Deutschland-Hochwasser: Meteorologe schätzt aktuelle Situation ein – Wetter-Prognose lässt hoffen
VonMichelle Brey
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Enormer Starkregen prägt den Monatsbeginn. In Teilen Deutschlands ist Hochwasser. Wie entwickelt sich das Wetter? Experte Dominik Jung gibt einen Ausblick.
Frankfurt – Dammbrüche, überflutete Keller, Autobahnen und Landstraßen: Eine Unwetterfront sorgt in zahlreichen Regionen für Ausnahmezustände. In Bayern wurde in elf Landkreisen der Katastrophenfall ausgerufen. In Baden-Württemberg ließ ein Erdrutsch ICE-Waggons entgleisen. „An vielen Pegeln wurden Jahrhundertwerte überschritten“, sagt Meteorologe Dominik Jung zu IPPEN.MEDIA.
„Damit ist die Lage eindeutig – es war ein Jahrhunderthochwasser. In der Summe fielen stellenweise wie erwartet bis zu 150 Liter pro Quadratmeter oder sogar noch etwas mehr und das binnen 36 Stunden“, erklärte der Experte von wetter.net. Wenngleich die Situation am Sonntag (2. Juni) gebietsweise weiterhin brisant ist, lässt seine Wetter-Prognose Hoffnung auf eine Entspannung der Lage zu.
Bilder vom Hochwasser in Deutschland: Zahlreiche Orte unter Wasser – es gibt Tote und Vermisste
Hochwasser in Deutschland: Starkregen und Gewitter drohen – DWD warnt weiterhin
Zunächst gelten jedoch weiterhin Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die betroffenen Regionen müssen sich am Sonntag (2. Juni) erneut auf Starkregen und Gewitter einstellen. Ab dem Mittag seien südlich des Mains bis zur Donau erneut heftige Gewitter mit Niederschlagsmengen von bis zu 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich, teilte der DWD mit. Örtlich könnten es in kurzer Zeit bei Unwettern auch bis zu 40 Liter werden. Zum Abend hin ziehen die Unwetter Richtung Süden und es gebe im Alpenvorland kräftige Gewitter und Starkregen.
Wie in der Wetterkarte (Stand: 13 Uhr) zu sehen ist, gelten auch Warnungen für Sachsen und Brandenburg. Gewitter mit Starkregen und Windböen drohen dort.
„Eng begrenzt die Lage anspannen“ – Meteorologe über Wetterlage am Sonntag
Wetterexperte Dominik Jung gibt am Sonntagmorgen bei IPPEN.MEDIA aber größtenteils Entwarnung. „Da kommen aber noch einige lokale Schauer und Gewitter und die können eng begrenzt die Lage nochmal etwas anspannen. Aber insgesamt ist der größte Batzen durch. Man darf ein wenig durchatmen.“ In Bayern scheint sich die Lage allerdings ein wenig zuzuspitzen. Zwei Dammbrüche sorgten für Stromausfälle und eine Teilsperrung der A9.
Am Montag (3. Juni) ist dann mit „noch weniger Schauer, Gewitter beziehungsweise Regen“ zu rechnen. Dadurch werde sich die Lage in den kommenden Tagen entspannen. Anschließend werde es in Deutschland etwas sonniger, trockener und wärmer. „Ein Hauch von Sommer kommt in vielen Regionen an“, so Jung.
Hochwasser-Lage: Wetter-Prognose – Temperaturen steigen in der kommenden Woche
Der DWD prognostiziert Ähnliches – etwa für Baden-Württemberg. Dort sollen am Montagnachmittag und -abend auch im Süden die Niederschläge nachlassen. In den meisten Gebieten des Landes soll es den ganzen Tag über trocken bleiben. Auch die Sonne sei teilweise zu sehen.
Zumindest die Temperaturen lassen auf ein mögliches Sommergefühl schließen. Folgende Höchstwerte für Deutschland sagt der DWD voraus:
Montag, 3. Juni: Zwischen 15 und 22 Grad
Dienstag, 4. Juni: 18 bis 24 Grad
Mittwoch, 5. Juni: 17 bis 24 Grad
Donnerstag, 6. Juni: 15 bis 20 Grad, im Süden bis zu 22 Grad
Freitag, 7. Juni: 15 bis 20, im Süden bis zu 25 Grad