnen und Ukrainern fehlt es an dem Nötigsten; Essen, Unterkunft und vor allen Dingen: Frieden. Regelmäßig tauscht der Imbissbetreiber Franky van Hintum deshalb die Märkte in Gelsenkirchen (NRW) gegen einen Platz unweit der Frontlinie in der Ukraine und verschenkt dort Pommes und Snacks. Zu Weihnachten plant der Niederländer etwas ganz Besonderes.

Weihnachten im Ukraine-Krieg: Pommes-Franky hat Besonderes für Betroffene geplant

Wie schrecklich der Kriegsalttag in der Ukraine für die Anwohner sein kann, hat Franky van Hintum bereits am eigenen Leib erfahren müssen. Gemeinsam mit seinem Freund Coen von Oosten, mit dem er die Hilfsreisen plant und durchführt, geriet der Imbissbetreiber im Juni 2023 in einen tödlichen Raketen-Angriff. Von den schlimmen Erlebnissen lassen die Niederländer sich jedoch nicht von ihrer Mission abbringen, gerade jetzt sei Unterstützung für die Menschen vor Ort von großer Bedeutung, heißt es in einer Mitteilung. Am 9. Dezember reisen sie erneut in das Kriegsgebiet.

Der niederländische Imbissbetreiber Franky van Hintum reist gemeinsam mit seinem Freund Coen von Oosten regelmäßig für Hilfsaktionen in die Ukraine (IDZRNRW-Montage)

Besonders ein Punkt ihrer mittlerweile 14. Reisen in die Ukraine sei „sehr besonders“. Demnach soll es Veranstaltungen geben, zu denen nur Gäste eingeladen werden, die besonders stark von dem Kriegsgeschehen betroffen sind. „Wir denken an Kinder, die ihren Vater an der Front verloren haben, ältere Menschen, die nur eine kleine Rente bekommen und niemanden haben, der sie unterstützt. Aber auch schwerverwundete Soldaten oder Menschen, die Opfer von Angriffen geworden sind“. Die Events sollen so gestaltet werden, dass die kriegsgeplagten Menschen ihre Sorgen so gut wie möglich vergessen können, schreiben die Helfer.

Pommes-Franky will ukrainischen Waisenkindern „fröhliche Tage in dieser traurigen Zeit“ schenken

Besonders den Kindern in der Ukraine wollen Franky van Hintum und Coen von Oosten zu Weihnachten eine Freude machen.

An zwei Tagen wollen van Hintum und von Oosten über 200 Waisenkindern eine Freude machen. Die Imbissbetreiber wollen versuchen, ihnen „fröhliche Tage in dieser traurigen Zeit“ zu bescheren, schreiben sie. In beheizten Zelten werden alkoholfreier Glühwein und heiße Schokolade ausgeschenkt. Entertainer sollen Santa Claus und Snegurochka, eine russische Märchengestalt, spielen und so für Spaß bei den Kindern sorgen. Zudem werden an diesem Tag spezielle Geschenke – angepasst an die persönlichen Umstände der Kinder – verteilt, so die Helfer.

Moderne Rollstühle und Gehhilfen: Pommes-Franky verteilt Geschenke in der Ukraine

Auch älteren Menschen und verwundeten Soldaten wollen die Niederländer so gut es geht mit ihren Veranstaltungen vom Kriegsalltag ablenken. So bekommen Ältere, die häufig von 100 Euro oder weniger pro Monat leben müssen, bei einem Event unter anderem eine Gehhilfe, für die Soldaten bringt Santa Claus Rollstühle mit. Damit wirklich jede eingeladene Person teilnehmen kann, wird das Zelt an diesen Tagen so aufgebaut, dass auch Menschen mit Rollstühlen oder in mobilen Betten hineinkommen.

Nicht nur Franky van Hintum und Coen von Oosten tun in diesen Tagen ihr Bestmögliches, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen. Seit der russischen Invasion in die Ukraine sind beispielsweise aus Oberhausen Spenden im Wert von 860.000 Euro in das Kriegsgebiet gebracht worden. Zuletzt hat die örtliche Feuerwehr vier ausgemusterte Krankenwagen überholt und an ihre Partnerstadt Saporishja im Südosten der Ukraine verschenkt. Und auch nach Monaten des Krieges treffen sich weiterhin Mitglieder der zivilen Hilfsgruppe „Seebrücke“ jeden Sonntag in Drensteinfurt zu einer Mahnwache, um auf den Schrecken in der Ukraine aufmerksam zu machen. (mg)

Rubriklistenbild: © Franky & Coen

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