Uentrop und Stockum im Blick

RWE-Plan für Gaskraftwerke: Standort Hamm im Fokus

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RWE zeigt verstärktes Interesse an Hamm als Standort für zukunftsfähige Gaskraftwerke. Die Stadt und der Konzern befinden sich in engem Austausch.

Hamm – Die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG (RWE) zeigt steigendes Interesse am Standort Hamm. Am ehemaligen Kraftwerk „Westfalen“ in Uentrop und am Gersteinwerk in Stockum prüft der Essener Konzern den Bau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken. Die Stadt steht dem positiv gegenüber.

RWE hat nach eigenen Angaben mehrere Standorte in in Süd- und Westdeutschland im Blick. Für Nordrhein-Westfalen nannte das Unternehmen neben Uentrop und Stockum auch Voerde am Niederrhein. Der Konzern erwäge, bis 2030 Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 3 Gigawatt zu bauen, sagte Sprecher Nikolaus Valerius der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Das entspreche mehreren großen Anlagen; die Planungen seien weit fortgeschritten.

Im Hammer Rathaus hört man das gerne. Man befinde sich in engem Austausch mit RWE zur Nachnutzung beider Standorte, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. Angesichtes der Lage im Netz seien sowohl Uentrop als auch Stockum prädestiniert, eine wichtige Funktion in der zukünftigen Energielandschaft zu spielen. Dies sei ganz im Sinne der Städte Hamm und Werne.

Keine Konkurrenzsituation zu Trianel-Plänen

RWE hatte bereits zuvor angekündigt, in Uentrop einen Großbatteriespeichers zu bauen und die Altanlagen am Gersteinwerk abzubauen. In Uentrop will zudem die Trianel-Gruppe ihr Gaskraftwerk um einen wasserstofffähigen dritten Block erweitern. Außerdem soll hier im Rahmen einer Wasserstoffallianz eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff (Elektrolyseur) entstehen.

RWE käme da mit seinen erweiterten Plänen ganz recht, meint man im Hammer Rathaus. Eine Konkurrenzsituation zu den Trianel-Plänen sieht man nicht. Die Lage im Netz lasse mehrere solcher Kraftwerke in der Region zu, sagte Herberg. In der Branche gibt es allerdings auch Stimmen, die den RWE-Konzern als Konkurrenz für den Stadtwerke-Verbund Trianel sehen.

Das liegt an unklaren Vorgaben aus Berlin: Die wassserstofffähigen Gaskraftwerke dienen als Reserve für Wind- und Sonnenenergie. Bei der Vergabe könnten finanzstarke Konzerne die Konkurrenz ausstechen. Wann und wie ausgeschrieben wird, steht nach wie vor aber nicht fest. Eine Investitionsentscheidung haben deshalb bisher weder RWE noch Trianel getroffen.

Rubriklistenbild: © Hans Blossey

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