Herten

Alter Tunnel soll wieder geöffnet werden – und zu einem Ausflugsziel werden

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Ein alter Tunnel im Ruhrgebiet, seit 20 Jahren geschlossen, wird bald wiedereröffnet. Ein Stück vergessene Geschichte wird wieder zum Leben erweckt.

Herten – Mitten unter der Halde Hoheward in der größten Haldenlandschaft im Ruhrgebiet liegt ein alter Tunnel. Er ist mehr als einen halben Kilometer lang. Früher fuhr dort einmal die Zechenbahn. Doch seit mehr als 20 Jahren ist der Tunnel geschlossen. Was in seinem Inneren liegt, bleibt den Menschen verborgen. Doch das soll sich bald ändern, berichtet der Regionalverband Ruhr (RVR).

Unter der Halde Hoheward in Herten liegt ein verlassener Tunnel

In Recklinghausen bei Herten (NRW) galt zum Ende der 1980er Jahre: zuerst der Tunnel, dann die Halde. Durch den Tunnel, der zwischen 1988 und 1990 gebaut wurde, fuhr damals noch die Zechenbahn der Zeche Ewald. Die Fläche darüber, also die Halde, wurde erst später aufgeschüttet, berichtet der RVR.

Der alte Zechenbahn-Tunnel unter der Halde Hoheward soll für Besucher geöffnet werden.

Mit dem Ende des Jahres 2000 wurde das Steinkohlen-Bergwerk der Zeche Ewald stillgelegt. Damit fuhr dann auch die Zechenbahn nicht mehr durch den Tunnel. Im Ruhrgebiet gibt es einige stillgelegte Zechen. In einer davon lagern heute Fässer, in denen der sogenannte Ruhrpott-Whisky entsteht. In dem Tunnel unter der Halde Hoheward lagerte nach der Schließung wahrscheinlich gar nichts mehr.

Was ist eine Halde?

Unter Halde versteht man eine meist künstliche Anhäufung oder Aufschüttung von Material oberhalb der umgebenden Geländeoberfläche. Künstliche Halden entstehen zum Beispiel im Bergbau und werden je nach Art des Materials Bergehalde oder Abraumhalde genannt. Zahlreiche solcher Bergehalden des Steinkohlenbergbaus befinden sich im Aachener Revier, im Ruhrgebiet und im Saarland. 

Sein Eingang wurde mit einem Tor verschlossen. Unbekannte sprühten Graffiti an die Wände im Eingangsbereich. Mit den Jahren wuchsen Bäume und Gebüsche auf dem Gelände der Zeche. Für eine Weile sah es so aus, als würde der Tunnel unter der Halde Hoheward, die übrigens nur wenige Kilometer von der leuchtenden Halde Rheinelbe entfernt ist, für immer vergessen werden.

Verlassener Tunnel soll wieder für Menschen geöffnet werden

Doch mit dem Beginn der neuen Woche werden ab Montag (5. Februar) die Bäume und Sträucher am südlichen Eingang des Tunnels abgeholzt. Wie der RVR mitteilt, sind die Arbeiten notwendig, „um mit den Vorbereitungen für die Instandsetzung des Tunnels beginnen zu können.“ Denn in den nächsten Jahren soll der Tunnel für Fußgänger und Radfahrer zugänglich gemacht werden, so wie es etwa mit dem Schulenbergtunnel in Hattingen passiert ist.

Unter der Halde Hoheward liegt ein alter Tunnel.

Der Tunnel unter der Halde Hoheward soll den Radweg „Allee des Wandels“, der derzeit noch im Norden der Halde Hoheward endet, mit dem Outdoorsport-Gelände des Aktiv-Linear-Parks im Süden verbinden. Die Rodungen finden nach RVR-Informationen auf einer Länge von 750 Metern statt und sind mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Recklinghausen abgesprochen. Für die gerodeten Flächen sollen es aber eine „Ersatzpflanzung“ geben.

Das Ruhrgebiet wird sich in den nächsten Jahren deutlich verändern

Wann genau der Tunnel unter der Halde Hoheward öffnet, ist noch nicht bekannt. Vor der eigentlichen Instandsetzung muss das Gelände noch vermessen, das Bauwerk überprüft und das Areal nach Kampfmitteln durchsucht werden. „Der dann beleuchtete Tunnel soll spätestens zur Internationalen Gartenausstellung IGA Metropole Ruhr 2027 befahrbar sein“, schreibt der RVR auf Anfrage von wa.de.

Die IGA bringt einige Veränderungen für das Ruhrgebiet mit sich. So soll der Nordsternpark in Gelsenkirchen einmal komplett neu gestaltet werden. Auch der Emscherpark in Essen soll ein völlig neues Gesicht bekommen. Ob noch andere Tunnel für die IGA geöffnet werden, ist derzeit nicht bekannt. Im Ruhrgebiet gibt es einige stillgelegte Tunnel, die der Öffentlichkeit verschlossen bleiben. Einer davon liegt etwa in Gelsenkirchen. Zu einem besonderen Anlass werden dort aber einmal im Jahr die Lichter angeschaltet. (ebu)

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/imago

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