VonMaximilian Kettenbachschließen
In den Katastrophengebieten in Spanien läuft die Suche nach Vermissten weiter. Unterdessen gibt es die nächste Extremwetterwarnung.
Update vom 3. November, 21.53 Uhr: Die spanische Wetterbehörde hat die rote Warnung in der Provinz Valencia auf Orange heruntergesetzt. Wie es in den sozialen Medien heißt, drohe aber trotzdem in den nächsten Stunden „erhebliche“ Gefahr aufgrund starker Regenfälle in der valencianischen Gemeinschaft und im Süden Kataloniens. Laut Aemet könnten die Regenfälle bis in die erste Montagshälfte andauern.
Unwetter in Spanien: Alarmstufe Rot in Valencia – Warnung vor neuen Regenfällen
Update vom 3. November, 19.50 Uhr: Der spanische Wetterdienst hat für Sonntagabend (3. November) vor erneuten starken Regenfällen im Hochwassergebiet in der Region Valencia gewarnt. Laut der Nationalen Wetterbehörde Aemet galt für die südliche Küste der Region Valencia zwischen 18.00 und 23.00 Uhr Alarmstufe rot. Demnach drohten Niederschläge von 90 Litern pro Quadratmeter je Stunde, möglich seien auch Stürme von „großer Intensität“.
Das Notfallkoordinierungszentrum empfahl der Bevölkerung, angesichts der „größeren Anfälligkeit von Straßen, Häusern und Infrastruktur“ in den betroffenen Gemeinden äußerste Vorsicht walten zu lassen und die Ratschläge zu befolgen, insbesondere in den Bevölkerungsgruppen, die durch den Kälteeinbruch am stärksten geschädigt wurden. Polizisten mit Megafonen riefen die Bevölkerung auf, sich in ihre Häuser zu begeben, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Neue Wetterwarnung für Spanien: „Die Gefahr ist extrem“
Erstmeldung vom 3. November: Valencia – Vor allem in Tunneln und überfluteten Tiefgaragen ist die Bergung besonders schwierig. Doch Spaniens Rettungskräfte kämpfen unermüdlich weiter auf der Suche nach weiteren Opfern, die dort, unter Schlamm oder in Fahrzeugen, noch immer befürchtet werden. Satellitenbilder zeigen ganze Landstriche unter Wasser.
Mitten hinein in die Suche im Osten und Süden des Landes und insbesondere in der Region um Valencia herum sorgt eine neue Unwetterwarnung am Sonntagmorgen (3. November) für Aufregung. Der spanische Wetterdienst Aemet warnt die Menschen in der Region Almeria vor neuerlichen „sintflutartigen Regenfällen“. Flüsse und Bäche könnten demnach über die Ufer treten, wieder werden Überschwemmungen befürchtet. „Die Gefahr ist extrem! Reisen Sie nicht, wenn es nicht unbedingt notwendig ist“, heißt es weiter. Almeria liegt gut vier Autostunden südlich von Valencia.
⚠️AVISO ROJO | Lluvias torrenciales en la provincia de Almería.
— AEMET (@AEMET_Esp) November 3, 2024
Posibles desbordamientos de cauces e inundaciones. ¡El peligro es extremo! ¡No viaje salvo que sea estrictamente necesario!
En otras zonas del Mediterráneo persiste el aviso naranja: peligro importante. pic.twitter.com/LbYNrAxz42
Zahl der Todesopfer nach der Unwetter-Katastrophe steigt an
Am Sonntagmorgen (3. November) hatte der staatliche Sender RTVE bereits die Zahl der Todesopfer nach oben korrigiert. Der Notdienst der am schwersten getroffenen Mittelmeerregion Valencia gab die jüngste Bilanz mit 213 Toten an. Viele Menschen gelten weiter als vermisst. Unsere Karte zeigt, wo die Unwetter besonders wüteten.
Verheerende Unwetter in Spanien mit zahlreichen Toten: Fotos zeigen Ausmaß von Überschwemmungen und Sturzfluten




Das Unwetterphänomen „Kalter Tropfen“ hält sich aber weiter über Spaniens Mittelmeerküste. Die zweithöchste Warnstufe Orange gilt in Teilen der Region Valencia, unter anderem in der Provinz Castellón, wo heftige Regenfälle niedergehen könnten. Doch wo und wann die Unwetter runtergehen, ist oft nicht klar. Das Unwetterphänomen „Kalter Tropfen“ macht es selbst Meteorologen äußerst schwer, konkrete Vorhersagen zu treffen. So wurde auch Mallorca Anfang letzter Woche von den Regenfällen völlig überrascht.
Schuld und Wut bewegt Menschen nach der Katastrophe – Ministerpräsident verspricht Hilfe
Die Frage nach Schuld bewegt viele. Einige kritisieren, dass das Warnsystem viel zu spät einsetzte. Zudem hatte es harte Kritik allen voran aus den betroffenen Ortschaften gegeben, die sich in den ersten Tagen auf sich allein gestellt sahen. In vielen der etwa 15 besonders schlimm getroffenen Dörfer sind weiterhin Straßen von aufgetürmten Autos oder gestrandetem Hausrat versperrt und mit dickem Schlamm überzogen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez rief alle dazu auf, die Diskrepanzen beiseitezulassen. „Gemeinsam stehen wir das durch“, sagte Sanchez am Samstag in einer Pressekonferenz in Madrid. Zudem kündigte er an, das Militär vor Ort um weitere 5000 Soldaten aufzustocken und auch 5000 Polizisten zu entsenden. Mittlerweile sind mehr als 3600 Militärangehörige in den am schlimmsten betroffenen Ortschaften nahe der Großstadt Valencia im Einsatz, wie die spanische Zentralregierung in Madrid verkündete. Am Sonntag wollen König Felipe VI. und Königin Letizia in die Katastrophenregion reisen. (mke, dpa, afp)
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