Was bereits bekannt ist

Erneuter ÖPNV-Streik in Solingen, Wuppertal und Remscheid am Mittwoch

+
Die Wuppertaler Schwebebahn könnte am 5. und 6. März wegen eines Streiks wieder stillstehen (Archivbild).
  • schließen

Und wieder Streik im ÖPNV: Seit Dienstagmorgen (5. März) stehen die Busse und Bahnen still. Auch Wuppertal, Solingen und Remscheid sind betroffen.

Wuppertal – Schwere Zeiten für Pendler in NRW: Nachdem bereits am 29. Februar und am 1. März in weiten Teilen des Landes der ÖPNV bestreikt wurde, folgt der nächste Streik schon in dieser Woche. Am 5. und 6. März (Dienstag und Mittwoch) sollen Busse und Bahnen wieder stillstehen. Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zum Streik auf – und auch dieses Mal sind Wuppertal, Solingen und Remscheid betroffen. 48 Stunden lang droht dort erneut der totale Stillstand im ÖPNV.

  • Was? Der ÖPNV in NRW und auch in Wuppertal, Remscheid und Solingen wird bestreikt.
  • Wann? Am Dienstag, 5. März (ab 3 Uhr) und Mittwoch, 6. März
  • Auswirkungen? Die Busse in der Region fallen voraussichtlich aus. Auch die Schwebebahn in Wuppertal dürfte nicht fahren.

Welche Auswirkungen hat der ÖPNV-Streik auf Wuppertal, Solingen und Remscheid

Verdi ruft auch im Bergischen Städtedreieck zum Streik auf. Entsprechend sind die WSW mobil GmbH in Wuppertal, die Stadtwerke Solingen GmbH sowie die Stadtwerke Remscheid GmbH direkt betroffen.

Die Stadtwerke Solingen haben bereits mitgeteilt, dass voraussichtlich „keine Busse verkehren“ werden. Auch in Remscheid droht der Totalausfall. „Und auch diese Woche werden wir bestreikt. Am Dienstag und Mittwoch sind wir nicht für Euch unterwegs“, heißt es in einem Facebook-Post der Stadtwerke Remscheid GmbH. Die WSW mobil in Wuppertal hat sich bis Montagmorgen (4. März) noch nicht zu konkreten Auswirkungen geäußert. Es spricht aber vieles dafür, dass die Auswirkungen die gleichen sein werden, wie schon am 29. Februar und 1. März. Da fielen in Wuppertal die Busse aus. Zusätzlich war auch die Schwebebahn nicht in Betrieb und durch den Streik lahmgelegt.

ÖPNV-Streik trifft erneut weite Teile von NRW

Wuppertal, Solingen und Remscheid sind aber bei Weitem nicht die einzigen NRW-Städte, die am Dienstag und Mittwoch erneut bestreikt werden. Auch weite Teile des Ruhrgebiets sind betroffen. Bei der DSW21 in Dortmund drohen durch den Streik ebenfalls massive Ausfälle. Und im Rheinland werden unter anderem die KVB in Köln und die Rheinbahn in Düsseldorf bestreikt, berichtet 24RHEIN. Auch in Bielefeld hat der Streik im Nahverkehr Auswirkungen. In Münster gibt es aufgrund des Streiks Auswirkungen im Busverkehr.

Überraschender Platz 1: Das waren die längsten Streiks in Deutschland

KVB-Bahnen stehen still, dazwischen ein Banner mit „Wir sind es wert“
Ende Februar bis Anfang März 2024 sorgte eine große Streikwelle im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) über sechs Tage deutschlandweit für viele Ausfälle. Damit war der Verdi-Arbeitskampf insgesamt einer der längeren in der Branche. © Christoph Hardt/Imago
Ein leerer Hauptbahnhof München durch den GDL-Bahnstreik am 5. Mai 2015.
Durch den vorzeitigen Abbruch im Januar 2024 bleibt der GDL-Arbeitskampf vom Mai 2015 der längste Streik bei der Deutschen Bahn. Über fünf Tage lang war der Verkehr der Deutschen Bahn größtenteils lahmgelegt. Genauer gesagt fuhren im Personenverkehr 127 Stunden lang und im Güterverkehr sogar 138 Stunden lang kaum noch Züge. © Michael Westermann/Imago
Streikende anlässlich eines Protestes der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr. (21.05.1992)
Ende April bis Anfang Mai 1992 fanden sowohl im ÖPNV als auch bei der damals noch Deutschen Bundesbahn die bisher längsten Arbeitskämpfe auf der Schiene statt. Zwölf Tage am Stück gab es deutschlandweit massive Ausfälle bei allen Bussen, Straßenbahnen und anderen Zügen. Ausgangspunkt waren die damaligen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, denen sich auch die Bahngewerkschaften angeschlossen hatten. Der unbefristete Streik endet mit 5,4 Prozent höherem Einkommen für alle sowie mehr Urlaubsgeld. Im Vergleich zu manch anderer Branche war das aber eigentlich ein eher kürzerer Streik, wie schon das nächste Beispiel zeigt. © bonn-sequenz/Imago
Ärzte aus ganz Deutschland demonstrieren in Leipzig für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen
Am 1. März 2006 legten Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern in ganz Deutschland ihre Arbeit nieder. Über 13 Wochen kämpften sie für einen eigenständigen Tarifvertrag zu Gehältern, Arbeitszeit und Arbeitszeitbedingungen. Nach 107 Tagen Streik einigte man sich am 16. Juni 2006 auf den ersten Ärztetarifvertrag überhaupt. © momentphoto/Bonss/Imago
Teilnehmer einer Demonstration des öffentlichen Dienstes in München
Parallel zur Ärzteschaft gab es 2006 auch einen langen Streik im öffentliche Dienst der Länder. Dabei ging es um ein neues Tarifrecht und vor allem die Verhinderung längerer Wochenarbeitszeiten. Erst nach 113 Tagen, also rund 16 Wochen, konnten sich Gewerkschaft und Bundesländer einigen. © Lindenthaler/Imago
Streikende bei einer Demo der IG Metall.
Einer der wegweisendensten Streiks in der Metallindustrie begann im Oktober 1956 in Schleswig-Holsten. Beim 114-tägigen (rund 16 Wochen) Arbeitskampf setzte die IG Metall die Fünftagewoche und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch für Arbeiter durch. © IG Metall
Streik der IG Druck und Papier vor der Bundesdruckerei
1994 gingen die Beschäftigten der Druckindustrie in einen langen Streik. Nach 117 Tagen, also fast 17 Wochen, Arbeitskampf erzielte die Verdi-Vorläufergewerkschaft IG Druck zwei Prozent höhere Löhne. Etwa zehn Jahre zuvor hatten die Drucker bereits 87 Tage vergeblich für die 35-Stunden-Woche gestreikt. (Symbolbild)  © Sven Simon/Imago
Streikende stehen mit einem Transparent mit der Aufschrift „Wir machen Wind bei Vestas! Tarifverträge Jetzt!“ auf dem Kapstadtring in der City Nord.
Ganze 123 Tage, also über 17 Wochen, dauerte der Tarifstreit der IG Metall mit der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenbauers Vestas. Obwohl nur wenige Beschäftigte an dem Arbeitskampf im Jahr 2023 beteiligt waren, war er dennoch erfolgreich. Es gab 5,4 Prozent mehr Lohn, eine Inflationsausgleichsprämie von 2750 Euro und Altersteilzeit. © Georg Wendt/dpa
DGB-Chef Sommer unterstützt Streikende von Gate Gourmet am Flughafen Düsseldorf (01.12.2005).
Rund 80 Beschäftigte legten von Ende 2005 bis 2006 beim Airline-Caterer „Gate Gourmet“ ihre Arbeit nieder. Insgesamt dauerte der Streik 26 Wochen, also rund sechs Monate. Unterstützung gab es unter anderem vom damaligen Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer (mittig). (Archivbild) © Felix Heyder/dpa
Sprengung in einem Granitsteinbruch in Hauzenberg.
301 Tage dauerte der längste Branchenstreik in Deutschland. 1991 und 1992 traten etwa 260 Arbeiter der Granitindustrie im Bayerischen Wald in den fast einjährigen Ausstand. Der regionale Konflikt um die Bewertung von Akkordlöhnen erhielt bundesweit aber kaum Aufmerksamkeit. (Symbolbild) © imagebroker/Bahnmüller
Streik und Fabrikbesetzung bei Seibel 1975 DEU, Deutschland, Erwitte
Der längste Arbeitskampf in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen fand 1975 bis 1976 in Erwitte statt. Wegen drohender Kündigungen traten rund 150 Beschäftigte des Zementwerks Seibel & Söhne im März 1975 in einen Ausstand. Da dieser nicht von der Gewerkschaft getragen wurde, handelte es sich um einen „wilden Streik“, der letztlich 449 Tage andauerte. Der Fabrikant verweigerte die damals für Juni 1976 vereinbarte Wiederaufnahme der Arbeit. Weshalb die Produktion anschließend vor allem mit neuen Arbeitern weiterging. © Klaus Rose/Imago
Streikende Pflegekräfte vor der Asklepios-Klinik in Seesen.
Der wohl längste Streik in der deutschen Geschichte fand von 2019 bis 2020 an der Asklepios-Klinik in Seesen (Niedersachsen) statt. Über 66 Wochen, also rund 15 Monate, kämpften Pflegekräfte und Therapeuten für einen Tarifvertrag. Einen Haken hat der Rekord dann doch: Wegen der angespannten Corona-Lage wurde der Streik über Monate ausgesetzt. Letztlich ging er aber erst Ende 2020 richtig zu Ende. © Ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen

Welche Alternativen haben Pendler während des Verdi-Streiks

Vereinzelt könnten Bahn-Linien als Alternative für Pendler dienen. Denn die Deutsche Bahn und auch andere Bahnunternehmen, wie die RheinRuhrBahn, werden nicht bestreikt. So könnten manche Pendler für größere Strecken beispielsweise auf die S7 umsteigen. Die S-Bahn-Linie fährt in Wuppertal, Solingen und Remscheid jeweils mehrere Stadtteile an.

Warum wird schon wieder gestreikt?

Der erneute Streikaufruf im ÖPNV hat mit den Manteltarifverhandlungen zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgegebern in NRW zu tun. „Hintergrund des zweitägigen Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten (bundesweit rund 90.000) im kommunalen ÖPNV in NRW sowie weiteren Bundesländern“, teilte Verdi mit. Am 11. und 12. März findet die dritte Verhandlungsrunde in Dortmund statt. (bs)

Kommentare