Experten fürchten Hauptbeben

Erdbeben-Gefahr auf Santorini weiter hoch: Nächste Urlaubsinsel ruft Notstand aus

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Seit Wochen erschüttern Erdbeben das griechische Urlaubsziel Santorini. Jetzt hat eine andere Ferieninsel in der Gegend den Notstand erklärt.

Santorini – Die Erdbeben-Serie auf Santorini reißt nicht ab. In den vergangenen Wochen wurden mehr als 14.000 Erdbeben rund um die griechische Trauminsel registriert – und ein Ende scheint nicht in Sicht. Es drohen Erdrutsche. Auch ein Vulkanausbruch ist laut Experten nicht ausgeschlossen. Auf Santorini wurde deshalb bereits der Notstand ausgerufen. Jetzt zieht eine weitere Urlaubsinsel nach.

Erdbeben-Serie rund um Santorini: Nächste Urlaubsinsel ruft Notstand aus

Auf der Insel Amorgos, nordöstlich von Santorini gelegen, ist aufgrund der anhaltenden Erdbeben-Serie in der Ägäis nun ebenfalls der Notstand ausgerufen worden. Die Region wurde am Mittwoch (12. Februar) erneut von mehreren Erdbeben heimgesucht – teilweise mit einer Stärke von bis zu 5,0. Der Schritt der Katastrophenschutzbehörde Griechenlands soll hauptsächlich die Beschleunigung der Freigabe von staatlichen Hilfsgeldern im Bedarfsfall ermöglichen.

Die griechische Regierung hatte bereits zuvor angeordnet, dass die Schulen auf Amorgos, aber auch den benachbarten Inseln Santorini, Ios und Anafi, vorerst geschlossen bleiben. Ein großer Teil der Bevölkerung hat die Inseln verlassen und sich auf dem Festland in Sicherheit gebracht. Amorgos hat weniger als 2000 ständige Einwohner. Die Insel gilt aufgrund ihrer Felsen und der weniger dichten Bebauung insgesamt als weniger gefährdet als Santorini.

Eine Erdbeben-Serie erschüttert die Region rund um Santorini. Nun wurde auch für die Insel Amorgos der Notstand ausgerufen.

Gefahr eines schweren Erdbebens um Santorini weiter hoch: Sogar Tsunamis befürchtet

Doch: „Es besteht immer noch die Gefahr eines größeren Erdbebens“, warnte zuletzt Seismologe Vassilis Karastathis vom Geodynamischen Institut Athen im Gespräch mit dem griechischen Nachrichtensender Skai. Bei vielen Experten herrscht weiter die Angst vor einem schweren Erdbeben der Stärke 6,0 oder mehr. Ein Wert, bei dem schwere Schäden und sogar Tsunamis befürchtet werden.

Am Montagabend (10. Februar) traf das bislang stärkste Beben der Serie mit einer Stärke von 5,3 Santorini. Wissenschaftler haben in der Erdbebenregion rund um die griechische Urlaubsinsel jetzt weitere Seismografen installiert. Sie sollen „wertvolle Daten über die genauen Epizentren der Erdbeben liefern, und man wird den Verlauf der seismischen Sequenz sicherer abschätzen können“, erklärte Efthimis Lekkas, Chef der griechischen Erdbebenbehörde, dem Nachrichtensender ERTNews.

550 Erdbeben, flüchtende Urlauber und Angst vor dem Hauptbeben – dramatische Bilder aus Santorini

Blick auf Santorin am Dienstag (4. Februar 2025).
Kurz vor fünf Uhr Ortszeit wurden die Menschen auf Santorini am Dienstag (4. Februar 2025) von einem Erdbeben der Stärke 4,9 geweckt. Das Zentrum lag rund 30 Kilometer im Ägäischen Meer, teilte das Geodynamische Beobachtungsinstitut in Athen mit.  © ARIS MESSINIS/afp
Erdbeben auf Urlaubsinsel Santorin: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Erdbeben, berichten Medien. Fähre und Flugzeuge sind ausgebucht.
Die griechische Urlaubsinsel Santorini wurde seit Anfang Februar von über 200 Erdbeben heimgesucht: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Hauptbeben, berichten Medien. Fähren und Flugzeuge sind ausgebucht.  © Petros Giannakouris/dpa
Am Hafen von Santorin warten Menschen mit ihren Autos um an Bord einer Fähre nach Athen zu gelangen.
Tickets für die Fähren nach Athen sind fast ausgebucht, berichten griechische Medien. Am Hafen von Santorin bilden sich am Montag (3. Februar) Warteschlangen.  © Petros Giannakouris/dpa
Erdbeben auf Santorin zwingt Einwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.
Das Erdbeben auf Santorin zwingt Anwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.  © Petros Giannakouris
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.  © Petros Giannakouris
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.  © IMAGO/One Inch Productions
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.  © IMAGO/One Inch Productions
Fira
Idylle in Angst: Auf Santorini fürchten die Menschen eine Naturkatastrophe.  © picture alliance / Angelos Tzortzinis/dpa
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert.
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert. Das Epizentrum liegt in einer Tiefe von 10,5 Kilometern, teilt das Institute of Geodynamics Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Erdbeben-Karte aus Griechenland zeigt Beben in den vergangenen 24 Stunden.
200 Erdbeben wurden seit Sonntag (2. Februar 2025) in der Region verzeichnet, teilte das Institut für Geodynamik des Nationalobservatoriums von Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.  © ARIS MESSINIS/afp
Die Erde bebt auf Santorin und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.
Die Erde bebt auf Santorini und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.  © ARIS MESSINIS/afp
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.  © Petros Giannakouris/dpa
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.  © ARIS OIKONOMOU/afp
Erdbeben und Vulkanausbruch im Ägäischen Meer am 11.07.1956.
Rückblick mit Schrecken: Zwei Bewohner gehen über Trümmer von Wohnhäusern durch eine kleine, völlig verwüstete Ortschaft auf der Insel Santorini am 12.07.1956. Ein heftiges Erdbeben erschütterte weite Gebiete des Ägäischen Meeres. © dpa
Blick auf Santorin
Santorin gehört zur Inselgruppe der Kykladen in der Ägäis im östlichen Mittelmeer. Auf der Insel leben dauerhaft 15.500 Menschen.  © IMAGO
Santorini Blick aufs Meer
Rund um Santorini befinden sich neben einem spektakulären Krater des Vulkans der Insel auch andere Vulkane unter der Meeresoberfläche sowie jene tektonischen Platten, die durch ihre Bewegungen starke Erdbeben verursachen können.  © IMAGO/One Inch Productions
Santorin: Touristen schützen sich mit einem Regenschirm vor der Sonne in den Gassen
Die griechische Insel ist bei Urlaubern beliebt. Allein im Jahr 2023 kamen 3,4 Millionen Touristen nach Santorin.  © IMAGO/Michael Bihlmayer

Erdbeben-Gefahr rund um Santorini: Vulkanausbruch nicht ausgeschlossen

Unklar bleibt weiterhin, ob die Erdbebenserie, die sich hauptsächlich zwischen den Inseln Santorini und Amorgos ereignet, die Vulkane der Region „geweckt“ haben könnte. Eine Frage, die viele Einwohner besorgt. Im Jahr 1950 hatte eine Eruption des Vulkans von Santorini schwere Schäden angerichtet.

Die Meinungen der Geologen und Seismologen gehen bei diesem Thema allerdings auseinander. Einige Experten schließen einen Vulkanausbruch aus, andere halten ihn durchaus für möglich. Fest steht lediglich, dass die aktuelle Erdbebenserie in der Region die vulkanische Aktivität leicht erhöht hat – und, dass die Erdbeben rund um Santorini vorerst nicht abreißen werden. Ein erstes Kreuzfahrtschiff hat aufgrund der Santorini-Beben bereits seine Route geändert. (ph/afp/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/One Inch Productions

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