Eurofighter und Tornados

Anwohner hörten abends Kampfjets in Köln: Warum Eurofighter unterwegs waren

+
Immer wieder sind Kampfjets über Köln zu hören und sehen. (Symbolbild)
  • schließen

Am 13. März flogen zahlreiche Kampfflugzeuge tief über Köln. Vom Boden konnte man die Kampfjets am Abend hören – und teilweise sogar sehen.

Köln – War das etwa ein Kampfjet, der gerade über das Haus geflogen ist? Das haben sich am Montagabend (13. März) sicherlich einige Kölner und Kölnerinnen gefragt. Unter anderem gegen 20:52 Uhr und 21:18 Uhr waren die Kampfjets zu hören – und das stellenweise relativ laut, wie Anwohner im Kölner Süden beschreiben. Kein Einzelfall, denn immer wieder fliegen Eurofighter und Co. über Köln und das auch in den Abendstunden. Warum sind die Kampfjets am Montagabend über Köln geflogen?

Kampfjets über Köln: Eurofighter und Tornados im Ausbildungsflugbetrieb

Zwölf Flieger waren am Montagabend über Köln unterwegs, sagt ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr auf 24RHEIN-Anfrage. Die Flughöhen der Kampfjets der Bundeswehr „im Stadtbereich betrugen zwischen 3.000 Fuß (ca. 945 Meter) und 3.400 Fuß (ca. 1.035 m) über Grund“, sagt der Sprecher. Der Grund für die Flüge: „Die Einsätze erfolgten im Rahmen des täglichen Routineausbildungsflugbetriebs“. Ein deutlich ungewöhnlicheren Einsatz hatten zwei Eurofighter, die einen Regierungsflieger bis nach Köln eskortieren mussten. Dahinter stecke ein besonderer Flug, der für „atemberaubende Bilder“ sorgte.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr
Fliegerhorst Nörvenich
Bezeichnung Fliegerhorst Nörvenich
Adresse/StandortFliegerhorst, 52388 Nörvenich
Eröffnung1954
BetreiberLuftwaffe (Bundeswehr)
Beschäftigte907 Soldatinnen und Soldaten, 226 Zivilangestellte
ICAO-CodeETNN

Nähe zum Fliegerhorst Nörvenich sorgt für Lärm in Köln

Dass Kampfjets der Luftwaffe über Köln zu hören sind, ist keine Seltenheit: Immer wieder hört man in Köln die Fluggeräusche von Kampfjets. Häufig aufgrund von Vermessungsflügen der Luftwaffe – wie zuletzt im Dezember. Das liegt an der räumlichen Nähe zum Fliegerhorst Nörvenich bei Düren.

Die Flüge vom Montagabend sind dagegen auf Landeanflüge auf den Luftwaffenflugplatz Nörvenich zurückzuführen, wie der Bundeswehrsprecher erläutert. Dabei waren sowohl Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter als auch Flieger des Typs Tornado beteiligt.

Insgesamt sind 30 Eurofighter-Kampfjets am Standort in NRW stationiert. Die Flieger sind Teil des taktischen Luftwaffengeschwaders 31 ‚Boelcke‘ – eins von vier Eurofighter-Geschwadern der Luftwaffe. Die anderen Eurofighter-Standorte liegen in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Niedersachsen.

Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“

Das Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ gehört zu den ältesten fliegenden Einsatzverbänden der Luftwaffe. Es ist eines von vier Eurofighter-Geschwadern in Deutschland. Die Geschichte reicht dabei bereits mehr als 60 Jahre zurück: Die Aufstellung erfolgte bereits am 20. Juni 1958. Seit dem 1. Juli 2015 ist es dem Luftwaffentruppenkommando in Köln-Wahn unterstellt. Benannt wurde die Einheit nach einem der bekanntesten Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, Oswald Boelcke.

Das am Fliegerhorst Nörvenich stationierte Geschwader besteht dabei aus insgesamt 907 Soldatinnen und Soldaten, die auf die Luft-Boden-Fähigkeit der Bundeswehr spezialisiert sind. Hinzu kommen 226 Zivilangestellte. Geführt wird die Einheit vom Kommodore Oberst Timo Heimbach. Die Flotte umfasst 30 Eurofighter.

Fliegerhorst Nörvenich ist einer von vier Eurofighter-Standorten der Luftwaffe

Bis 2026 sind übergangsweise zudem 25 Kampfbomber vom Typ Tornado in Nörvenich stationiert. Diese wurden vom Fliegerhorst im Rheinland-Pfälzischen Büchel nach NRW verlegt – trotz Widerstand aus der Bevölkerung. Der Standort in NRW ist einer von nur zwölf aktiven Fliegerhorsten der Luftwaffe. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Kommentare