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Auf dem Gelände am Hillenberg wurden Quelle und Tiefenbehälter vorgestellt, die Trinkwasser-Initiative erklärte die Gefahren von PFAS, in Vorträgen und Rundgängen ging es um Hochwasserschutz und Renaturierung und auch die Kinder konnten einiges entdecken.
Warstein – Viel von dem, was eigentlich unter der Oberfläche, in der Dunkelheit und im Verborgenen liegt und passiert, kam am vergangenen Samstag ans Licht. Ganz absichtlich. „Wir wollen die Bedeutung des Wassers deutlich machen“, schilderte Stadtwerke-Leiter Sascha Gödecke. Beim „Tag des Wassers“ wurde das Stadtwerke-Gelände am Hillenberg zum „Freizeit- und Informationspark Wasser“.
Mit dem Wasser ging es von der Quelle in die Aufbereitung und die Tiefenbehälter, Vorträge und Rundgänge gab es zu den Themen Hochwasserschutz, zum Trinkwasserschutz in Zeiten des Klimawandels, zu Renaturierung und PFAS, Kinder setzten das Thema Wasser mit Bundstiften und Wasserfarbe um und wuschen „Gold“, während sich die Eltern beispielsweise bei der Landwirtschaftskammer oder Trinkwasser-Initiative über aktuelle Themen von Politik und Forschung informierten. Die Mitarbeiter der Stadtwerke führten derweil über das Gelände.
Renaturierung und Hochwasserschutz
So schilderte Dietmar Schrewe, seit inzwischen 35 Jahren bei den Stadtwerken, wie das Wasser aus der Quelle in die Haushalte gelange. Im Grunde sei schon das Wasser, wie es aus der Hillenberg-Quelle, einem engen Felsspalt, sprudelt, bedenkenlos trinkbar: „Das Wasser hat hier schon eine astreine Qualität.“
Über große Pumpwerke gelange es aber zuerst in die Aufbereitung, um es auch für den langen Versorgungsweg in die Haushalte zu filtern und vorzubereiten. Überschüssiges Wasser aus der Quelle, wenn es beispielsweise viele Niederschläge gegeben hat, werde direkt in die Wäster geleitet. In zwei Tiefenbehältern mit insgesamt 1 400 Kubikmetern Kapazität werde das gefilterte Wasser zwischengespeichert für die anschließende Versorgung der Belecker, Suttroper, Warsteiner und Hirschberger Bevölkerung.
Diese Bevölkerung, aber natürlich auch aus allen anderen Ortsteilen und darüber hinaus, kam am Samstag bereits ab den Vormittagsstunden zum Stadtwerke-Gelände. Bis zur Mittagszeit seien es „bestimmt schon 300 Besucher“ gewesen, freute sich Gödecke. Viele nutzen dabei das Angebot von Markus Teutenberg, der die städtischen Renaturierungsmaßnahmen und den Hochwasserschutz entlang der Wäster vorstellte: „Es geht auch einfach darum, was das ist, was das kostet und was dabei passiert.“ So führte die Stadt in den vergangenen Jahren Arbeiten vom Jungeblodt-Wehr bis zum Fliegenpark durch.
Viele wissen gar nicht, dass die weißen Kassenzettel deshalb in den Restmüll gehören, nur die hellblauen Zettel in die Papiertonne dürfen.
Kosten von 1,1 Millionen Euro wurden mit 970 000 Euro gefördert, „insgesamt haben wir 1,2 Kilometer renaturiert“, schilderte Teutenberg, der auch Bilder vorbereitet hatte, um den Urzustand zum Vergleich zu zeigen. Dabei gehe es auch um den aktiven Hochwasserschutz, auch um das Grün am Wästerufer. Da habe es bei den Rundgängen immer wieder Fragen gegeben, die aber alle „zufriedenstellend beantwortet“ werden konnten.
PFAS in Kleidung und Teflonpfannen
Das Thema PFAS – „eine Chemikaliengruppe mit hoher Relevanz, aber auch Risiken für die Gesundheit“ – griff die Trinkwasser-Initiative auf. PFAS befinden sich in Backpapier, Teflonpfannen, Sportkleidung oder Kassenbons beispielsweise. „Viele wissen gar nicht, dass die weißen Kassenzettel deshalb in den Restmüll gehören, nur die hellblauen Zettel in die Papiertonne dürfen“, schilderte Elke Ibing. PFAS seien inzwischen in etlichen Dingen des alltäglichen Lebens vorhanden, seien sogenannte Ewigkeits-Chemikalien, weil sie von der Natur nicht abgebaut werden können. „Und vieles über die Folgen ist noch gar nicht erforscht“, ergänzte Max Gretenkord.
Ein wenig forschen, wenn auch nicht mit Chemikalien, konnte der Nachwuchs. Während nebenan die Stadtwerke-Mitarbeiter Pumpen, Hydranten und Co. ausstellten, durften sich die Kinder im „Goldwaschen“ probieren. Unter den Boogie-Klängen von Volkert Bahrenberg am Piano zauberten die Kleinsten gleichzeitig Seifenblasen, malten Wasser-Bilder oder „musizierten“ auf Glasflaschen, die dank unterschiedlicher Wasser-Füllstände verschiedene Töne ergaben.



