Eurofighter starten

Kampfjets der Luftwaffe über NRW: „Erhöhte Lärmbelästigung“ im Dezember

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Derzeit sind häufiger Eurofighter in NRW zu hören. (Archivbild)
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Mitte Dezember kann es teilweise lauter über NRW werden als sonst. Der Grund: Kampfjets. Eurofighter vom Flugplatz Nörvenich führen spezielle Flüge durch.

Nörvenich – Aktuell hört man in einigen Regionen von Nordrhein-Westfalen wieder das Geräusch von fliegenden Kampfjets. In einigen Städten kann man die Maschinen sogar durch die Luft fliegen sehen. Warum?

Fliegerhorst Nörvenich
BezeichnungFliegerhorst Nörvenich
Eröffnung1954
BetreiberLuftwaffe

Kampfjets der Luftwaffe: 30 Eurofighter und 25 Tornados in NRW stationiert

Immer wieder hört man zum Beispiel in Köln Kampfjets, die über die Stadt fliegen. Der Grund dafür ist die räumliche Nähe zum Fliegerhorst Nörvenich bei Düren. Von dort aus werden Übungsflüge durchgeführt. Daher fliegen die Kampfjets teilweise auch nachts über NRW. Auf dem Bundeswehrstützpunkt sind 30 der Eurofighter stationiert. Diese sind Teil des taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“. Bis 2026 sind zudem auch 25 Kampfbomber vom Typ Tornado in Nörvenich stationiert.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

Eurofighter in NRW: Vermessungsflüge sorgen für „erhöhte Lärmbelästigung“

  • Was? „Zeitweise erhöhte Lärmbelästigung“ in Teilen von NRW
  • Warum? Vermessungsflüge der Luftwaffe mit „abgewandeltem Anflugverfahren“
  • Wann? Im Zeitraum vom 19. bis zum 23. Dezember, nicht jedoch zwischen 12:30 Uhr und 14 Uhr
  • Wo? Vornehmlich im Bereich Kerpen-Süd und Türnich, aber in weiteren Regionen in NRW

Auch Mitte Dezember sind wieder vermehrt Kampfflugzeuge zu hören. Ursache sind wichtige, sogenannte Vermessungsflüge: „Hintergrund dieser Flüge ist die erforderliche Kalibrierung von einzelnen Komponenten der Navigationsanlage jedes einzelnen Eurofighters mit Referenz auf den Flugplatz Nörvenich“, wie die Bundeswehr erklärt. Deshalb seien auch keine anderen Orte für die Abflüge nutzbar.

Für Dezember wurden Flüge von Montag, dem 19. Dezember, bis zum Freitag, dem 23. Dezember angekündigt. Die Uhrzeiten der Flüge sind dabei variabel: Einzig während der Mittagspause – zwischen 12:30 Uhr und 14 Uhr – sind Flüge ausgeschlossen.

„Durch diese Anflüge mit erhöhter Geschwindigkeit wird es dann zu einer zeitweise höheren Lärmbelastung kommen“, so die Bundeswehr. Die Luftwaffe versucht dabei bestmöglich Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen: „Dabei wird wetterabhängig versucht, die Anflugkorridore möglichst variabel zu halten, um die auftretenden Belastungen so gut wie möglich zu verteilen“. Lärmbelästigungen soll auf 30 Minuten beschränkt werden – und vornehmlich Kerpen-Süd und Türnich betreffen.

Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“

Das Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ gehört zu den ältesten fliegenden Einsatzverbänden der Luftwaffe. Es ist eines von vier Eurofighter-Geschwadern in Deutschland. Die Geschichte reicht dabei bereits mehr als 60 Jahre zurück: Die Aufstellung erfolgte bereits am 20. Juni 1958. Seit dem 1. Juli 2015 ist es dem Luftwaffentruppenkommando in Köln-Wahn unterstellt. Benannt wurde die Einheit nach einem der bekanntesten Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, Oswald Boelcke.

Das am Fliegerhorst Nörvenich stationierte Geschwader besteht dabei aus insgesamt 907 Soldatinnen und Soldaten, die auf die Luft-Boden-Fähigkeit der Bundeswehr spezialisiert sind. Hinzu kommen 226 Zivilangestellte. Geführt wird die Einheit vom Kommodore Oberst Timo Heimbach. Die Flotte umfasst 30 Eurofighter. Zuvor wurde es bereits als erstes Geschwader in Deutschland mit dem Kampfflieger des Typs Tornado ausgestattet.

Das Geschwader im Westen Deutschlands entwickelt Verfahren und Ausbildungsgrundlagen für Piloten und Techniker. „Mit dem Kampfjet leistet der Verband seinen Beitrag zur Bündnis- und Landesverteidigung“, wie die Bundeswehr erklärt. Dazu gehöre das Sicherstellen der Luftfähigkeit und das Herstellen der Luft-Boden-Befähigung des Eurofighters für die Luftwaffe. Zudem ist das Geschwader in der Lage, zeitweise die Überwachung des deutschen Luftraums zu übernehmen.

Auch international ist die Einheit aktiv: Dem Geschwader 31 wohnt die Rolle als NATO Response Force inne, es kann also im Bedarfsfall kurzfristig weltweit eingesetzt werden. Auch an grundlegenden NATO- und UN-Missionen sind die Soldaten aus Nörvenich beteiligt.

Luftwaffe: Vermessungsflüge auch an anderen Eurofighter-Standorten

Diese Vermessungsflüge des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“ werden in unregelmäßigen Abständen durchgeführt. Dabei müssen, laut Bundeswehrangaben, alle stationierten Eurofighter diese Flüge durchführen. Nicht nur in NRW passiert das demnach. Auch an den anderen Eurofighter-Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Niedersachsen werden diese Vermessungsflüge absolviert.

Bundeswehr: Vier Eurofighter Standorte in Deutschland

  • Neuburg/Donau (Bayern): Eurofighter-Stützpunkt seit 2006 (Taktisches Luftwaffen­geschwader 74)
  • Laage (Mecklenburg-Vorpommern): Eurofighter-Stützpunkt seit 2004 (Taktisches Luftwaffengeschwader 73)
  • Nörvenich (NRW): Eurofighter-Stützpunkt seit 2009 (Taktisches Luftwaffengeschwader 31)
  • Wittmund (Niedersachsen): Eurofighter-Stützpunkt seit 2013 (Taktisches Luftwaffengeschwader 71)

Doch nicht alle Eurofighter-Flüge im Dezember waren angekündigte Vermessungsflüge. Zuletzt hatte eine Bombendrohung gegen einen zivilen Flug für einen Eurofighter-Einsatz der Alarmrotte gesorgt. Im Anschluss mussten die Kampfflieger am Flughafen Köln/Bonn landen. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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