VonMaximilian Gangschließen
Laut einem Bericht sollen Terrorverdächtige die Deutzer Kirmes 2023 als mögliches Anschlagsziel ausgespäht haben. Die drei Männer wurden festgenommen.
Update vom 5. Januar, 21:35 Uhr: Das Bundeskriminalamt hat die Kölner Polizei nach deren Angaben nicht über die Deutzer Kirmes als mögliches Anschlagsziel von Terroristen informiert. Ein Polizeisprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht vom Kölner Stadt-Anzeiger. Demnach habe die Polizei erst vor wenigen Tagen durch einen Bericht der Zeitung erfahren, dass islamistische Terrorverdächtige die Kirmes an Ostern 2023 ausgespäht haben sollen.
Auch nachdem die drei Verdächtigen im Juli in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden waren, sei keine Information an die NRW-Landespolizei erfolgt. Demzufolge seien auch für die Herbst-Kirmes keine besonderen Schutzmaßnahmen ergriffen worden, sagte der Sprecher.
Terrorverdächtige spähten wohl Deutzer Kirmes als mögliches Anschlagsziel aus
Erstmeldung vom 2. Januar: Köln – Bereits Monate vor der Terror-Warnung am Kölner Dom sollen drei Terrorverdächtige die Deutzer Kirmes als mögliches Anschlagsziel ausgespäht haben. Das berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger unter Berufung auf Vermerke des Bundeskriminalamts (BKA). Demnach wurden die Männer, die aus Zentralasien stammen, am Ostermontag 2023 beim Besuch der Kirmes von verdeckten Fahndern der Kölner Polizei beschattet. Die Gruppe soll in Kontakt zu Männern gestanden haben, die in die Anschlagspläne auf den Kölner Dom verwickelt sein sollen. Am 6. Juli wurde die Gruppe in Deutschland und den Niederlanden festgesetzt.
IS-Terrorverdächtige sollen laut Bericht Deutzer Kirmes als Anschlagsziel ausgespäht haben
Die Terrorverdächtigen rechnen sich laut dem Bericht zum „Islamischen Staat“ in der afghanischen Provinz Khorasan (ISPK) zu. Hierzu sollen laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auch die Verdächtigen der Anschlagsdrohung gegen den Kölner Dom einen Bezug haben. Demnach soll die Gruppe auf der Deutzer Kirmes zahlreiche Fahrgeschäfte getestet und die Umgebung fotografiert haben. Einer der Verdächtigen habe während der Fahrt in einem Karussell den Zeigefinger zu einer Geste gehoben haben, die häufig von Islamisten genutzt wird, heißt es in dem Bericht.
Terrorverdächtige festgenommen – sie sollen mögliche Anschlagsziele ausgekundschaftet haben
Die Bundesanwaltschaft und die niederländische Justiz hatten am 6. Juli 2023 insgesamt neun Terrorverdächtige festgenommen, sieben in Deutschland und zwei weitere in den Niederlanden. Der Generalbundesanwalt hatte damals bereits berichtet, dass davon auszugehen sei, dass mögliche Anschlagsziele in Deutschland ins Visier genommen und mögliche Tatorte ausgekundschaftet worden seien. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte in der Folge gesagt, er kenne keine Liste mit Anschlagszielen.
Jetzt seien die Ermittler überzeugt, dass die Verdächtigen die Deutzer Kirmes besucht hätten, um abzuklären, ob es sich um einen geeigneten Anschlagsort handele, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. Am Dienstagabend war das Bundeskriminalamt zunächst nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums sagte der dpa, er könne sich nicht zu Ermittlungsständen des BKA äußern. (mg, mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

