VonMick Oberbuschschließen
Seit Dienstag (5. März) läuft der Streik im ÖPNV in NRW. Er dauert noch bis zum frühen Donnerstagmorgen (7. März). Auch im Ruhrgebiet stehen etliche Busse und Bahnen still.
Essen – Die Streik-Welle im ÖPNV in NRW nimmt kein Ende: Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zu Streiks im Nahverkehr auf. Seit Dienstag (5. März) stehen auch im Ruhrgebiet die meisten Busse und Bahnen still. Bereits Ende Februar hatte die Gewerkschaft für ganz NRW zum ÖPNV-Streik aufgerufen, auch etliche Verkehrsgesellschaften im Ruhrgebiet waren betroffen. Doch wie sieht es nun beim Streik Anfang März aus? Welche Unternehmen sind von dem 48-stündigen Streik betroffen?
Nächster ÖPNV-Streik am 5. und 6. März – folgende Verkehrsgesellschaften im Ruhrgebiet sind betroffen
Durch den Streikaufruf sind laut Verdi „zahlreiche kommunale Verkehrsunternehmen“ am 5. und 6. März vom Streik betroffen, einige davon auch im Ruhrgebiet. Demnach dürften zahlreiche Verkehrsgesellschaften an den beiden Streiktagen keine bzw. kaum Busse oder Bahnen auf die Straße oder Schiene schicken. Folgende Betriebe sind laut Mitteilung von Verdi erneut zum Streik aufgerufen.
- Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft (Duisburg)
- Hagener Straßenbahn Aktiengesellschaft (Hagen)
- Dortmunder Stadtwerke Aktiengesellschaft (Dortmund)
- Vestische Straßenbahnen GmbH (Herten)
- Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen Aktiengesellschaft Bogestra (Bochum und Gelsenkirchen)
- Ruhrbahn GmbH (Essen)
- STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH (Oberhausen)
- Straßenbahn Herne - Castrop-Rauxel GmbH (Herne)
- Stadtwerke Hamm GmbH (Hamm)
- Verkehrsbetrieb Hamm GmbH (Hamm)
- Hinweis: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Änderungen sind möglich. Quelle: Verdi NRW, Stand: 1. März, 17:15 Uhr
Auch in Dortmund sind Bus und Bahn vom Streik am 5. und 6. März betroffen. Neben dem Ruhrgebiet wird auch in vielen weiteren NRW-Regionen gestreikt, darunter auch in Wuppertal, Solingen und Remscheid, oder auch bei der KVB in Köln und der Rheinbahn in Düsseldorf, wie 24RHEIN berichtet.
Streik im Nahverkehr in NRW – was Fahrgäste wissen müssen
Der angekündigte Streik wird erneut Auswirkungen auf Busse und Bahnen im Nahverkehr haben. Zu den Auswirkungen gibt es bereits erste Informationen (Auswahl):
„Am Dienstag und Mittwoch, 5. und 6. März 2024, können aufgrund des von Gewerkschaftsseite angekündigten Warnstreiks von Betriebsbeginn bis -ende im gesamten Betriebsgebiet keine Bus- und Bahnfahrten angeboten werden“, teilt die Bogestra am 2. März im Internet mit. Fahrten durch Fremdunternehmen im Auftrag der Bogestra würden nicht durchgeführt, heißt es weiter. Die Mobilitätsgarantie entfällt aufgrund des Streiks, die Kundencenter bleiben geschlossen.
„Auch die Belegschaft der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) ist ganztägig zum Streik aufgerufen worden, sodass keine Busse und Bahnen fahren werden“, teilt die DVG am 1. März im Internet mit. Die sechs Nachtexpresslinien werden allerdings ganztägig jede Stunde fahren, heißt es. Die Fahrpläne sind über die App, im Internet sowie an den Haltestellenanzeigern ersichtlich. Das Kundencenter am Hauptbahnhof bleibt geschlossen.
Ähnlich sieht es bei der Ruhrbahn aus: „Es wird zu Ausfällen im Angebot der Ruhrbahn (Bus-, Tram, U-Bahn, E-Wagen und TaxiBus) in Essen und Mülheim an der Ruhr kommen“, teilt das Unternehmen mit. „Um dennoch eine Basismobilität zu gewährleisten, fahren die NachtExpress-Linien in der Zeit von 5:30 Uhr bis 23:30 Uhr im Stundentakt ihren jeweiligen Linienweg nach einem Streikfahrplan, jedoch nur auf dem Stadtgebiet Essen und Mülheim. D. h. einzelne NE-Linien starten/enden an der jeweiligen Stadtgrenze.“
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Verdi-Streik im ÖPNV in NRW: Diese Alternativen haben Pendler im Ruhrgebiet
Trotz des Verdi-Streiks bei den Verkehrsunternehmen fallen bei weitem nicht alle Bahnen im Ruhrgebiet aus. Die Deutsche Bahn und weitere Bahnunternehmen werden von Verdi nicht bestreikt und fahren daher nach Plan. Somit können Pendler, die auf den ÖPNV angewiesen sind, am 5 und 6. März die S-Bahn-Linien und Regionalzüge als Alternativen zumindest für etwas größere Strecken nutzen.
Nächster ÖPNV-Streik im Ruhrgebiet kommt – darum geht es Verdi im Tarifstreit
- Entlastungstage für alle Beschäftigten im ÖPNV
- Identischer Ort für Arbeitsbeginn und -ende
- Zulage ab dem 1. Tag bei vorübergehender Übertragung höherwertiger Tätigkeiten
- Schicht- und Wechselschichtzulage für den Fahrdienst
- 100 Prozent Jahressonderzahlung
- Überstunden ab der 1. Minute und in der individuellen Stufe ohne Abzug
- Zulage für Vorhandwerker / Gruppenführer / Teamleiter nach individueller Stufe
Der erneute Streikaufruf im ÖPNV von NRW hat mit den Manteltarifverhandlungen zwischen Verdi und den kommunalen Verkehrsunternehmen in NRW zu tun. „Hintergrund des zweitägigen Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten (bundesweit rund 90.000) im kommunalen ÖPNV in NRW sowie weiteren Bundesländern“, erklärte Verdi. Bei den Verhandlungen geht es um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der Verkehrsunternehmen. Verdi fordert dabei unter anderem mehr freie Tage für die Mitarbeiter. Bislang gibt es noch keine Einigung mit den Verkehrsunternehmen. (mo)
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