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Patrick Huljina
Maximilian Kettenbach
Moritz Bletzinger
Spanien kämpft mit den Folgen der verheerenden Unwetter-Katastrophe. Während die Aufräumarbeiten weitergehen, drohen bereits die nächsten Wassermassen.
Update vom 6. November, 7.35 Uhr: Eine Woche nach dem katastrophalen Unwetter in Spanien wurde erstmals eine offizielle Angabe zur Anzahl der Vermissten gemacht. Die Regionalregierung gab bekannt, dass in Valencia, der am schwersten betroffenen Region, noch 89 Personen vermisst werden. Noch bis vor kurzem sprachen einige spanische Medien von bis zu 2500 Vermissten, allerdings ohne eine Quellenangabe. Es wird vermutet, dass diese Zahlen auf den Notrufen basieren, die bereits zu Beginn des Unwetters bei den Behörden eingingen.
Die offizielle Gesamtzahl der Todesopfer liegt bei 215, wobei allein in Valencia 211 Leichen geborgen wurden. 62 der geborgenen Opfer konnten noch nicht identifiziert werden, was darauf hindeuten könnte, dass einige der als vermisst gemeldeten Personen darunter sein könnten.
Unwetter-Katastrophe in Spanien: Heftiger Starkregen rund um Barcelona
Update vom 4. November, 17.30 Uhr: Nach der Flutkatastrophe in Spanien suchen die Rettungskräfte weiter nach zahlreichen Vermissten: Vor allem in der Tiefgarage eines Einkaufszentrums in einem Vorort von Valencia werden viele weitere Tote befürchtet. Auch andere Tiefgaragen, die teilweise immer noch unter Wasser stehen, wurden bisher noch nicht vollständig durchsucht.
Nach einer Wetterbesserung in Valencia wurde am Montag Katalonien und vor allem die Region rund um Barcelona von heftigen Unwettern heimgesucht. Der Flughafen in der Barcelona habe deshalb vormittags bereits rund 70 Flüge gestrichen und 18 umgeleitet, teilte die Flughafenverwaltungsbehörde Aena mit. Medien wie die Regionalzeitung „El Periódico“ veröffentlichten Videos und Bilder, auf denen ein überflutetes Rollfeld zu sehen ist. Zum Teil lief das Wasser auch durch die Decke in den Innenbereich des Airports.
Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente berichtete auf X, in einigen Bereichen der Terminals und der Parkplätze des Flughafens gebe es Lecks. Auf Antrag des Zivilschutzes sei der gesamte regionale Bahnverkehr vorläufig eingestellt worden, teilte der Minister auch mit. Puente berichtete auch von einem Erdrutsch auf der Autobahn 27, der den Verkehr beeinträchtige. Inzwischen habe man dort aber eine Spur öffnen können. Nach Berichten spanischer Medien wurden mehrere Straßen in Katalonien im Nordosten Spaniens überflutet. 150 Bildungseinrichtungen sagten nach Medienberichten den Unterricht ab.
Die für dieses Gebiet vormittags ausgegebene Warnstufe Rot wurde vom Wetterdienst Aemet inzwischen um zwei Stufen auf Gelb herabgesetzt. Anwohner hatten auf dem Handy Warnmeldungen des Zivilschutzes unter anderem mit der Empfehlung erhalten, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und unnötige Fahrten zu vermeiden.
Update vom 4. November, 11.56 Uhr: Nach der Unwetter-Katastrophe in Valencia steht schon die nächste Region in Spanien unter Wasser. Auf X posten mehrere Menschen Videos aus der katalanischen Stadt Tarragonda, die überflutete Straßen zeigen. Die Behörden rieten den Einheimischen eindringlich, Tiefgaragen und Keller zu meiden.
Anoche estuvimos a una pizca de algo mayor…😟os envío algunos vídeos de diferentes zonas de Tarragona.
— Ángel Juárez (@Ajuareza) November 4, 2024
Por favor mucha prudencia y mucho cuidado. pic.twitter.com/JWVV7EFlcK
Update vom 3. November, 22 Uhr: König Felipe VI. von Spanien hat seine Empathie für die aufgebrachten Bewohner des Katastrophengebiets nahe Valencia zum Ausdruck gebracht. Er betonte laut Europa Press: „Man muss die Wut und die Enttäuschung vieler Menschen darüber verstehen, was ihnen Schlimmes widerfahren ist, weil es schwer zu verstehen ist, wie die Mechanismen funktionieren und es die Erwartung gibt, dass man sich um die Notlage kümmert“. Auch Letizia zeigte Mitgefühl und sagte gegenüber dem TV-Sender ABC: „Natürlich empfinden sie das so. Natürlich sind sie wütend“.
Nach dem Besuch in der Krisenregion betonte Felipe, dass die Präsenz des Staates als Ganzes erforderlich sei. Bezüglich der Unterstützung für die Betroffenen äußerte er: „Jeden Tag läuft es besser, so wie ich es verstehe. Das ist nicht spekulativ. Ich glaube, dass immer mehr Mittel zur Verfügung stehen und die Wirksamkeit sich ebenso erhöht.“ Felipe dankte den im Katastrophengebiet eingesetzten Soldaten „stellvertretend für alle Spanier“.
Update vom 3. November, 12.25 Uhr: In Spanien ist ein Ende der Tragödie nach den schweren Unwettern vom Dienstag immer noch nicht absehbar. Die Zahl der Toten stieg mittlerweile auf 214, wie die Nachrichtenagentur Europapress unter Verweis auf die Regionalregierung in der besonders schlimm getroffenen Mittelmeerregion Valencia berichtete.
Viele Menschen gelten zudem weiter als vermisst – eine offizielle Zahl gibt es nach wie vor nicht, aber einige spanische Medien schreiben sogar von bis zu 2.000.
Der spanische König Felipe VI. und Königin Letizia sind wie auch Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez am Sonntag in die Katastrophenregion rund um die Mittelmeermetropole Valencia unterwegs. Statt Dankbarkeit zu zeigen, bewarfen die Bürger ihren König allerdings mit Schlamm, wie Journalisten der französischen Presseagentur AFP berichten. Viele Betroffene fühlten sich in den vergangenen Tagen von den Behörden im Stich gelassen. Einige schrien gar „Mörder“.
Update vom 3. November, 12.25 Uhr: In den Katastrophengebieten in Spanien läuft die Suche nach Vermissten weiter. Unterdessen gibt es die nächste Extremwetterwarnung. Lesen Sie mehr hier.
Zahl der Todesopfer steigt – Spanien trauert und sucht nach den Vermissten
Update vom 3. November, 10.06 Uhr: Die schlechten Nachrichten um die Unwetter-Katastrophe in Spanien reißen nicht ab. Die Zahl der Toten nach den schweren Niederschlägen im Osten und Süden Spaniens steigt weiter - und viele Menschen gelten weiter als vermisst. Der Notdienst der am schwersten getroffenen Mittelmeerregion Valencia gab die jüngste Bilanz mit 213 Toten an, wie der staatliche Sender RTVE berichtete.
Das Unwetterphänomen „Kalter Tropfen“ hält sich aber weiter über Spaniens Mittelmeerküste auf. Die zweithöchste Warnstufe Orange gilt in Teilen der Region Valencia, unter anderem in der Provinz Castellón, wo heftige Regenfälle niedergehen könnten.
Verheerende Unwetter in Spanien mit zahlreichen Toten: Fotos zeigen Ausmaß von Überschwemmungen und Sturzfluten




Update vom 2. November, 10.59 Uhr: Die Todeszahl der katastrophalen Unwetter in Spanien nimmt stetig zu. Fernando Grande-Marlaska, Spaniens Innenminister, informierte den Radiosender Cadena Ser, dass die Zahl der Todesopfer nun 207 erreicht hat. Valencia, die am schwersten getroffene Region am Mittelmeer, verzeichnete 204 Todesfälle, während in Kastilien-La Mancha zwei und in Andalusien ein Todesfall zu beklagen waren.
Die Zeitung El Diaro berichtete, dass der Zivilschutz von Valencia ursprünglich etwa 1900 Personen als vermisst gemeldet hatte. Grande-Marlaska kommentierte diese Zahlen gegenüber der Nachrichtenagentur Europapress: „Diese Daten wurden nicht berücksichtigt, weil sie keinen vernünftigen Kriterien entsprechen.“ Er hielt es für unangebracht, eine genaue Zahl zu nennen.
El Diaro berichtete weiter, dass von den ursprünglich 1900 als vermisst gemeldeten Personen 600 wieder aufgetaucht seien. Die Anzahl der Vermissten könnte sich weiter reduzieren, zum Beispiel durch doppelt gemeldete Personen. Dennoch äußerte Verteidigungsministerin Margarita Robles die Befürchtung, dass noch viele Menschen in von den Fluten mitgerissenen oder verschütteten Autos vermutet werden. Über 1700 Soldaten und Tausende von Freiwilligen sind nun in den von der Katastrophe betroffenen Gebieten rund um Valencia im Einsatz.
Viele Familien konnten von den durch die Unwetter Verstorbenen bislang nicht Abschied nehmen
Update vom 2. November, 6.40 Uhr: Die Regierung der spanischen Mittelmeerregion Valencia hat Verkehrsbeschränkungen erlassen, um die Rettungseinsätze nach den Unwettern zu unterstützen. Vicente Martínez Mus, der Beamte, der für die Infrastruktur verantwortlich ist, gab bekannt, dass ab Samstag und für die nächsten 48 Stunden der Verkehr auf den Hauptverbindungsstraßen rund um die betroffenen Gebiete nur in besonders begründeten Fällen zugelassen wird.
Die Bewältigung der Trauer ist in der aktuellen Notlage für viele Menschen eine Herausforderung. Die Todeszahl ist mittlerweile auf 205 gestiegen. Viele Bewohner konnten bisher nicht von ihren verstorbenen Verwandten Abschied nehmen. Nach der Autopsie werden die identifizierten und nicht identifizierten Opfer zur Feria de Valencia transportiert. Dort wurde eine provisorische Leichenhalle von 1300 Quadratmetern in der großen Messehalle der Regionalhauptstadt eingerichtet.
Nuria Montes, ein Mitglied der Regionalregierung, erklärte, dass Familienmitgliedern der Zutritt zur Leichenhalle verwehrt sei. Sie betonte: „Der beste Ort für die Familien, um auf Nachrichten von ihren Angehörigen zu warten, ist zu Hause“. Ihre Aussage wurde jedoch als mangelndes Mitgefühl kritisiert und sie musste sich entschuldigen. Nach der Unwetterkatastrophe werden immer noch viele Menschen vermisst.
Die Situation bleibt nach den heftigen Regenfällen und verheerenden Überschwemmungen vom Dienstag in Ost- und Südspanien angespannt. Die Rettungsarbeiten sind noch im Gange. Ganze Ortschaften sind mit Schlamm bedeckt. Die Zahl der Soldaten und freiwilligen Helfer, die Unterstützung leisten, steigt stetig. Viele Gebiete sind immer noch isoliert. Es mangelt fast überall an Lebensmitteln, Trinkwasser und Werkzeugen wie Schaufeln.
Die Bahninfrastruktur hat durch die Schäden erheblich gelitten und der Bahnverkehr ist weitgehend beeinträchtigt. Ab Samstag sollen jedoch eingeschränkt die ersten Züge wieder fahren. Die Bahngesellschaft Renfe gab bekannt, dass zwei Nahverkehrslinien in der Region Valencia und der Hochgeschwindigkeitsdienst Euromed zwischen Valencia und Barcelona entlang der Mittelmeerküste den Betrieb wieder aufnehmen werden.
Schwere Unwetter in Spanien: „Tausende Anrufe“ bei Vermissten-Hotline – Rätsel um genaue Zahlen
Update vom 1. November, 16.39 Uhr: Gute Nachrichten aus Huelva und Castellón. Der Wetterdienst Aemet hat die bislang dort geltenden Warnungen heruntergesetzt. Der Alarm auf den Balearen hat indes bestand.
Update vom 1. November, 15.59 Uhr: Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles spricht von „Frustration“. Sie beklagt, mit dem Militär „nicht an mehr Orten arbeiten zu können. Der valencianische Präsident Carlos Mazón habe sie eingeschränkt.
„Tatsächlich war das Militär bereit, einzugreifen“, sagt Robles bei La Sexta, „aber Sie wissen, dass die Verwaltung bei Notfällen den Regionalbehörden obliegt und nicht der Regierung Spaniens.“ Beim Militär habe man sich seit Beginn der Unwetter gefragt, warum nicht mehr Einsatzkräfte in den betroffenen Gebieten stationiert gewesen sein.
Robles räumt allerdings auch ein, übersehen zu haben, dass die militärische Notfalleinheit UME von Anfang an mehr hätte agieren dürfen.
Update vom 1. November, 15.36 Uhr: Mindestens 205 Menschen sind tot, aber wie viele werden in Spanien aktuell vermisst? Abgesehen von der Gemeinde Letur (fünf vermisste Personen) gibt es hierzu keinen konkreten Angaben.
Es sei derzeit nicht möglich, offizielle Zahlen zu nennen, sagt der Regionalpräsident von Valencia, Carlos Mazón. Die Zahlen könnten immer noch „irreführend“ sein. Er erinnerte an die Hotline für Angehörige (+41 900 365 112) und bestätigt, dass dort „Tausende Anrufe“ eingegangen seien. Wegen teils fehlender Stromversorgung und zerstörter Infrastruktur ist dieser Wert aber mit Vorsicht zu betrachten.
Update vom 1. November, 15.07 Uhr: Der Wetterdienst sendet eine dringende Warnung für die Balearen: „Es beginnen sich Stürme zu verstärken, die in kurzer Zeit große Regenmengen hinterlassen können.“ Es wird erwartet, dass innerhalb einer Stunde bis zu 50 Liter Regen fallen. Ein Sprecher fügt bei El País hinzu: „Es gibt sogar Gebiete auf Mallorca, in denen sich innerhalb weniger Stunden 120 Liter ansammeln können.“
Die Bevölkerung wird eindringlich dazu aufgefordert, Hochwassergebiete zu vermeiden. Darüber hinaus wird geraten, sich von Schluchten und Wasserläufen fernzuhalten.
Update vom 1. November, 14.07 Uhr: Auch auf Mallorca setzen nun wieder starke Regenfälle ein. Seit 10 Uhr gilt eine orangefarbene Warnung von Aemet. Einer der ersten betroffenen Orte war Cala Major im Südwesten der Inselhauptstadt Palma. Hier hatten bereits zu Beginn der Woche die ersten Unwetter gewütet.
Update vom 1. November, 13.37 Uhr: Unter den Todesopfern in Valencia ist auch der ehemalige Profi-Fußballer José Castillejo. Der 28-Jährige wurde einst in der Jugendakademie des FC Valencia ausgebildet, der Verein trauert.
Update vom 1. November, 13.04 Uhr: Die Todesopferzahl in Spanien nimmt erneut drastisch zu. Aus der Provinz Valencia werden nun mindestens 202 Opfer des Unwetters gemeldet. Zusammen mit drei weiteren Todesfällen aus Andalusien und Kastilien-La Mancha steigt die Gesamtzahl auf mindestens 205 Tote.
Der staatliche Wetterdienst Aemet hat indes die rote Warnstufe in Huelva bis 15 Uhr ausgedehnt. Seit dem frühen Morgen gibt es dort wieder heftige Regenfälle.
Update vom 1. November, 11.51 Uhr: „Es ist noch nicht vorbei“, sagt Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez bei einem Besuch im Einsatzzentrum der Wetterzentrale Aemet. Er fordert „extreme Vorsichtsmaßnahmen“ für die kommenden Tage. Auch für das Wochenende sind bereits neue Regenfälle angekündigt.
Erstmeldung vom 1. November, 11.31 Uhr: Valencia – Die Unwetter-Katastrophe in Spanien hat bereits über 150 Menschenleben gefordert (Stand: 1. November, 10 Uhr). Und während in den betroffenen Regionen die Aufräumarbeiten laufen, drohen neue Sturzfluten.
Nächster Unwetter-Alarm in Spanien: „Sintflutartige Regenfälle“ – höchste Warnstufe im Süden
Am Freitag wurde in Huelva im Süden des Landes der rote Alarm ausgerufen. Schon seit den frühen Morgenstunden setzte erneut starker Regen ein. Der staatliche Wetterdienst Aemet berichtet: „In Städten wir Cartaya werden sintflutartige Regenfälle registriert, mit 117 Litern in weniger als drei Stunden.“ Die höchste Warnstufe bleibt bis mindestens Mittag bestehen.
Der Wetterdienst hat zudem Warnungen für fünf weitere Regionen ausgegeben: Andalusien, die Balearen, Katalonien, Extremadura und erneut die bereits schwer getroffene Provinz Valencia. (Unsere Karte zeigt die Unwetter-Schwerpunkte in Spanien.)
Sorge um Staudamm nahe Valencia – nach Unwetter drohen „Bruch oder schwere Panne“
Besonders besorgniserregend ist die Situation westlich von Valencia in Sot der Chera. Hier besteht die Gefahr, dass der Buseo-Stausee bricht. Obwohl der Wasserstand trotz anhaltenden Regens momentan stabil zu sein scheint, fürchtet der Stadtrat laut der Zeitung El País einen „Bruch oder eine schwere Panne“. Als Vorsichtsmaßnahme wurden 50 Bewohner aus dem unteren Bereich der Gemeinde evakuiert. Das Notfallkoordinierungszentrum überwacht die Situation.
Bereits über 150 Tote bei Unwettern in Spanien: Militär vergrößert Einsatz
In den von Unwettern betroffenen Gebieten herrscht Ausnahmezustand. Das Wetterphänomen „Kalter Tropfen“ hat Spanien härter getroffen als seit 50 Jahren. Der Bürgermeister von Alfafar (Provinz Valencia) berichtet: „Wir mussten einen Supermarkt ausräumen, um Lebensmittel an die Bevölkerung zu verteilen“.
Mehr als 1200 Soldaten sind bereits im Einsatz und am Freitag sollen weitere 500 hinzustoßen. Zehntausende Haushalte sind noch immer ohne Strom und die Aufräumarbeiten sowie die Suche nach Vermissten werden voraussichtlich noch Tage andauern. (mit dpa und afp)
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