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Midterms: Das sind die aktuellen Umfragen zu den US-Zwischenwahlen

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In den Midterms genannten Zwischenwahlen 2022 wählen die USA ihren Kongress neu. Hier finden Sie die wichtigsten Umfragen.

Washington, D.C. – Am 8. November finden in den USA die Midterms genannten Zwischenwahlen statt. Dabei werden die Abgeordneten für das Repräsentantenhaus, rund ein Drittel der Senatoren und zahlreiche Gouverneure neu gewählt.

Lange schien es so, als würde es bei den Midterms 2022 eine rote Welle geben. Denn die Republikaner sahen in allen Umfragen bis vor kurzem wie die klaren Sieger aus, für die in beiden Kammern des Kongresses klare Mehrheiten prognostiziert wurden. Präsident Joe Biden und den Demokraten schien eine deutliche Niederlage zu drohen.

Zwischendurch änderte sich die Lage. Es wirkte, als könnten die Demokraten einen Teilerfolg feiern und zumindest den Senat halten. Mittlerweile hat sich das Blatt aber auch im Senat erneut gewendet. Die aktuellen Erhebungen, die wir in unserem Umfragen-Ticker präsentieren, lassen ein eindeutiges Bild im Senat derzeit im Grunde kaum zu.

Das Kapitol in Washington, D.C.

Das Statistikportal FiveThirtyEight hat am Morgen des Wahltags ihre letzte Prognose veröffentlicht. Wie also werden die Midterms 2022 demnach ausgehen?

  • Senat: Die Republikaner werden mit einer Wahrscheinlichkeit von 59 % die Mehrheit im Senat erringen
  • Repräsentantenhaus: Die Republikaner werden mit einer Wahrscheinlichkeit von 84 % die Mehrheit im Repräsentantenhaus erreichen
  • Quelle: FiveThirtyEight, Stand: 08.11.2022

Midterms 2022 in den USA: 35 Sitze im Senat stehen zur Wahl

Bei den Midterm-Wahlen werden 35 Sitze im Senat neu verteilt. Zu den 34 regulären Wahlen kommt durch den Rücktritt des Republikaners Jim Inhofe eine außerordentliche Wahl in Oklahoma hinzu. Bei der Frage, ob die Demokraten oder die Republikaner die Mehrheit im Senat besitzen werden, spielen vor allem die Ergebnisse in zehn Staaten eine Rolle. Bei den übrigen Staaten ist davon auszugehen, dass sie in demokratischer beziehungsweise republikanischer Hand bleiben.

Midterms 2022: Zeitplan für die Zwischenwahlen in den USA

TerminEreignis
08. November 2022US-Midterms 2022
06. Dezember 2022Georgia: mögliche Stichwahl
10. Dezember 2022Louisiana: mögliche Stichwahl
03. Januar 2023Neuer US-Kongress tritt zusammen

Am schärfsten umkämpft sind nach den Umfragen Georgia, Nevada und Pennsylvania. Wer zwei dieser drei Staaten gewinnt, dürfte auch die Kontrolle im Senat besitzen. Den Demokraten reicht nämlich weiterhin ein Patt von 50 zu 50, da die Stimme von Vizepräsidentin Kamala Harris in ihrer Rolle als Senatspräsidentin in diesem Fall den Ausschlag gibt.

In zwei der drei Staaten hat sich zuletzt eine dramatische Wende vollzogen. Lagen dort lange Zeit die demokratischen Kandidaten vorne, so sieht es jetzt gerade umgekehrt aus. In Pennsylvania liegt der Republikaner Mehmet Oz inzwischen im Durchschnitt aller Umfragen einen Punkt vor seinem demokratischen Rivalen John Fetterman.

Zwischenwahlen USA: Die zehn spannendsten Duelle im Senat

John Fetterman von den Demokraten
Der linke Demokrat John Fetterman ist amtierender Vizegouverneur von Pennsylvania und tritt dort gegen den republikanischen Trump-Schützling Mehmet Oz an. Kurz vor den demokratischen Vorwahlen im Mai erlitt Fetterman einen Schlaganfall, von dem er sich noch immer erholt.  © Kriston Jae Bethel/afp
Mehemt Oz aus Pennsylvania
Der Republikaner Mehmet Oz wird im Wahlkampf in Pennsylvania um den Sitz im US-Senat von Ex-Präsident Donald Trump unterstützt. Der Kardiologe und ehemalige TV-Arzt geriet in die Kritik, weil er in seiner Sendung, „The Dr. Oz Show“, pseudowissenschaftliche und alternativmedizinische Ansichten verbreitete. © Ed Jones/AFP
Mandela Barnes
Der progressive Demokrat Mandela Barnes ist Vizegouverneur von Wisconsin und will den amtierenden republikanischen Senator, Ron Johnson, ablösen. Barnes setzt sich insbesondere für Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte ein. Seine Kandidatur wird von den prominenten US-Linken Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez und Elizabeth Warren offiziell unterstützt. © Scott Olson/AFP
Ron Johnson von den Republikanern
Der MAGA-Republikaner Ron Johnson ist der amtierende Senator von Wisconsin und rechtsextrem. Er will die staatliche Kranken- und Rentenversicherung privatisieren. Den Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 bezeichnete er als „überwiegend friedlich“, es sei kein bewaffneter Aufstand gewesen. © Mark Hertzberg/Imago
Raphael Warnock von den Demokraten
Raphael Warnock ist Senator des Swing States Georgia. Er wird herausgefordert von dem Trump-Protegé Herschel Walker. Warnock ist Pastor der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, in der einst der bekannte Bürgerrechtsaktivist Martin Luther King Jr. predigte. Warnock ist der erste Schwarze, der den Südstaat Georgia im US-Senat vertritt. © Anna Moneymaker/AFP
Herschel Walker von den Republikanern
Der Ex-American-Football-Spieler und Republikaner Herschel Walker tritt in Georgia gegen den demokratischen Senator Raphael Warnock an. Seine Kandidatur wird von Donald Trump unterstützt. Walker fällt immer wieder durch vergangene Skandale auf. Der erklärte Abtreibungsgegner soll eine Ex-Freundin zum Schwangerschaftsabbruch gedrängt und dafür bezahlt haben. © Megan Varner/AFP
Catherine Cortez Masto von den Demokraten
In Nevada wackelt der Senatssitz der demokratischen Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto. Ihr Herausforderer ist der von Donald Trump unterstütze Republikaner und Wahlleugner Adam Laxalt. Cortez Masto macht sich im Wahlkampf insbesondere für das Recht auf Abtreibung stark. Bevor sie Senatorin wurde, war sie Navadas Generalstaatsanwältin. © Kevin Dietsch/AFP
Republikaner Adam Laxalt, Kandidat für den Senat
Der Republikaner Adam Laxalt fordert in Nevada die demokratische Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto heraus. Laxalt wird von Donald Trump unterstützt und ist demzufolge Wahlleugner. Der ehemalige Generalstaatsanwalt von Nevada konzentriert sich auf die Themen Inflation und „Law and Order“. © Bridget Bennett/AFP
Tim Ryan aus Ohio
Demokrat Tim Ryan kämpft in Ohio mit dem Republikaner J. D. Vance um den frei werdenden Senatssitz. Ryan ist Abgeordneter im Repräsentantenhaus und war 2019 Präsidentschaftskandidat der Demokraten, doch schied vorzeitig aus dem Rennen aus. © Jerry Mennenga/Imago
JD Vance kandidiert für die Republikaner
J. D. Vance kandidiert auf republikanischer Seite in Ohio gegen den Demokraten Tim Ryan für den Senat. Vance ist Risikokapitalgeber und Autor des autobiografischen Bestsellers „Hillbilly Elegie“. Er sicherte sich die republikanische Nominierung im Vorwahlkampf durch rechtsextreme Positionen und die Unterstützung von Donald Trump. © Jeff Swensen/AFP
Marco Rubio kandidiert für die Republikaner
In Florida sieht sich der amtierende republikanische Senator Marco Rubio seiner demokratischen Herausforderin Val Demings gegenüber. Donald Trump verpasste Rubio, der 2016 als dessen Kontrahent in den republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen antrat, den hämischen Spitznamen „little Marco“ (kleiner Marco). © Anna Moneymaker/AFP
Val Demings kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Val Demings fordert in Florida den amtierenden republikanischen Senator Marco Rubio heraus. Sie ist die ehemalige Polizeichefin von Orlando und konnte bereits republikanische Attacken abwehren, die darauf abzielten, sie als zu lax in puncto Strafverfolgung darzustellen. © Joe Readle/AFP
Ted Budd kandidiert für die Republikaner
In North Carolina tritt der Republikaner Ted Budd gegen die Demokratin Cheri Beasley an. Der von Trump unterstützte rechtsextreme Abgeordnete Budd ist Wahlleugner und Inhaber eines Schusswaffengeschäfts. © Seth Herald/AFP
Cheri Beasly kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Cheri Beasley kämpft in North Carolina mit dem Trump-Republikaner Ted Budd um den Sitz im Senat. Beasley ist ehemalige Richterin am Supreme Court des Bundesstaates North Carolina und befürwortet das Recht auf Abtreibung. © Sean Rayford/AFP
Mark Kelly kandidiert für die Demokraten
In Arizona wird der demokratische Amtsinhaber Mark Kelly vom Trump-Schützling und rechtsextremen Republikaner Blake Masters herausgefordert. Kelly ist ehemaliger Astronaut und Ehemann der ehemaligen Abgeordneten Gabby Giffords, der bei einer Veranstaltung in den Kopf geschossen wurde und die überlebte. Demzufolge setzt sich Kelly für strengere Schusswaffengesetze ein. © Kevin Dietsch/AFP
Blake Masters kandidiert für die Republikaner
Der rechtsextreme Republikaner Blake Masters fordert in Arizona den demokratischen Amtsinhaber Mark Kelly heraus. Masters ist ein Schützling Donald Trumps und sprach sich im Vorwahlkampf nicht nur gegen Abtreibungen, sondern auch gegen Empfängnisverhütung aus. Er ist auch Anhänger des rechten, rassistischen Verschwörungsmythos vom „Großen Austausch“. © Brandon Bell/afp
Maggie Hassan kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Maggie Hassan ist die Amtsinhaberin des Senatssitzes für New Hampshire. Sie wird von dem Republikaner Don Bolduc herausgefordert. Hassan konzentriert sich im Wahlkampf auf den Schutz des Rechts auf Abtreibung. Sie war bereits Gouverneurin von New Hampshire. © Scott Eisen/AFP
Don Bolduc kandidiert für die Republikaner
Der Republikaner Don Bolduc fordert in New Hampshire die demokratische Amtsinhaberin Maggie Hassan heraus. Bolduc lobte die höchst umstrittene Anti-Abtreibungsentscheidung des Supreme Courts. Der pensionierte Brigadegeneral ist ein rechtsextremer Kandidat, doch er wird nicht von Donald Trump unterstützt. © Scott Eisen/AFP
Michael Bennet kandidiert für die Demokraten
In Colorado wird der demokratische Amtsinhaber Michael Bennet von dem Republikaner Joe O’Dea herausgefordert. Bennet hat sich während seiner Amtszeit auf die Ausweitung der Steuergutschrift für Kinder konzentriert. Er macht auch Wahlkampf mit den Mitteln aus dem Infrastrukturpaket, die seinem Bundesstaat zuerkannt wurden. © POOL

In Georgia lag der Demokrat Raphael Warnock lange vor seinem republikanischen Kontrahenten Herschel Walker, inzwischen aber hat Walker im Durchschnitt aller Umfragen die Nase vorn. Zwei aktuelle Erhebungen von New York Times und Siena College sowie vom Marist College, die beide besonders verlässlich gelten, sehen allerdings Warnock vorne. Es bleibt also spannend. Da in Georgia im ersten Wahlgang 50 Prozent der Stimmen erreicht werden müssen, ist aber nicht auszuschließen, dass es hier zu einer Stichwahl kommen wird.

In Nevada liegt der republikanische Kandidat Adam Laxalt in den Umfragen hauchdünn vor Catherine Cortez Masto. Sollten sich die Umfragen bestätigen, würden die Republikaner mit relativ deutlicher Mehrheit den Senat übernehmen. In diesem Fall dürften die Republikaner Präsident Joe Biden die Regierungsarbeit fast unmöglich machen.

Umfragen für den Senat - Georgia

Raphael Warnock (D)Herschel Walker (R)
48,7 %49,9 %

Umfragen für den Senat - Nevada

Catherine Cortez Masto (D)Adam Laxalt (R)
48,6 %48,8 %

Umfragen für den Senat - Pennsylvania

John Fetterman (D)Mehmet Oz (R)
48,5 %49,5 %

Weitere Staaten, die über den Ausgang der Wahl für den Senat bei den Midterms 2022 entscheiden, sind Arizona, Colorado, Florida, New Hampshire, North Carolina, Ohio und Wisconsin. Hier könnte es aufgrund der Umfragen zumindest noch zu Überraschungen kommen. Die Republikaner hoffen vor allem auf einen Erfolg in Arizona, wo Trump-Kandidat Blake Masters den ehemaligen Astronauten Mark Kelly stürzen will. Die Demokraten erhoffen sich eine Trendwende in Ohio und Wisconsin.

Umfragen für den Senat - Arizona

Mark Kelly (D)Blake Masters (R)
50,2 %48,0 %

Umfragen für den Senat - Colorado

Michael Bennet (D)Joe O’Dea (R)
52,5 %44,5 %

Umfragen für den Senat - Florida

Val Demings (D)Marco Rubio (R)
44,2 %54,0 %

Umfragen für den Senat - New Hampshire

Maggie Hassan (D)Donald Bolduc (R)
50,9 %47,4 %

Umfragen für den Senat - North Carolina

Cheri Beasley (D)Ted Budd (R)
46,7 %51,5 %

Umfragen für den Senat - Ohio

Tim Ryan (D)J.D. Vance (R)
46,8 %53,2 %

Umfragen für den Senat - Wisconsin

Mandela Barnes (D)Ron Johnson (R)
47,6 %52,4 %

(Quelle: FiveThirtyEight)

Midterms 2022: Wahl zum Repräsentantenhaus

Bei der Wahl zum Repräsentantenhaus der USA stehen alle 435 Sitze zur Wahl. Die Abgeordneten werden per Direktwahl in ihrem Wahlbezirk für zwei Jahre gewählt. Da bei den Zwischenwahlen 2022 erstmals die Sitzverteilung gemäß dem United States Census 2020 verwendet wird, wurden alle Wahlbezirke neu zugeschnitten. Derzeit verfügen die Demokraten über die Mehrheit von 220 Sitzen, die Republikaner haben 212 Sitze inne, drei Sitze sind vakant. Alle Umfragen deuten darauf hin, dass die Republikaner hier eine Mehrheit erreichen werden.

Midterms 2022: Gouverneurswahlen

Bei den Zwischenwahlen in den USA wird in 36 Staaten auch der Gouverneursposten neu besetzt. Hier sind auch zwei bekannte Politiker am Start, die in Zukunft nach Höherem streben. Ron DeSantis, den viele schon als Nachfolger von Donald Trump sehen, dürfte in Florida der Sieg kaum zu nehmen sein. In Kalifornien bleibt der demokratische Hoffnungsträger Gavin Newsome unangefochten. In Arizona bahnt sich derweil ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump-Kandidatin Kari Lake und der Demokratin Katie Hobbs an.

Gouverneurswahlen - Arizona

Katie Hobbs (D)Kari Lake (R)
48,9 %51,1 %

Gouverneurswahlen - Florida

Charlie Grist (D)Ron DeSantis (R)
42,3 %55,8 %

Gouverneurswahlen - Kalifornien

Gavin Newsom (D)Brian Dahle (R)
60,7 %39,3 %

(Quelle: FiveThirtyEight)

Die Entscheidung über die Mehrheiten im Kongress fällt jedoch erst am Wahltag. Wie dieser abläuft und wann die Ergebnisse veröffentlicht werden, erfahren Sie in unserem Zeitplan. Das Geschehen in der Wahlnacht ist live im TV und im Live-Stream zu sehen. Die aktuellen Entwicklungen bei den Midterms können Sie in unserem News-Ticker verfolgen. (cs)

Rubriklistenbild: © Susan Walsh/dpa

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