„Wir haben großes Glück gehabt“

Asiatische Hornisse in NRW – Anwohner verhindert Schlimmeres

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Die Asiatische Hornisse breitet sich in Europa aus. Nun wurde sie auch in Leichlingen gesehen. Ein Imker handelte sofort.

Leichlingen – Irgendetwas war anders, stellte der Imker fest. Diese Hornisse, die um seinen Bienenstock flog, sah nicht aus wie die Hornissen, die er kannte. Der Körper war dunkler, die Beine heller. Ein Nest der asiatischen Hornisse, einer invasiven Hornissenart, die sich in NRW immer mehr ausbreitet, ist jetzt in Leichlingen im Rheinisch-Bergischen Kreis vernichtet worden. Der Imker, ein Hausbesitzer und das Veterinäramt arbeiteten dabei zusammen.

Asiatische Hornisse: Aufmerksamer Imker verhindert Schlimmeres

Weil die Tiere ihm seltsam vorkamen, verständigte der Imker das Veterinäramt des Rheinisch-Bergischen Kreis in NRW, bei dem Tierärzte und Biologen arbeiten. Gemeinsam beschlossen sie, einige der Arbeiterinnen, die seine Bienen fressen wollten, zu markieren. Kurze Zeit später meldete sich ein Hausbesitzer aus Leichlingen. Der hatte ein Hornissennest in seiner Garage, in dem nun einige der markierten Tiere auftauchten. „Wir haben großes Glück gehabt“, sagt der Biologe Wilfried Knickmeier. „Nur dank dieser Aufmerksamkeit konnten wir das Nest der Asiatischen Hornisse mit der Königin aufspüren.“

Die asiatische Hornisse breitet sich immer weiter in NRW aus. (Archivbild)

Die asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland und Europa immer mehr aus. In NRW wurde sie zuletzt bis zu hundert Mal gesehen. Sie ist eine invasive Tierart, also keine heimische Tierart. Der Stich einer asiatischen Hornisse kann für Allergiker ähnlich gefährlich werden wie der Stich einer Wespe. Wer Symptome wie extreme Schwellungen oder Atemnot nach einem Insektenstich feststellt, sollte umgehend ins Krankenhaus. In Einzelfällen lässt sich anhand der Symptome feststellen, welche Insektenart zugestochen hat.

Asiatische Hornisse: „Reale Gefahr geworden“

Für Nicht-Allergiker stellt die asiatische Hornisse keine Gefahr dar. Anders ist das hingegen für Honigbienen. Die stehen auf der Nahrungsliste der asiatischen Hornisse. „Es zeigt sich, dass die Asiatische Hornisse zu einer realen Gefahr auch für unsere Fauna im Bergischen Land geworden ist“, sagt Dr. Thomas Mönig, Leiter des Veterinäramts des Rheinisch-Bergischen Kreises. „Mit Blick auf die kommenden Jahre heißt es, wachsam zu sein, und die Eindringlinge immer auf dem Schirm zu haben.“ In einer Mitteilung fordert Mönig alle Imker auf: „Meine Bitte an alle Imker: Achten Sie auf ihre Bienenstände und melden Sie uns auffällig aussehende Hornissen direkt.“ Wenn es im Frühjar viel Regen gibt, könne die Ausbreitung der asiatischen Hornisse noch gestoppt werden.

Asiatische Hornisse

Die Asiatische Hornisse ist eine aus Südostasien stammende, kleinere Verwandte der Europäischen Hornisse. Im Jahr 2004 wurde die Hornissenart in Südwest-Frankreich erstmals freigesetzt. Anhand bestimmter Merkmale ist die Hornisse gut zu erkennen, typisch ist unter anderem ihre schwarze Grundfärbung am Körper und ihre feine, aufrechte, schwarze und braune Behaarung. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckte sich von China über den Himalaya bis nach Taiwan und den Osten Indiens.

Größe: Königin bis 3 Zentimeter Körperlänge, Arbeiterin bis 2,4 Zentimeter. Zum Vergleich: Eine heimische Honigbiene hat eine Körperlänge zwischen einem und 1,8 Zentimeter

Wissenschaftlicher Name: Vespa velutina

Nistplatz: Hauptsächlich im Freien, in Baumkronen, oft in über zehn Metern Höhe

► Frisst heimische Bienen, die keinerlei Schutzmechanismen gegen die neue Art entwickelt haben.

Wegen der Bedrohung durch die asiatische Hornisse hat die Europäische Union ihre Mitgliedsstaaten ohnehin zu einer aktiven Bekämpfung verpflichtet. Das Veterinäramt des Rheinisch-Bergischen Kreises hatte deswegen bereits Hornissen- und Wespenfachleite informiert und Kontakt zu Expetern für die Asiatische Hornisse aufgenommen. (ebu) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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