Erdbeben-Gefahr auf Santorini weiter hoch: Nächste Urlaubsinsel ruft Notstand aus
VonPatrick Huljina
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Seit Wochen erschüttern Erdbeben das griechische Urlaubsziel Santorini. Jetzt hat eine andere Ferieninsel in der Gegend den Notstand erklärt.
Santorini – Die Erdbeben-Serie auf Santorini reißt nicht ab. In den vergangenen Wochen wurden mehr als 14.000 Erdbeben rund um die griechische Trauminsel registriert – und ein Ende scheint nicht in Sicht. Es drohen Erdrutsche. Auch ein Vulkanausbruch ist laut Experten nicht ausgeschlossen. Auf Santorini wurde deshalb bereits der Notstand ausgerufen. Jetzt zieht eine weitere Urlaubsinsel nach.
Erdbeben-Serie rund um Santorini: Nächste Urlaubsinsel ruft Notstand aus
Auf der Insel Amorgos, nordöstlich von Santorini gelegen, ist aufgrund der anhaltenden Erdbeben-Serie in der Ägäis nun ebenfalls der Notstand ausgerufen worden. Die Region wurde am Mittwoch (12. Februar) erneut von mehreren Erdbeben heimgesucht – teilweise mit einer Stärke von bis zu 5,0. Der Schritt der Katastrophenschutzbehörde Griechenlands soll hauptsächlich die Beschleunigung der Freigabe von staatlichen Hilfsgeldern im Bedarfsfall ermöglichen.
Die griechische Regierung hatte bereits zuvor angeordnet, dass die Schulen auf Amorgos, aber auch den benachbarten Inseln Santorini, Ios und Anafi, vorerst geschlossen bleiben. Ein großer Teil der Bevölkerung hat die Inseln verlassen und sich auf dem Festland in Sicherheit gebracht. Amorgos hat weniger als 2000 ständige Einwohner. Die Insel gilt aufgrund ihrer Felsen und der weniger dichten Bebauung insgesamt als weniger gefährdet als Santorini.
Gefahr eines schweren Erdbebens um Santorini weiter hoch: Sogar Tsunamis befürchtet
Doch: „Es besteht immer noch die Gefahr eines größeren Erdbebens“, warnte zuletzt Seismologe Vassilis Karastathis vom Geodynamischen Institut Athen im Gespräch mit dem griechischen Nachrichtensender Skai. Bei vielen Experten herrscht weiter die Angst vor einem schweren Erdbeben der Stärke 6,0 oder mehr. Ein Wert, bei dem schwere Schäden und sogar Tsunamis befürchtet werden.
Am Montagabend (10. Februar) traf das bislang stärkste Beben der Serie mit einer Stärke von 5,3 Santorini. Wissenschaftler haben in der Erdbebenregion rund um die griechische Urlaubsinsel jetzt weitere Seismografen installiert. Sie sollen „wertvolle Daten über die genauen Epizentren der Erdbeben liefern, und man wird den Verlauf der seismischen Sequenz sicherer abschätzen können“, erklärte Efthimis Lekkas, Chef der griechischen Erdbebenbehörde, dem Nachrichtensender ERTNews.
550 Erdbeben, flüchtende Urlauber und Angst vor dem Hauptbeben – dramatische Bilder aus Santorini
Erdbeben-Gefahr rund um Santorini: Vulkanausbruch nicht ausgeschlossen
Unklar bleibt weiterhin, ob die Erdbebenserie, die sich hauptsächlich zwischen den Inseln Santorini und Amorgos ereignet, die Vulkane der Region „geweckt“ haben könnte. Eine Frage, die viele Einwohner besorgt. Im Jahr 1950 hatte eine Eruption des Vulkans von Santorini schwere Schäden angerichtet.