Hurrikan auf Kurs nach Europa – mit überraschenden Wetter-Auswirkungen
VonJulian Mayr
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Dem Südwesten Europas stehen stürmische Tage bevor. Hurrikan Gabrielle ist unterwegs in Richtung Azoren und könnte auch Einfluss auf das Deutschland-Wetter haben.
Lissabon – In Teilen Deutschlands und einigen Regionen Südeuropas gingen in den letzten Tagen kräftige Regenfälle nieder. In Italien sorgten Unwetter vielerorts für verheerende Schäden – eine Urlauberin aus Deutschland starb in den Fluten. Kaum ist eine Unwetterlage überwunden, zieht von Südwesten schon die nächste heran.
Hurrikan Gabrielle dürfte beginnend mit Donnerstagabend (25. September) vom Atlantik her auf die Azoren treffen, berichtet unter anderem wetter.com. Auf dem Insel-Archipel bereitet man sich bereits auf den Tropensturm vor. Die Folgen für Länder wie Deutschland könnten jedoch alles andere als stürmisch sein.
Tropensturm trifft auf westliche Ausläufer Europas: Unwetter auf Azoren erwartet
Wie das Istituto Portugues do Mar e da Atmosfera (IPMA) mitteilt, wird erwartet, dass der Hurrikan auch als solcher auf die Azoren trifft. „Die Menschen auf den Azoren sollten sich ab Donnerstagnachmittag Ortszeit auf mehrere Zentimeter Regen und böige Winde durch Gabrielle einstellen“, sagte Alex DaSilva, leitender Hurrikanexperte bei AccuWeather. Der Wetterdienst warnt besonders Bewohner der westlichen und zentralen Azoren-Inseln auch vor gefährlichen Sturmfluten und Windböen von bis zu 150 Kilometern pro Stunde.
Einige Straßen und öffentliche Plätze in Ponta Delgada auf der Insel São Miguel werden bereits am Donnerstagnachmittag aufgrund des erwarteten Durchzugs des tropischen Wirbelsturms der Hurrikan-Stufe 1 gesperrt, berichtet Sic Noticias. Ebenfalls verboten wird der Zutritt zu einigen Stränden und Strandpromenaden. In Südostasien wütet indes ein verheerender Supertaifun.
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Laut Prognosen des portugiesischen Wetterdienstes IPMA werde der Tropensturm mit Freitag (26. September) sich in „östlicher/südöstlicher Richtung auf das portugiesische Festland zubewegen“, allerdings abgeschwächt als außertropischer Sturm. Am Samstag (27. September) erreichen die Überreste des Hurrikans die Küsten Portugals und Spaniens. Dort rechnen Meteorologen dennoch mit Sturmböen von bis zu 90 km/h und heftigen Regenfällen von 75 bis 125 Litern pro Quadratmetern.
Lokal besteht AccuWeather zufolge die Gefahr, dass „starke Regenfälle Sturzfluten, Schlammlawinen und andere Murgänge auslösen“. Auch der Südwesten Frankreichs könnte von Unwettern betroffen sein, warnt der Wetterdienst. Erst jüngst waren die Auswirkungen in Teilen Frankreichs aufgrund von starken Niederschlägen verheerend. „Ein tropischer „Landfall“ in Europa“ sei der Meteorologin Kathy Schrey von wetter.net zufolge jedoch ausgeschlossen, „dafür reichen die klimatischen Voraussetzungen nicht aus.“
Hurrikan könnte schönes Herbstwetter in Deutschland befeuern
Während Südwesteuropa durch Gabrielle weiter nasses Herbstwetter bevorsteht, hat der Sturm eine überraschende Kehrseite für Deutschland. „Weit vor Gabrielle setzt eine Südströmung ein. Und so kommt am Wochenende auch nochmal Mittelmeerluft nach Deutschland“, berichtet Meteorologe Jan Schenk im Weather Channel. „Dank der Unterstützung durch den Warmlufteinschub von Hurrikan Gabrielle verstärkt sich Hoch ‚Petralilly‘ und wird zum Dauerbrenner für das gute Wetter in der kommenden Woche“, so der Wetter-Experte weiter.