Aus Niederlande und Belgien

Warum erneut ausländische Kampfjets über NRW gesichtet wurden

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Ende November und Anfang Dezember sind immer wieder ausländische Kampfjets über NRW geflogen. Die F-16 kamen aus Belgien und den Niederlanden. Doch wieso?

Kleve – Im Lauftraum über Nordrhein-Westfalen ist einiges los dieser Tage. Nicht nur die Bundeswehr startet regelmäßig Kampfjet-Flüge über NRW, sondern auch ausländische Flieger waren zuletzt häufiger zu sehen und hören. Nachdem am 24. November ein belgischer F-16 im Kreis Wesel unterwegs war, flogen nun gleich mehrere ausländische Kampfflugzeuge über die Region.

Belgischer Kampfjet machte wohl ungeplanten Schlenker über NRW

In letzter Zeit flogen immer wieder ausländische F-16-Kampfjets über NRW.

Da die Bundeswehr nur Eurofighter- und Tornado-Jets besitzt, sind F-16 im deutschen Luftraum eher selten zu sehen – eigentlich. Denn am Mittwoch (30. November) gab es erneut einen Flug eines belgischen Kampfflugzeugs des Typs „Fighting Falcon“. „Die Auswertung der Radardaten vom 30.11.2022 zeigt mehrere Kampfflugzeuge verbündeter Streitkräfte, welche Übungsflugbetrieb im niederländischen Luftraum durchgeführt haben. Dabei flog ein Kampfflugzeug um 15:05 Uhr Ortszeit kurzzeitig westlich von Kleve in den deutschen Luftraum ein“, teil das Luftfahrtamt der Bundeswehr gegenüber 24RHEIN mit.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

Laut einer Sprecherin sei der Flugbetrieb eigentlich nur auf niederländischer Seite und im dortigen Luftraum geplant gewesen. Jedoch habe eine belgische F-16 „einen kurzen Schlenker in den deutschen Luftraum“ gemacht. Im Gegensatz zu dem Kampfjet über dem Kreis Wesel, war dieser aber circa 2725 Meter über dem Meeresspiegel unterwegs, und war damit nicht ganz so gut zu hören.

Doch was der genaue Grund für den Ausflug der F-16 war, ist unklar. „Nähere Informationen hierzu liegen uns nicht vor“, erklärt das Luftfahrtamt der Bundeswehr. Ungewöhnlich sei das aber nicht, da für verbündete NATO-Nationen „eine Dauerfluggenehmigung“ bestehe.

F-16 „Fighting Falcon“ – Fakten im Überblick

► Anzahl: über 4500

► Hersteller: General Dynamics (bis 1993), Lockheed Martin (seit 1993)

► Entwurfs-/Produktionsland: Vereinigte Staaten (USA)

► Erstflug: 2. Februar 1974

►Typ: einstrahliges Mehrzweckkampfflugzeug

► Technische Daten: 14,80 Meter lang und 4,8 Meter hoch, maximales Startgewicht von 16,875 Tonnen, maximale Geschwindigkeit von 2414 km/h, Flughöhe bis 15.000 Meter

Nach Nörvenich und Geilenkirchen: Auch niederländische F-16 Kampfjets flogen durch NRW

Im Zuge der Übungen in den Niederlanden sind in den vergangenen Tagen auch niederländische Kampfjets in NRW unterwegs gewesen. „Gestern [1. Dezember] führten zwei niederländische F-16 vom Militärflugplatz Volkel eine Trainingsmission durch [...]. Während dieses Einsatzes führten sie auch einige Landeübungen in Nörvenich und Geilenkirchen durch“, teilte die niederländische Luftwaffe auf 24RHEIN-Anfrage mit.

Sowohl der Fliegerhorst Nörvenich als auch die NATO Airbase Geilenkirchen können laut Sprecher auch von niederländischen Kampfjets als Ausweichflugplätze genutzt werden. Unter anderem, wenn sie „aufgrund schlechter Wetterbedingungen nicht zu Hause landen können“.

Eurofighter oder Tornado: Kampfjets fliegen immer wieder über NRW – sogar nachts

In NRW sind immer wieder Eurofighter- und Tornado-Flieger zu sehen und hören. Das liegt vor allem daran, dass sich mit dem Fliegerhorst Nörvenich einer der wichtigsten Luftwaffen-Standorte im Kreis Düren befindet. Aufgrund der Nähe fliegen die Kampfjets besonders häufig über dem Großraum Köln. Mit der Verlegung von dutzenden Tornado-Jets im Sommer 2022 haben die Flüge sogar etwas zugenommen.

Zuletzt hat es sogar immer wieder Kampfjet-Nachtflüge über Köln gegeben. Ansonsten finden derzeit vor allem gewöhnliche Übungs- und Vermessungs-Flüge von Kampfjets über NRW statt. (os) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Harald Tittel/dpa

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