VonEva Burghardtschließen
Zur Halde Hoheward in Recklinghausen schlängelt sich eine besondere Brücke mit einem riesigen Drachenkopf. Der soll die Besucher anlocken.
Recklinghausen – 18 Meter ragt der Hals des Drachen in der Landschaft hervor. Der rote Kopf sieht aus, als würde er jeden Moment Feuer spucken. Diese Figur stammt nicht aus einem Märchenfilm oder aus dem Fernen Osten, sondern steht direkt am Eingang der Halde Hoheward, der größten Haldenlandschaft im Ruhrgebiet. Hals und Kopf des Drachen gehören zu einer Brücke, die zu einem besonderen Anlass gebaut wurde.
Brücke mit Drachenkopf liegt mitten in NRW
Die Drachenbrücke liegt an der Cranger Straße in Recklinghausen (NRW). Sie ist 165 Meter lang und führt in leicht schlangenartiger Form vom Stadtteilpark Hochlarmark in Recklinghausen zur Halde Hoheward. Wie die Architektenkammer von Nordrhein-Westfalen erklärt, soll die besondere Brücke „auf spielerische Weise das Interesse an den Einrichtungen auf der Halde wecken.“
Die Drachenbrücke in Recklinghausen
► Art: Fußgänger- und Radwegbrücke mit stilisiertem Drachenkopf
► Baujahr: 2008
► Architekt: Landschaftsarchitekturbüro Prof. Pridik + Freese
► Länge: 165 Meter
► Höhe des Drachenkopfes: 18 Meter
► Baumaterial: 198 Tonnen Stahl
► Strecke: Vom Recklinghäuser Stadtteilpark Hochlarmark zur Halde Hoheward
Quelle: Architektenkammer Nordrhein-Westfalen
Die Halde Hoheward ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Nicht zuletzt wegen des gigantischen Obelisken samt Sonnenuhr und des Horizontobservatoriums, die es dort zu besichtigen gibt. Im Jahr 2008 wurde die Haldenlandschaft, die nur wenige Kilometer von der brennenden Halde Rheinelbe entfernt liegt, großzügig umgestaltet. Dabei entstand auch die spektakuläre Drachenbrücke, die von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden kann.
Laut Architektenkammer NRW handelt es sich dabei um eine „expressive Bauplastik“, deren Figur an die sogenannten Drachenpunkte in der Astronomie angelehnt ist. Die beschreiben den exakten Stand von Mond, Erde und Sonne, den es braucht, damit es eine Sonnen- oder Mondfinsternis gibt.
Bei der Drachenbrücke sind 198 Tonnen Stahl verbaut
Im Ruhrgebiet gibt es einige auffällige Brücken. Da ist etwa eine leuchtende Brücke in Oberhausen, die sich „Slinky Spring to Fame nennt. In Gelsenkirchen fallen gleich mehrere Brücken, durch ihre besondere Bauweise auf. Zuletzt hat sich außerdem Recklinghausen von einer Brücke verabschiedet, die früher einmal eine wichtige Funktion hatte.
Bei der Drachenkopfbrücke in Recklinghausen handele es sich zunächst um eine „einfache Brückenkonstruktion“, berichtet die Architektenkammer. Die wird allerdings ergänzt durch „stark verlängerte Geländerrippen“, die so aussehen, als würden sie den Körper des Drachens andeuten.
Der hoch hinaus ragende Kopf erzeuge so das abstrakte Bild des Fabelwesens. Wer über die Brücke geht, blickt dem Drachen außerdem direkt ins Gesicht. Nach Informationen der Architektenkammer wurden für die feuerrote Konstruktion 198 Tonnen Stahl verbaut. Demnächst soll an der Halde Hoheward übrigens ein stillgelegter Tunnel für die Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. (ebu)
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