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Neuer Pilgerweg auf Schalke: Fußballfans sollen zu Gott finden

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Fußball und Religion liegen eng beieinander. In Gelsenkirchen gibt es jetzt einen Pilgerweg für Fußball-Fans – mit einer ersten und zweiten Halbzeit.

Gelsenkirchen – Dass Fußballfans zu Gott beten, dürfte nicht so ungewöhnlich sein. Schaden kann es wahrscheinlich nicht, den Allmächtigen um einen Sieg, das Ausgleichstor oder den Klassenerhalt zu bitten. Fußball und Religion liegen oft nicht weit voneinander entfernt. In Gelsenkirchen (NRW) gibt es jetzt sogar einen neuen Pilgerweg für Fußballfans.

Gelsenkirchen: Pilgerweg ist extra für Fußballfans entwickelt worden

Entstanden ist der 14,7 Kilometer lange Weg mit Namen „Extratour 04“ im Religionsunterricht des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Gelsenkirchen-Buer, wie das Bistum Essen mitteilt. Demnach haben die Schülerinnen und Schüler die Route im Projektkurs „Pilgern“ gemeinsam mit der örtlichen Pfarrei St. Urbanus entwickelt. Der Weg sei besonders, weil er Fußball und Religiöses miteinander verbindet und somit sowohl für Fans als auch für Pilgernde interessant sei. „Außerdem wird auf dem Weg deutlich, wie nah sich Fußball und Religionen an vielen Stellen sind“, sagt Seelsorgerin Laura Meemann. Dabei teilt sich der Weg auch thematisch in eine erste und eine zweite Halbzeit.

Pilgerweg „Extratour 04“ in Gelsenkirchen

► Startpunkt: St. Joseph, Grillostraße 62, 45881 Gelsenkirchen

► Zielpunkt: St. Michael-Kirche, Sankt-Michael-Straße 4, 45896 Gelsenkirchen(-Hassel)

► Länge: 14,7 Kilometer

► Dauer: Dreieinhalb bis vier Stunden

► Neben dem Pilgerweg gibt es noch in Gelsenkirchen noch einige andere ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten.

Los geht es an Kirche St. Joseph, an der sogenannten „Schalker Meile“. Vor jedem Heimspiel des Schalke 04 öffnet die Kirche, um den Fans die Gelegenheit zu geben, eine Kerze anzuzünden oder den Schutzpatron der Jugend, den Heiligen Alosius, im Kirchenfenster anzuschauen. Denn auch der scheint dem Fußball nicht abgeneigt, schließlich ist er dort eigens mit Stutzen und blauweißen Fußball zu sehen. In Gelsenkirchen sind einige Kuriositäten versteckt. So scheint in der Innenstadt ein Stein zu schweben und an der Stadtgrenze zu Bochum gibt es eine brennende Halde.

„Zweite Halbzeit“ vom Pilgerweg führt raus in die Natur

Nach dem Besuch in der Kirche geht es auf dem Pilgerweg weiter Richtung Norden über die „Schalker Meile“ an der Kurt-Schumacher-Straße, die nachts sogar blau leuchtet. Auf dem Weg bis zur Glückauf-Kampfbahn, wo der FC Schalke 04 früher einmal gespielt hat, kommen die Pilger an diversen Nostalgie-Orten mit Schalke-Bezug vorbei. Darunter ist etwa der „Gehweg der Legenden“, angelehnt an den Walf of Fame in Hollywood, wo Personen zu sehen sind, die sich in besonderer Weise für den Fußballverein verdient gemacht haben. Weiter geht es in Richtung Friedhof Rosenhügel, wo Schalker Größen wie der Spieler Ernst Kuzorra begraben liegen.

In Gelsenkirchen gibt es jetzt einen Pilgerweg für Fußball-Fans. (Symbol)

Danach beginnt sozusagen die zweite Halbzeit des Pilgerwegs, die eher zur Besinnung einlädt. Denn nach der Stadt und den blau-weißen Geschichten geht es jetzt raus in die Natur. Am Berger See, im Garten von Schloss Berge und auf dem Friedhof in Gelsenkirchen-Buer ist es grün und ruhig. Die Natur soll zum Entspannen einladen, „und vielleicht hier und da zum Innehalten“, heißt es vom Bistum Essen. In Gelsenkirchen Hassel trifft die Extraroute 04 dann auf den Hauptpilgerweg 4 des Ruhrbistums, der Gelsenkirchen-Hassel mit dem Essener Dom verbindet. An der Kirche St. Michael in Hassel ist der offizielle Endpunkt für den Fußball-Pilgerweg. Die genaue Route können sich Interessierte auf der Seite des Bistums Essen herunterladen. (ebu)

Rubriklistenbild: © Norbert Schmidt/imago

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