VonKarolin Schaeferschließen
Immer wieder wird Deutschland von Unwettern heimgesucht. Bei einem wurden gleich vier Tornados gemeldet. Die Wirbelstürme könnten künftig sogar zunehmen.
Frankfurt – Das Wetter im diesjährigen Sommer ist wechselhaft. Trotz zahlreicher Sonnenstunden gab es immer wieder schwere Unwetter, die über die Bundesrepublik fegten. Erst am Wochenende wurden Keller und Straßen geflutet. Ein Mensch ist durch einen Blitzschlag ums Leben gekommen. Jetzt meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) vier Tornados bei einem Unwetter.
Meldungen bestätigt: Vier Tornados fegen bei Unwetter über Deutschland
Nach Angaben des DWD wurden bei dem Unwetter am 12. Juli mindestens vier Tornados bestätigt, erklärte Marcus Beyer von der Tornado-Expertengruppe beim DWD der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Wirbelstürme zogen über folgende Ortschaften in Nordrhein-Westfalen sowie Südniedersachsen:
- Telgte
- Herzebrock
- Sendenhorst
- Dissen am Teutoburger Wald
Verletzte gab es glücklicherweise nicht. Laut DWD rauschten die Windhosen mit 180 Kilometern pro Stunde über Sendenhorst und Telgte, in Herzebrock und Dissen lag die Geschwindigkeit bei etwa 150 Kilometern pro Stunde.
Unwetter wüten in Deutschland: Video zeigt Tornado über Ortschaft
Tornados sind zwar spektakuläre Wetter-Ereignisse. Sie können jedoch auch ernsthafte Schäden anrichten. So hat ein Tornado in Telgte Gebäude in einem Gewerbegebiet beschädigt und große Baucontainer mitgerissen. An einem Gebäude wurde eine Photovoltaikanlage vom Dach gerissen. In Dissen hatte der Wirbelsturm Schäden an Wohngebäuden verursacht und Äste von Bäumen abgebrochen.
In den sozialen Medien wurden bereits zahlreiche Bilder und Videos von den Sichtungen geteilt. Die Aufnahmen zeigten beispielsweise über Sendenhorst eine riesige dunkle Wolke mit einer trichterförmigen Luftsäule bis in Bodennähe.
#Tornado Sichtung in #Sendenhorst Kreis Warendorf !! 😯😯
— WUD Wetter-Unwetter Deutschland (@WetterSimon) July 12, 2024
Das Video stammt von Dennis Szczuka. Auf der L586 Ortsausgang Sendenhorst Richtung Albersloh@sturmwetter1703 @Kachelmannwettr @WetterOnline @Tornadoliste pic.twitter.com/iL04qUQKts
„Überhaupt nicht vorhersehbar“: Warum Tornados so gefährlich sind
Im Vergleich zu anderen Ländern sind Tornados in Deutschland eher selten. In den USA bilden sich Hunderte Wirbelstürme im Jahr – erst im Mai starben 15 Menschen bei schweren Tornados. Hierzulande sind es laut DWD einige Dutzend. Diese entstehen bei großen Temperaturunterschieden und treten häufig zusammen mit Gewittern auf. Im Gegensatz zu Hurrikans hält das Wetter-Phänomen meist nur kurz an.
Gefährlich bleiben sie aber dennoch, gerade mit Blick auf die kurzfristige Entstehung. „Ein Tornado ist überhaupt nicht vorhersehbar, die Vorwarnzeit deshalb extrem gering“, erklärte Mojib Latif, Meteorologe und Klimaforscher vom Geomar Helmholtz-Zentrum, bei Geo. Zudem werden Extremwetter im Zuge der Klimaerwärmung immer öfter auftreten. „Und wir stehen erst ganz am Anfang der Klimaerwärmung, in Zukunft wird sich das noch steigern“, so der Experte. Das bedeutet nicht nur mehr Gewitter und potenzielle Tornados, sondern auch zunehmend Hitzewellen und Dürreperioden. (kas/dpa)
Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

