„Mehr als qualifiziert“

Flugzeugabsturz in Washington: US-Army veröffentlicht nun doch Name und Bild von Helikopter-Co-Pilotin

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Die Ermittlungen zur Flugzeugkollision in Washington schreiten voran. Die Co-Pilotin des Helikopters wurde nun bekannt. Ihre Fähigkeiten wurden besonders betont.

Washington D.C. – Nach dem Flugzeugunglück in Washington am Mittwoch (29. Februar) hat das US-Militär den Namen des dritten Opfers, das im Helikopter saß, veröffentlicht. Der Militärhubschrauber Black Hawk kollidierte mit einer Passagiermaschine der American Airlines, das sich auf dem Landeanflug auf den Hauptstadtflughafen Ronald-Reagan-Airport (DCA) befand. Beide Maschinen stürzten in den Fluss Potomac.

Flugzeugabsturz in Washington: US-Army veröffentlicht Co-Pilotin

Bei dem Zusammenprall in der US-Hauptstadt kamen 60 Passagiere und 4 Crew-Mitglieder des Passagierflugzeugs ums Leben. An Bord des Hubschraubers waren drei Besatzungsmitglieder, die durch die Kollision ebenfalls starben. Die US-Army hatte die Identität von zwei der drei Soldaten an Bord des Helikopters bereits am Freitag veröffentlicht. Das dritte Crew-Mitglied blieb zu dem Zeitpunkt auf Wunsch der Familie anonym.

Rebecca L. (r.) war Co-Pilotin des Militärhubschraubers Black Hawk, der mit dem Linienflugzeug in Washington kollidierte.

Am Samstag (1. Februar) gab das US-Militär dann allerdings nun doch bekannt, dass es sich bei Rebecca L. (28) aus North Carolina um die Co-Pilotin des Hubschraubers handelte, wie die Associated Press (AP) berichtete. Die beiden anderen Soldaten der Militärmaschine waren Staff Sgt. Ryan Austin O. (28) aus Georgia und der Pilot, Chief Warrant Officer 2 Andrew Loyd E. (39) aus Maryland. Der Pilot war gleichzeitig auch der Fluglehrer an Bord und soll rund 1000 Flugstunden absolviert haben, wie CNN berichtete.

Kollision in Washington: Co-Pilotin des Hubschraubers arbeitete im Weißen Haus

Rebecca L. war seit 2019 als Luftfahrtoffizierin bei der US-Army tätig. Laut ihrer Familie habe sie mehr als 450 Flugstunden absolviert und gehörte zu den besten 20 Prozent der Kadetten der USA. Zudem habe sie „nach umfangreichen Tests durch die ranghöchsten und erfahrensten Piloten ihres Bataillons die Zertifizierung als verantwortliche Pilotin“ erhalten. Der Armeeoffizier Captain Bilal Kordab sagte CNN, dass Rebecca L. eine „eine zielstrebige und hart arbeitende Person gewesen“ sei.

Bilder zeigen Moment der Flugzeugkollision in Washington – Weltmeister-Duo bei Unglück gestorben

Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht.
Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen.
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen. © Julio Cortez/dpa
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz.
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden.
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen.
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen. © Julio Cortez/dpa
Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht.
Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit.
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit. © Bonnie Cash/imago
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly.
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly. © Alex Brandon/dpa
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab.
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab. © Alex Brandon/dpa
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste.
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste. © Julio Cortez/dpa
Flugzeugabsturz in Washington
Rettungskräfte suchen im Potomac River nach Überlebenden des Flugzeugunglücks in Washington. © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington gestorben.
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington gestorben. © Imago/Montage
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach dem Flugzeugunglück in Washington haben die Rettungskräfte keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. © Hu Yousong/XinHua/dpa
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.  © Carolyn Kaster/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.  © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach Angaben von US-Verkehrsminister Sean Duffy gab es vor dem Flugzeugabsturz in Washington keine Abweichung von Standardprozedere im Flugverkehr rund um den Airport. © Mark Schiefelbein/AP/dpa
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus.
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington.
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington. © Carolyn Kaster/picture alliance/dpa/AP
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen.
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen. © Petty Officer 2nd Class Taylor B/U.S. Coast Guard/AP/dpa
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne?
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne? Neue US-Berichte legen einen Fehler bei den Fluglotsen nahe. © Oliver Contreras / AFP

„Ihr wurde nichts geschenkt. Sie war für alles, was sie erreichen konnte, mehr als qualifiziert“, fügte er hinzu. „Sie war in allem herausragend“, auch in der Flugschule. „Rebecca war eine Kriegerin und würde nicht zögern, ihr Land im Kampf zu verteidigen“, zitierte CNN eine Erklärung der Familie. Zudem arbeitete sie als soziale Militärassistentin des Weißen Hauses und unterstütze Ex-Präsident Joe Biden und die First Lady bei Veranstaltungen im Weißen Haus.

Ermittlungen zum Flugzeugunglück in Washington – Weiterer Absturz in Philadelphia

„Wir sind am Boden zerstört über den Verlust unserer geliebten Rebecca. Sie war ein strahlender Stern in unserem Leben. Sie war freundlich, großzügig, brillant, lustig, ehrgeizig und stark“, hieß es in der Erklärung der Familie weiter. Warum die drei Militär-Mitglieder und die 64 Menschen an Bord des Linienflugzeuges sterben mussten, wird derzeit noch untersucht. Zudem haben Ermittler erste Ungereimtheit bei der Flughöhenangabe entdeckt. Noch immer konnten nicht alle Leichen aus dem Fluss geborgen werden.

Der Flugzeugabsturz blieb die Woche jedoch nicht der einzige. Am Freitag (Ortszeit) stürzte ein Kleinflugzeug für einen medizinischen Transport in einem Stadtgebiet von Philadelphia im Osten der USA ab. Alle sechs Menschen an Bord kamen ums Leben. Am Boden gab es viele Verletzte und mindestens eine weitere tote Person. (vk)

Rubriklistenbild: © Fotomontage Screenshot X/@BNODesk/U.S. Coast Guard/AP | Petty Officer 1st Class Brandon/dpa

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