Am 21. Februar 2025

KVB-Streik am 21. Februar: Welche Alternativen Pendler nutzen können

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Am Freitag, 21. Februar, wird die KVB in Köln bestreikt. Busse und Straßenbahnen fallen flächenmäßig aus. Wie kommen Pendlerinnen und Pendler trotzdem nach Köln?

Köln – Für Freitag, 21. Februar 2025, hat die Gewerkschaft Verdi in sechs Bundesländern zum Warnstreik aufgerufen – darunter auch in NRW. 35.000 Beschäftigte in mehr als 30 Unternehmen könnten sich an dem Streik beteiligen. Davon betroffen sind viele größere Städte in NRW, darunter Köln, Bonn, Essen und Dortmund. Damit streikt auch die KVB in Köln.

Ab Freitag, 3 Uhr, fahren, laut KVB, keine Stadtbahnen mehr. „Im Busverkehr selbst finden nur vereinzelte Fahrten durch Subunternehmen statt“, heißt es auf der Website der KVB. Der Streik soll bis Betriebsbeginn am Samstag, 22. Februar, andauern.

Streik am 21. Februar in Köln – Pendler können auf Regionalzüge ausweichen

Wer am Freitag mit der KVB unterwegs sein möchte, muss auf Alternativen ausweichen (Symbolfoto).

Pendlerinnen und Pendler, die am Freitag in und nach Köln unterwegs sein wollen, müssen auch dieses Mal in den meisten Fällen auf Alternativen zur KVB ausweichen. Auch die Straßenbahnlinien 16 und 18, die gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben SWB in Bonn betrieben werden, fallen aus.

Die Züge der Deutschen Bahn, der Mittelrheinbahn und anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen sind jedoch nicht von dem Streik betroffen. KVB-Kunden, die im Kölner Umland oder beispielsweise in Bonn, Wesseling oder Brühl wohnen, können daher auf S-Bahnen, Regionalbahnen (RB) und Regionalexpressbahnen (RE) ausweichen.

Diese Alternativen gibt es für Pendlerinnen und Pendler zwischen Köln und Bonn:

  • Die RB26 Mittelrhein-Bahn verbindet den Köln und Mainz. Eine gute Alternative für Menschen, die ansonsten mit der KVB-Linien 16 und 18 zwischen Dom- und Bundesstadt unterwegs sind. Die RB26 startet am Flughafen Köln/Bonn und fährt über Köln Messe/Deutz, Köln Hauptbahnhof, Köln West und Köln-Süd nach Bonn: Gehalten wird auch in Hürth-Kalscheuren, Brühl, Bornheim-Sechtem, Roisdorf, Bonn Hauptbahnhof, Bonn UN-Campus und Bonn-Bad Godesberg.
  • Der RE5 RXX Rhein-Express verbindet ebenfalls Köln und Bonn: Von Köln-Mülheim geht es über Köln Messe/Deutz, Hauptbahnhof, Köln Süd, Brühl, Bonn Hbf, Onn UN-Campus bis nach Bonn-Bad Godesberg.

Wichtig zu wissen: Die Tickets der KVB gelten innerhalb der räumlichen Geltungsbereiche des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) auch in diesen Verkehrsmitteln, sodass Pendler ohne zusätzliche Kosten auf diese Alternativen zurückgreifen können. Wer aus einem anderen Geltungstarif nach Köln pendelt und dazu ohnehin die Regional- und S-Bahnen nutzt, kann dies am Freitag auch weiterhin tun. Ab Köln kann man dann die S-Bahnen nutzen.

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So kommen Pendlerinnen und Pendler von Leverkusen nach Köln:

  • Die S6 (Ratingen Ost - Köln-Worringen) verbindet Leverkusen mit Köln. Von Leverkusen geht es über Leverkusen Chempark, Köln-Stammheim, Köln Mülheim, Köln-Buchforst und Köln Messe/Deutz nach Köln Hbf. Die weiteren Haltestellen sind: Köln Hansaring, Köln-Nippes, Köln Geldernstr./Parkgürtel, Köln-Longerich, Köln Volkhovener Weg, Köln-Chorweiler, Köln Chorweiler-Nord, Köln-Blumenberg und Köln-Worringen.
  • Der RE1 Rhein-Ruhr-Express verbindet Hamm (Westfalen) mit Aachen: Ab Leverkusen Mitte fährt der RE1 über Köln-Mülheim und Köln Messe/Deutz nach Köln Hbf. Danach hält er noch in Köln-Ehrenfeld.
  • Der RE5 Rhein-Express ist auch für Pendler von Leverkusen nach Köln eine gute Option. Auf dem Weg von Leverkusen Mitte nach Köln Hbf macht sie in Köln-Mülheim und Köln Messe/Deutz Halt. Danach hält er noch in Köln-Süd.

So kommen Pendlerinnen und Pendler von Düsseldorf nach Köln:

  • Der RE1 Rhein-Express (Hamm - Aachen) bringt Pendlerinnen und Pendler vom Düsseldorfer Flughafen über Düsseldorf-Benrath, Leverkusen Mitte, Köln-Mülheim, Köln Messe/Deutz nach Köln Hbf. Außerdem hält er noch in Köln Ehrenfeld.
  • Der RE5 Rhein-Express (Friedrichsfeld - Remagen) kann ebenfalls ab Düsseldorf-Flughafen genutzt werden. Er hält am Düsseldorfer Hbf, in Düsseldorf-Benrath, in Leverkusen Mitte, in Köln Mülheim, Köln Messe/Deutz, Köln Hbf und Köln Süd.

Laut Angaben der Stadt Köln wohnte 2023 die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Köln außerhalb der Stadt. Rund 308.000 Menschen pendelten demnach berufsbedingt von außerhalb nach Köln. Die meisten kamen dabei aus dem Rhein-Erft-Kreis (65.500), dem Rhein-Sieg-Kreis (36.800) und dem Rheinisch-Bergischer-Kreis (29.600). 2023 pendelten rund 12.600 Menschen aus Bonn nach Köln, 14.200 aus Leverkusen, 12.400 aus dem Rhein-Neuss-Kreis und 8.900 aus Düsseldorf.

Streik am Freitag – Keine KVB-Mobilitätsgarantie

Die Mobilitätsgarantie gilt beim KVB-Streik im Übrigen an einem Streiktag nicht. Das heißt, wenn ein Zug oder ein Bus mehr als 20 Minuten verspätet oder ausfällt, kann man keine alternativen Verkehrsmittel nutzen und sich die Kosten dann erstatten lassen.

Überraschender Platz 1: Das waren die längsten Streiks in Deutschland

KVB-Bahnen stehen still, dazwischen ein Banner mit „Wir sind es wert“
Ende Februar bis Anfang März 2024 sorgte eine große Streikwelle im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) über sechs Tage deutschlandweit für viele Ausfälle. Damit war der Verdi-Arbeitskampf insgesamt einer der längeren in der Branche. © Christoph Hardt/Imago
Ein leerer Hauptbahnhof München durch den GDL-Bahnstreik am 5. Mai 2015.
Durch den vorzeitigen Abbruch im Januar 2024 bleibt der GDL-Arbeitskampf vom Mai 2015 der längste Streik bei der Deutschen Bahn. Über fünf Tage lang war der Verkehr der Deutschen Bahn größtenteils lahmgelegt. Genauer gesagt fuhren im Personenverkehr 127 Stunden lang und im Güterverkehr sogar 138 Stunden lang kaum noch Züge. © Michael Westermann/Imago
Streikende anlässlich eines Protestes der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr. (21.05.1992)
Ende April bis Anfang Mai 1992 fanden sowohl im ÖPNV als auch bei der damals noch Deutschen Bundesbahn die bisher längsten Arbeitskämpfe auf der Schiene statt. Zwölf Tage am Stück gab es deutschlandweit massive Ausfälle bei allen Bussen, Straßenbahnen und anderen Zügen. Ausgangspunkt waren die damaligen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, denen sich auch die Bahngewerkschaften angeschlossen hatten. Der unbefristete Streik endet mit 5,4 Prozent höherem Einkommen für alle sowie mehr Urlaubsgeld. Im Vergleich zu manch anderer Branche war das aber eigentlich ein eher kürzerer Streik, wie schon das nächste Beispiel zeigt. © bonn-sequenz/Imago
Ärzte aus ganz Deutschland demonstrieren in Leipzig für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen
Am 1. März 2006 legten Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern in ganz Deutschland ihre Arbeit nieder. Über 13 Wochen kämpften sie für einen eigenständigen Tarifvertrag zu Gehältern, Arbeitszeit und Arbeitszeitbedingungen. Nach 107 Tagen Streik einigte man sich am 16. Juni 2006 auf den ersten Ärztetarifvertrag überhaupt. © momentphoto/Bonss/Imago
Teilnehmer einer Demonstration des öffentlichen Dienstes in München
Parallel zur Ärzteschaft gab es 2006 auch einen langen Streik im öffentliche Dienst der Länder. Dabei ging es um ein neues Tarifrecht und vor allem die Verhinderung längerer Wochenarbeitszeiten. Erst nach 113 Tagen, also rund 16 Wochen, konnten sich Gewerkschaft und Bundesländer einigen. © Lindenthaler/Imago
Streikende bei einer Demo der IG Metall.
Einer der wegweisendensten Streiks in der Metallindustrie begann im Oktober 1956 in Schleswig-Holsten. Beim 114-tägigen (rund 16 Wochen) Arbeitskampf setzte die IG Metall die Fünftagewoche und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch für Arbeiter durch. © IG Metall
Streik der IG Druck und Papier vor der Bundesdruckerei
1994 gingen die Beschäftigten der Druckindustrie in einen langen Streik. Nach 117 Tagen, also fast 17 Wochen, Arbeitskampf erzielte die Verdi-Vorläufergewerkschaft IG Druck zwei Prozent höhere Löhne. Etwa zehn Jahre zuvor hatten die Drucker bereits 87 Tage vergeblich für die 35-Stunden-Woche gestreikt. (Symbolbild)  © Sven Simon/Imago
Streikende stehen mit einem Transparent mit der Aufschrift „Wir machen Wind bei Vestas! Tarifverträge Jetzt!“ auf dem Kapstadtring in der City Nord.
Ganze 123 Tage, also über 17 Wochen, dauerte der Tarifstreit der IG Metall mit der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenbauers Vestas. Obwohl nur wenige Beschäftigte an dem Arbeitskampf im Jahr 2023 beteiligt waren, war er dennoch erfolgreich. Es gab 5,4 Prozent mehr Lohn, eine Inflationsausgleichsprämie von 2750 Euro und Altersteilzeit. © Georg Wendt/dpa
DGB-Chef Sommer unterstützt Streikende von Gate Gourmet am Flughafen Düsseldorf (01.12.2005).
Rund 80 Beschäftigte legten von Ende 2005 bis 2006 beim Airline-Caterer „Gate Gourmet“ ihre Arbeit nieder. Insgesamt dauerte der Streik 26 Wochen, also rund sechs Monate. Unterstützung gab es unter anderem vom damaligen Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer (mittig). (Archivbild) © Felix Heyder/dpa
Sprengung in einem Granitsteinbruch in Hauzenberg.
301 Tage dauerte der längste Branchenstreik in Deutschland. 1991 und 1992 traten etwa 260 Arbeiter der Granitindustrie im Bayerischen Wald in den fast einjährigen Ausstand. Der regionale Konflikt um die Bewertung von Akkordlöhnen erhielt bundesweit aber kaum Aufmerksamkeit. (Symbolbild) © imagebroker/Bahnmüller
Streik und Fabrikbesetzung bei Seibel 1975 DEU, Deutschland, Erwitte
Der längste Arbeitskampf in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen fand 1975 bis 1976 in Erwitte statt. Wegen drohender Kündigungen traten rund 150 Beschäftigte des Zementwerks Seibel & Söhne im März 1975 in einen Ausstand. Da dieser nicht von der Gewerkschaft getragen wurde, handelte es sich um einen „wilden Streik“, der letztlich 449 Tage andauerte. Der Fabrikant verweigerte die damals für Juni 1976 vereinbarte Wiederaufnahme der Arbeit. Weshalb die Produktion anschließend vor allem mit neuen Arbeitern weiterging. © Klaus Rose/Imago
Streikende Pflegekräfte vor der Asklepios-Klinik in Seesen.
Der wohl längste Streik in der deutschen Geschichte fand von 2019 bis 2020 an der Asklepios-Klinik in Seesen (Niedersachsen) statt. Über 66 Wochen, also rund 15 Monate, kämpften Pflegekräfte und Therapeuten für einen Tarifvertrag. Einen Haken hat der Rekord dann doch: Wegen der angespannten Corona-Lage wurde der Streik über Monate ausgesetzt. Letztlich ging er aber erst Ende 2020 richtig zu Ende. © Ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen

Für die KVB ist es bereits der zweite Streik seit Anfang Februar. Auch die Rheinbahn in Düsseldorf streikt am Freitag, ebenso wie die Ruhrbahn im Ruhrgebiet. In beiden Regionen sind tagtäglich besonders viele Pendlerinnen und Pendler unterwegs und somit von dem Streik betroffen. (mira)

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

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