- VonMichel Guddatschließen
Mit nur 29 Jahren ist sie ans Bett gefesselt. Eine junge Dame kämpft mit den Nachwirkungen von Covid-19. Es gibt keine heilende Therapie.
Frankfurt – Vor vier Jahren wurde der erste Corona-Fall bekannt. Seitdem arbeiten Fachleute fieberhaft an Maßnahmen, um die Menschen vor Post und Long Covid zu schützen. Gerade die Langzeitfolgen des Virus sind ein bislang noch schwer zu erforschendes Feld, das erst nach und nach dank neuer Studien zu Corona aufgeklärt werden kann. Wie ernst die Krankheit auch weiterhin genommen werden sollte, zeigt ein jüngster Fall.
ME/CFS-Erkrankung: Junge Frau leidet an den Folgen von COVID-19
Monikas Leben änderte sich im Sommer 2022 dramatisch, als sie an COVID-19 erkrankte. Diese Infektion führte zu einer schwerwiegenden Form der Myalgischen Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS), einer neuro-immunologischen Erkrankung, die weltweit Millionen Menschen betrifft.
ME/CFS ist bekannt für eine tiefe, anhaltende Erschöpfung, die nicht durch Ruhepausen gelindert werden kann. Monika erlebt täglich schwerste Symptome wie Lähmungen, starke Schmerzen und eine extreme Überempfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen.
Folgen von Long-Covid: 29-Jährige liegt „den gesamten Tag in einem dunklen Zimmer“
Selbst einfache Tätigkeiten wie das Zähneputzen oder kurze Gespräche führen zu einer Verschlimmerung ihres Zustands, bekannt als Post-Exertionelle Malaise (PEM). Oft liegt sie „den gesamten Tag in einem dunklen Zimmer, mit Gehörschutz und Augenmaske, um jegliche Reize auszublenden“, wie es ihre Freunde beschreiben. Mittlerweile hat Monika den Pflegegrad vier, welcher den zweithöchste Pflegegrad darstellt und mit „schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ von pflege.de definiert wird.
Die Behandlung von ME/CFS stellt Monika vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Viele notwendige Therapien und Untersuchungen werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Blutuntersuchungen allein können bis zu 3.000 Euro kosten, und innovative Therapien wie Blutwäschen oder Sauerstofftherapien sind mit hohen Kosten verbunden.
Spendenaktion für die schwer Erkrankte: „Bitte hilf uns“
Diese finanzielle Belastung erschwert es Monika, die dringend benötigte medizinische Unterstützung zu erhalten. Um die 29-Jährige zu unterstützen, richteten ihre Freunde eine Spendenaktion über GoFundMe ein, mit dem Aufruf: „Bitte hilf uns, jeder Beitrag zählt“.
ME/CFS ist eine komplexe Erkrankung, die weltweit etwa 17 Millionen Menschen betrifft. In Deutschland sind schätzungsweise mehr als eine halbe Million Menschen betroffen, und die Zahl könnte sich durch COVID-19 verdoppelt haben, wie die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V. berichtet. Eine Expertin warnte, dass das Risiko für Long Covid mit jeder Infektion weiter steigt.
Symptome von Corona-Folgeerkrankung ME/CFS:
| Kernsymptome | Post-Exertionelle Malaise, Fatigue |
| Schlafstörungen | Einschlaf- und Durchschlafstörungen, veränderter Tag-Nacht-Rhythmus, nicht erholsamer Schlaf |
| Schmerzen | Gelenk-, Muskel-, Nerven-, Kopfschmerzen |
| Autonome Symptome | Schwindel, Herzrasen, Blässe, Atemnot, Darmstörung, Blasenstörung |
| Neurologische/kognitive Symptome | Konzentrations-, Gedächtnis-, Wortfindungsstörungen, Reizsensibilität, Muskelschwäche, Muskelzuckungen |
| Neuroendokrine Symptome | Schwitzen, fiebriges Gefühl, kalte Hände oder Füße, Empfindlich gegenüber Hitze und Kälte, Stress wird schlechter verarbeitet |
| Immunologische Symptome | Grippeähnliche Symptome, Halsschmerzen, Allergien, Unverträglichkeiten, allgemeines Krankheitsgefühl |
Quelle: Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V.
Vorkommen, Art und Intensität der Symptome können variieren.
Die Krankheit führt zu einer der niedrigsten Lebensqualitäten unter chronischen Erkrankungen. Trotz der Schwere der Krankheit gibt es bisher keine zugelassene Heilung oder kurative Behandlung gegen die Folgen der Long COVID-Erkrankung. Die Forschung arbeitet daran, die Mechanismen der Erkrankung besser zu verstehen, aber ein validierter Biomarker fehlt bislang. (mg)
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