„Ich steige da nicht ein“: Leitender Ingenieur weigerte sich offenbar, ins „Titan“-Uboot einzusteigen
VonKilian Bäuml
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Derzeit läuft eine Anhörung zum Unglück der „Titan“. Vor allem die Aussage eines Mitarbeiters zeigt aber, dass nicht alle Beteiligten das Tauchboot für sicher hielten.
Frankfurt – Im Sommer 2023 machten sich fünf Menschen in einem Tauchboot namens „Titan“ auf den Weg zur versunkenen Titanic. Doch das Tauchboot implodierte schon kurz nach Beginn der Expedition. Alle Passagiere kamen bei dem Unglück ums Leben. Derzeit findet eine Anhörung statt, die sich mit dem Unglück beschäftigt. Im Rahmen dessen werden auch Zeugen vernommen, von denen besonders eine Aussage erschüttert. Tony Nissen – der leitende Ingenieur der „Titan“ – wäre selbst nie in das Tauchboot gestiegen.
Die Anhörung soll noch bis zum 27. September fortlaufen. Ziel ist es laut der Küstenwache, „sich mit den historischen Ereignissen vor dem Unfall, der Einhaltung von Vorschriften, den Pflichten und Qualifikationen der Besatzungsmitglieder, den mechanischen und strukturellen Systemen, der Notfallhilfe und der Tauchbootindustrie befassen.“
Der leitende Ingenieur der „Titan“ wollte selbst nicht ins Tauchboot: „Ich steige da nicht ein“
Nissen soll sich von seinem Chef unter Druck gesetzt gefühlt haben, mit dem Tauchboot zu fahren, obwohl er es für nicht sicher hielt. „Ich steige da nicht ein“, sagte er laut eigener Aussage zu Stockton Rush, dem Mitbegründer der Firma OceanGate, der die „Titan“ gehörte, berichtet unter anderem AP.
Letzter Funkspruch der „Titan“ – sechs Sekunden bevor der Kontakt abbrach
In der Anhörung wurden auch erstmals Bilder des verunglückten Tauchboots von der Küstenwache veröffentlicht. Auch der letzte Funkspruch wurde veröffentlicht. Zuerst wog sich die Besatzung in Sicherheit, so war eine der letzten Nachrichten der „Titan“ an das Hilfsschiff Polar Prince: „Hier ist alles in Ordnung“.
Die Situation änderte sich jedoch offenbar innerhalb weniger Minuten. Im letzten Funkspruch der „Titan“ heißt es: „Dropped two wts“, (deutsch: haben zwei wts abgeworfen). Damit ist lautCNNwohl das Gewicht gemeint, das abgeworfen wurde, um zurück zur Oberfläche zu kommen. Nur sechs Sekunden nach Eingang des Funkspruchs ging der Kontakt zum Tauchboot verloren.
Die Bilder zum Drama um das Titanic-U-Boot: Das letzte Foto der „Titan“ – und die ersten Trümmer
Große Suche nach versunkenem Tauchboot – Wrackteile gefunden
Tagelang wurde nach der „Titan“ gesucht, an Bord befanden sich unter anderem der Milliardär Shahzada Dawood und sein 19-jähriger Sohn Suleman Dawood. Das Geräusch der Implosion wurde sogar von der Navi registriert. Die Wrackteile wurden später hunderte Meter entfernt von der Titanic gefunden, erklärten die Ermittler.