Wahlen in den USA

Midterms: Wann gibt es die ersten Ergebnisse?

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Demokraten oder Republikaner: Wer hat die Mehrheit im Kongress? Am 8. November 2022 fällt die Entscheidung, doch wann gibt es die Ergebnisse der Midterms?

Washington, D.C. – In den USA stehen wieder Wahlen an. Bei den sogenannten Midterms am 8. November 2022 entscheiden die Wähler:innen über die Mehrheit im Kongress, dem amerikanischen Parlament. Dabei wird das gesamte Repräsentantenhaus sowie etwa ein Drittel des Senats neu gewählt. In mehreren Bundesstaaten werden auch die Gouverneure neu gewählt.

Zwischenwahlen in den USA
Datum8. November 2022
Was wird gewählt?Senat und Repräsentantenhaus
WahlsystemMehrheitswahl
Mögliche Stichwahlen6. Dezember (Georgia), 10. Dezember (Louisiana)

Der Ausgang der Zwischenwahlen ist vor allem für die Bundespolitik in den USA entscheidend. Verlieren die Demokraten die Mehrheit, wird Joe Bidens Handlungsspielraum als Präsident eingeschränkt. Das Ergebnis der Midterms wird daher mit Spannung erwartet. Doch wann stehen es fest?

Wahlen in den USA: Veröffentlichung der Midterm-Ergebnisse hängt von der Zeitzone ab

Die Senator:innen und die Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden bei den Midterms direkt von den Menschen gewählt. In den Senat zieht ein, wer in den Bundesstaaten die meisten Stimmen erhält. Bei der Wahl zum Repräsentantenhaus treten die Kandidierenden dabei in Wahlbezirken an. Wer dort die meisten Stimmen erhält, zieht direkt in den Kongress ein. Dabei ist es egal, wie viele Stimmen die Partei der Kandidierenden bekommt.

Bei den Midterms in den USA geht es um die Mehrheit im Kongress – und um die politische Zukunft von Joe Biden

Aufgrund der Größe des Landes liegen die USA in mehreren Zeitzonen: Der Kontinent ist in vier Zeitzonen aufgeteilt, zudem haben Alaska und Hawaii jeweils eigene Zeitzonen. Das wirkt sich auch auf den Zeitplan der Midterms aus: Wenn die Wahllokale an der Ostküste schon schließen und die ersten Ergebnisse in den Wahlbezirken feststehen, wird in Hawaii noch gewählt.

Wann stehen die ersten Ergebnisse der Midterms fest?

Die Ergebnisse der Midterms stehen somit erst nach und nach fest. Den Anfang machen dabei Regionen in den Bundesstaaten Kentucky und Indiana, wo die Wahllokale um 18 Uhr Ortszeit (9. November, 0 Uhr mitteleuropäische Zeit) schließen. Im häufig umkämpften Florida schließen die letzten Wahllokale jedoch nach mitteleuropäischer Zeit erst um 2 Uhr. Den Abschluss bilden Teile von Alaska, wo die Wahllokale 7 Uhr (MEZ) schließen.

Die ersten Prognosen der Midterms gibt es gewöhnlich kurz nach Schließung der jeweiligen Wahllokale. Die Prognosen beruhen auf sogenannten Exit Polls, also Umfragen am Wahltag. Nach und nach werden schließlich die Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise veröffentlicht und es steht fest, wer ins Repräsentantenhaus einzieht.

Zwischenwahlen USA: Die zehn spannendsten Duelle im Senat

John Fetterman von den Demokraten
Der linke Demokrat John Fetterman ist amtierender Vizegouverneur von Pennsylvania und tritt dort gegen den republikanischen Trump-Schützling Mehmet Oz an. Kurz vor den demokratischen Vorwahlen im Mai erlitt Fetterman einen Schlaganfall, von dem er sich noch immer erholt.  © Kriston Jae Bethel/afp
Mehemt Oz aus Pennsylvania
Der Republikaner Mehmet Oz wird im Wahlkampf in Pennsylvania um den Sitz im US-Senat von Ex-Präsident Donald Trump unterstützt. Der Kardiologe und ehemalige TV-Arzt geriet in die Kritik, weil er in seiner Sendung, „The Dr. Oz Show“, pseudowissenschaftliche und alternativmedizinische Ansichten verbreitete. © Ed Jones/AFP
Mandela Barnes
Der progressive Demokrat Mandela Barnes ist Vizegouverneur von Wisconsin und will den amtierenden republikanischen Senator, Ron Johnson, ablösen. Barnes setzt sich insbesondere für Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte ein. Seine Kandidatur wird von den prominenten US-Linken Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez und Elizabeth Warren offiziell unterstützt. © Scott Olson/AFP
Ron Johnson von den Republikanern
Der MAGA-Republikaner Ron Johnson ist der amtierende Senator von Wisconsin und rechtsextrem. Er will die staatliche Kranken- und Rentenversicherung privatisieren. Den Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 bezeichnete er als „überwiegend friedlich“, es sei kein bewaffneter Aufstand gewesen. © Mark Hertzberg/Imago
Raphael Warnock von den Demokraten
Raphael Warnock ist Senator des Swing States Georgia. Er wird herausgefordert von dem Trump-Protegé Herschel Walker. Warnock ist Pastor der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, in der einst der bekannte Bürgerrechtsaktivist Martin Luther King Jr. predigte. Warnock ist der erste Schwarze, der den Südstaat Georgia im US-Senat vertritt. © Anna Moneymaker/AFP
Herschel Walker von den Republikanern
Der Ex-American-Football-Spieler und Republikaner Herschel Walker tritt in Georgia gegen den demokratischen Senator Raphael Warnock an. Seine Kandidatur wird von Donald Trump unterstützt. Walker fällt immer wieder durch vergangene Skandale auf. Der erklärte Abtreibungsgegner soll eine Ex-Freundin zum Schwangerschaftsabbruch gedrängt und dafür bezahlt haben. © Megan Varner/AFP
Catherine Cortez Masto von den Demokraten
In Nevada wackelt der Senatssitz der demokratischen Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto. Ihr Herausforderer ist der von Donald Trump unterstütze Republikaner und Wahlleugner Adam Laxalt. Cortez Masto macht sich im Wahlkampf insbesondere für das Recht auf Abtreibung stark. Bevor sie Senatorin wurde, war sie Navadas Generalstaatsanwältin. © Kevin Dietsch/AFP
Republikaner Adam Laxalt, Kandidat für den Senat
Der Republikaner Adam Laxalt fordert in Nevada die demokratische Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto heraus. Laxalt wird von Donald Trump unterstützt und ist demzufolge Wahlleugner. Der ehemalige Generalstaatsanwalt von Nevada konzentriert sich auf die Themen Inflation und „Law and Order“. © Bridget Bennett/AFP
Tim Ryan aus Ohio
Demokrat Tim Ryan kämpft in Ohio mit dem Republikaner J. D. Vance um den frei werdenden Senatssitz. Ryan ist Abgeordneter im Repräsentantenhaus und war 2019 Präsidentschaftskandidat der Demokraten, doch schied vorzeitig aus dem Rennen aus. © Jerry Mennenga/Imago
JD Vance kandidiert für die Republikaner
J. D. Vance kandidiert auf republikanischer Seite in Ohio gegen den Demokraten Tim Ryan für den Senat. Vance ist Risikokapitalgeber und Autor des autobiografischen Bestsellers „Hillbilly Elegie“. Er sicherte sich die republikanische Nominierung im Vorwahlkampf durch rechtsextreme Positionen und die Unterstützung von Donald Trump. © Jeff Swensen/AFP
Marco Rubio kandidiert für die Republikaner
In Florida sieht sich der amtierende republikanische Senator Marco Rubio seiner demokratischen Herausforderin Val Demings gegenüber. Donald Trump verpasste Rubio, der 2016 als dessen Kontrahent in den republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen antrat, den hämischen Spitznamen „little Marco“ (kleiner Marco). © Anna Moneymaker/AFP
Val Demings kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Val Demings fordert in Florida den amtierenden republikanischen Senator Marco Rubio heraus. Sie ist die ehemalige Polizeichefin von Orlando und konnte bereits republikanische Attacken abwehren, die darauf abzielten, sie als zu lax in puncto Strafverfolgung darzustellen. © Joe Readle/AFP
Ted Budd kandidiert für die Republikaner
In North Carolina tritt der Republikaner Ted Budd gegen die Demokratin Cheri Beasley an. Der von Trump unterstützte rechtsextreme Abgeordnete Budd ist Wahlleugner und Inhaber eines Schusswaffengeschäfts. © Seth Herald/AFP
Cheri Beasly kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Cheri Beasley kämpft in North Carolina mit dem Trump-Republikaner Ted Budd um den Sitz im Senat. Beasley ist ehemalige Richterin am Supreme Court des Bundesstaates North Carolina und befürwortet das Recht auf Abtreibung. © Sean Rayford/AFP
Mark Kelly kandidiert für die Demokraten
In Arizona wird der demokratische Amtsinhaber Mark Kelly vom Trump-Schützling und rechtsextremen Republikaner Blake Masters herausgefordert. Kelly ist ehemaliger Astronaut und Ehemann der ehemaligen Abgeordneten Gabby Giffords, der bei einer Veranstaltung in den Kopf geschossen wurde und die überlebte. Demzufolge setzt sich Kelly für strengere Schusswaffengesetze ein. © Kevin Dietsch/AFP
Blake Masters kandidiert für die Republikaner
Der rechtsextreme Republikaner Blake Masters fordert in Arizona den demokratischen Amtsinhaber Mark Kelly heraus. Masters ist ein Schützling Donald Trumps und sprach sich im Vorwahlkampf nicht nur gegen Abtreibungen, sondern auch gegen Empfängnisverhütung aus. Er ist auch Anhänger des rechten, rassistischen Verschwörungsmythos vom „Großen Austausch“. © Brandon Bell/afp
Maggie Hassan kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Maggie Hassan ist die Amtsinhaberin des Senatssitzes für New Hampshire. Sie wird von dem Republikaner Don Bolduc herausgefordert. Hassan konzentriert sich im Wahlkampf auf den Schutz des Rechts auf Abtreibung. Sie war bereits Gouverneurin von New Hampshire. © Scott Eisen/AFP
Don Bolduc kandidiert für die Republikaner
Der Republikaner Don Bolduc fordert in New Hampshire die demokratische Amtsinhaberin Maggie Hassan heraus. Bolduc lobte die höchst umstrittene Anti-Abtreibungsentscheidung des Supreme Courts. Der pensionierte Brigadegeneral ist ein rechtsextremer Kandidat, doch er wird nicht von Donald Trump unterstützt. © Scott Eisen/AFP
Michael Bennet kandidiert für die Demokraten
In Colorado wird der demokratische Amtsinhaber Michael Bennet von dem Republikaner Joe O’Dea herausgefordert. Bennet hat sich während seiner Amtszeit auf die Ausweitung der Steuergutschrift für Kinder konzentriert. Er macht auch Wahlkampf mit den Mitteln aus dem Infrastrukturpaket, die seinem Bundesstaat zuerkannt wurden. © POOL

Mit der laufenden Auszählung werden über die Nacht hinweg aktualisierte Zwischenergebnisse der Midterms veröffentlicht. Sie liefern immer genauere Aussagen über die Mehrheitsverhältnisse in Repräsentantenhaus und Senat. Exakte Ergebnisse der Wahl des Repräsentantenhauses sind also schon am Morgen nach der Wahl zu erwarten.

Wann ist mit den Ergebnissen der Midterms in den Swing States zu rechnen?

Bei den Midterms sind zehn Bundesstaaten besonders interessant. Dort ist offen, ob Kandidierende der Demokraten oder Republikaner den Sitz im Senat gewinnen können. Wann die Wahllokale der Zwischenwahlen am 9. November 2022 nach deutscher Zeit schließen, sehen Sie in unserer Übersicht:

Georgia1 Uhr
New Hampshire1 Uhr bzw. 2 Uhr
Florida1 Uhr bzw. 2 Uhr
Ohio1.30 Uhr
North Carolina1.30 Uhr
Pennsylvania2 Uhr
Arizona3 Uhr
Colorado3 Uhr
Wisconsin3 Uhr
Nevada4 Uhr

Bis alle Stimmen ausgezählt sind und die endgültigen Ergebnisse der Zwischenwahlen in den USA feststehen, kann es jedoch Tage dauern. In der Vergangenheit haben technische Schwierigkeiten und fehlende Wahlhelfer:innen für Verzögerungen gesorgt.

Zeitplan der Midterms in den USA

Wann beginnt die Abstimmung in den USA? Wann schließen die Bundesstaaten die Wahllokale? Alle Informationen finden Sie in unserem Zeitplan.

Ergebnis der Wahl zum Senat kann erst im Dezember feststehen

Bis die endgültige Zusammensetzung des Senats feststeht, kann es jedoch deutlich länger dauern. In Louisiana und Georgia müssen Kandidierende eine absolute Mehrheit erreichen, um in den Senat einzuziehen. Ansonsten kommt es am 6. Dezember (Georgia) bzw. 10. Dezember (Louisiana) zur Stichwahl.

Umfragen zu den Midterms prognostizieren eine Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus. Bei der Wahl zum Senat gibt es dagegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

In unserer Berichterstattung zu den Midterms informieren wir Sie über Umfragen und Prognosen sowie über den Zeitplan der Wahl. Ebenso finden Sie eine Übersicht bei uns, wo Sie die Wahlen im TV und Livestream sehen. Die aktuellen Entwicklungen bei den Midterms können Sie in unserem News-Ticker verfolgen. (ms)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Orit Ben-Ezzer

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