VonKarolin Schaeferschließen
In der Krebs-Forschung stehen vor allem mRNA-Impfungen im Fokus. Mehrere Pharmakonzerne wollen in den kommenden Jahren Impfstoffe auf den Markt bringen.
Frankfurt – Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird jeder fünfte Mensch im Laufe seines Lebens an Krebs erkranken. Die EU-Kommission will den Kampf gegen Krebs nun vorantreiben. „Man schätzt, dass etwa 40 Prozent der Krebsfälle in der EU vermeidbar sind“, heißt es seitens der Brüsseler Behörde. Demnach sollen die Erkrankungen künftig früher erkannt werden. Zudem soll der Zugang zu kostenlosen Impfungen vereinfacht werden.
Krebs-Impfstoffe in Deutschland: Pharmakonzerne rechnen mit baldiger Impfung
Bislang gibt es zwei zugelassene Krebs-Impfungen in Europa. Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), welche Gebärmutterhalskrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum hervorrufen können, gibt es bereits seit Jahren. Eine Impfung gegen Hepatitis-B kann nach Kommissionsangaben Leberkrebs verhindern.
Währenddessen tut sich viel in der Krebs-Forschung. Das Biotechnologieunternehmen Biontech plant eine Krebs-Impfung bis 2030. Auch Curevac-Chef Alexander Zehnder rechnet mit einer baldigen Impfung. Eine entscheidende Rolle spielen dabei mRNA-Impfstoffe.
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Erste Studien-Erfolge gibt es bereits bei einer Impfung gegen fortgeschrittenen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom). Wie die Deutsche Krebsgesellschaft informierte, kann eine personalisierten mRNA-Impfung in Kombination mit einer Immuntherapie das Rückfallrisiko nach einer Operation deutlich reduzieren.
Studien geben Hoffnung: Impfung könnte gegen schwarzen Hautkrebs helfen
Darauf deuteten die Ergebnisse einer Phase-2-Studie der Edith Cowan University in Australien hin, die im vergangenen Jahr auf einer Tagung vorgestellt wurden. Zwar konnte bei den Teilnehmenden der Tumor vollständig entfernt werden, dennoch bestehe noch ein hohes Rückfallrisiko. Durch die Impfung soll das Immunsystem neben der Immuntherapie stärker angeregt werden, die Krebszellen zu bekämpfen.
Der Impfstoff basiert dabei auf der gleichen Technologie wie die mRNA-Impfung gegen das Coronavirus. Er richtet sich dabei aber nicht gegen einen Krankheitserreger wie Corona, sondern gegen körpereigene Krebszellen. In diesem Jahr plant der US-Pharmakonzern Moderna bereits „eine internationale klinische Studie zur mRNA-Therapie des malignen Melanoms, also dem schwarzen Hautkrebs, mit tausend Patientinnen und Patienten“, erklärte Susanne Weg-Remers vom Deutschen Krebsinformationsdienst der Deutschen Welle.
Kommt bald neue Krebs-Impfung? Moderna plant riesige Studie
Das könnte die Basis für eine Zulassung sein. Moderna will damit schon bald einen Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs auf den Markt bringen. „Wir gehen davon aus, dass das Produkt in einigen Ländern bis 2025 mit einer beschleunigten Zulassung auf den Markt kommen könnte“, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel der Nachrichtenagentur AFP. Zum Einsatz soll es dann in erster Linie bei Patientinnen und Patienten kommen, die bereits Hautkrebs haben und denen die Melanome entfernt wurden.
Auch an Wirkstoffen gegen weitere Krebs-Arten wird derzeit geforscht, etwa Darm- und Lungenkrebs, erklärte Weg-Remers. Ein Wundermittel sind die Impfstoffe im Kampf gegen die tödlichen Erkrankungen aber nicht. Die Deutsche Krebsgesellschaft weist darauf hin, dass die Impfstrategie noch am Anfang stehe. Zudem würden andere Krebs-Behandlungen die Wirkung der Impfungen womöglich beeinflussen.
Wichtig ist allem voran, auf die eigene Gesundheit zu achten. So können bereits bestimmte Lebensmittel das Krebs-Risiko senken. Andere Ernährungsweisen hingegen können das Erkrankungsrisiko sogar erhöhen. (kas/dpa)
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