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Midterms-Zeitplan: Wie läuft die Wahl in den USA ab?

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Am 8. November 2022 wählen die USA einen neuen Kongress. Wie laufen die Midterms ab? Der Zeitplan der Zwischenwahlen im Überblick.

Washington, D.C. – Wer erhält die Mehrheit im Kongress? Diese Frage müssen die Wähler:innen in den USA am 8. November 2022 beantworten. Dann stehen die Midterms an. Dabei werden alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses sowie knapp ein Drittel der 100 Plätze im US-Senat vergeben. Dabei handelt es sich um die beiden Kammern des amerikanischen Parlaments.

Die Senator:innen werden dabei in den Bundesstaaten gewählt, die Abgeordneten des Repräsentantenhauses kandidieren in 435 Wahlbezirken, die über die gesamten USA verteilt sind. Wegen der Größe des Landes wird in fünf verschiedenen Zeitzonen abgestimmt. Zudem unterscheiden sich die Wahlzeiten in einzelnen Bundesstaaten.

Zeitplan der Midterms: Wann beginnt die Wahl in den USA 2022?

Tatsächlich laufen die Midterms 2022 schon seit dem 1. März. Die Kandidierenden der Zwischenwahlen mussten sich vor dem eigentlichen Wahltermin erst bei den Vorwahlen („Primaries“) ihrer eigenen Partei beweisen. Für die Demokraten bzw. Republikaner eingetragene Wähler:innen konnten entscheiden, wer am 8. November zur tatsächlichen Wahl antreten darf. Die letzte Vorwahl fand am 14. September in Rhode Island statt.

Wer gewinnt die Midterms: Die Demokraten oder die Republikaner?

Louisiana hat keine klassischen Vorwahlen. Wer bei den Midterms am 8. November eine absolute Mehrheit gewinnt, zieht in den Kongress ein. Erreicht niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen, finden im Dezember Stichwahlen statt.

Wann beginnen die Midterm-Wahlen 2022 in den USA?

In den meisten Bundesstaaten und Wahlbezirken fällt die Wahlentscheidung am 8. November 2022, wenn demokratische und republikanische Kandidierende gegeneinander antreten. Weil die USA in verschiedene Zeitzonen aufgeteilt sind, unterscheiden sich die Wahlzeiten von Bundesstaaten oder Regionen teils erheblich.

Zwischenwahlen USA: Die zehn spannendsten Duelle im Senat

John Fetterman von den Demokraten
Der linke Demokrat John Fetterman ist amtierender Vizegouverneur von Pennsylvania und tritt dort gegen den republikanischen Trump-Schützling Mehmet Oz an. Kurz vor den demokratischen Vorwahlen im Mai erlitt Fetterman einen Schlaganfall, von dem er sich noch immer erholt.  © Kriston Jae Bethel/afp
Mehemt Oz aus Pennsylvania
Der Republikaner Mehmet Oz wird im Wahlkampf in Pennsylvania um den Sitz im US-Senat von Ex-Präsident Donald Trump unterstützt. Der Kardiologe und ehemalige TV-Arzt geriet in die Kritik, weil er in seiner Sendung, „The Dr. Oz Show“, pseudowissenschaftliche und alternativmedizinische Ansichten verbreitete. © Ed Jones/AFP
Mandela Barnes
Der progressive Demokrat Mandela Barnes ist Vizegouverneur von Wisconsin und will den amtierenden republikanischen Senator, Ron Johnson, ablösen. Barnes setzt sich insbesondere für Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte ein. Seine Kandidatur wird von den prominenten US-Linken Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez und Elizabeth Warren offiziell unterstützt. © Scott Olson/AFP
Ron Johnson von den Republikanern
Der MAGA-Republikaner Ron Johnson ist der amtierende Senator von Wisconsin und rechtsextrem. Er will die staatliche Kranken- und Rentenversicherung privatisieren. Den Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 bezeichnete er als „überwiegend friedlich“, es sei kein bewaffneter Aufstand gewesen. © Mark Hertzberg/Imago
Raphael Warnock von den Demokraten
Raphael Warnock ist Senator des Swing States Georgia. Er wird herausgefordert von dem Trump-Protegé Herschel Walker. Warnock ist Pastor der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, in der einst der bekannte Bürgerrechtsaktivist Martin Luther King Jr. predigte. Warnock ist der erste Schwarze, der den Südstaat Georgia im US-Senat vertritt. © Anna Moneymaker/AFP
Herschel Walker von den Republikanern
Der Ex-American-Football-Spieler und Republikaner Herschel Walker tritt in Georgia gegen den demokratischen Senator Raphael Warnock an. Seine Kandidatur wird von Donald Trump unterstützt. Walker fällt immer wieder durch vergangene Skandale auf. Der erklärte Abtreibungsgegner soll eine Ex-Freundin zum Schwangerschaftsabbruch gedrängt und dafür bezahlt haben. © Megan Varner/AFP
Catherine Cortez Masto von den Demokraten
In Nevada wackelt der Senatssitz der demokratischen Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto. Ihr Herausforderer ist der von Donald Trump unterstütze Republikaner und Wahlleugner Adam Laxalt. Cortez Masto macht sich im Wahlkampf insbesondere für das Recht auf Abtreibung stark. Bevor sie Senatorin wurde, war sie Navadas Generalstaatsanwältin. © Kevin Dietsch/AFP
Republikaner Adam Laxalt, Kandidat für den Senat
Der Republikaner Adam Laxalt fordert in Nevada die demokratische Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto heraus. Laxalt wird von Donald Trump unterstützt und ist demzufolge Wahlleugner. Der ehemalige Generalstaatsanwalt von Nevada konzentriert sich auf die Themen Inflation und „Law and Order“. © Bridget Bennett/AFP
Tim Ryan aus Ohio
Demokrat Tim Ryan kämpft in Ohio mit dem Republikaner J. D. Vance um den frei werdenden Senatssitz. Ryan ist Abgeordneter im Repräsentantenhaus und war 2019 Präsidentschaftskandidat der Demokraten, doch schied vorzeitig aus dem Rennen aus. © Jerry Mennenga/Imago
JD Vance kandidiert für die Republikaner
J. D. Vance kandidiert auf republikanischer Seite in Ohio gegen den Demokraten Tim Ryan für den Senat. Vance ist Risikokapitalgeber und Autor des autobiografischen Bestsellers „Hillbilly Elegie“. Er sicherte sich die republikanische Nominierung im Vorwahlkampf durch rechtsextreme Positionen und die Unterstützung von Donald Trump. © Jeff Swensen/AFP
Marco Rubio kandidiert für die Republikaner
In Florida sieht sich der amtierende republikanische Senator Marco Rubio seiner demokratischen Herausforderin Val Demings gegenüber. Donald Trump verpasste Rubio, der 2016 als dessen Kontrahent in den republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen antrat, den hämischen Spitznamen „little Marco“ (kleiner Marco). © Anna Moneymaker/AFP
Val Demings kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Val Demings fordert in Florida den amtierenden republikanischen Senator Marco Rubio heraus. Sie ist die ehemalige Polizeichefin von Orlando und konnte bereits republikanische Attacken abwehren, die darauf abzielten, sie als zu lax in puncto Strafverfolgung darzustellen. © Joe Readle/AFP
Ted Budd kandidiert für die Republikaner
In North Carolina tritt der Republikaner Ted Budd gegen die Demokratin Cheri Beasley an. Der von Trump unterstützte rechtsextreme Abgeordnete Budd ist Wahlleugner und Inhaber eines Schusswaffengeschäfts. © Seth Herald/AFP
Cheri Beasly kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Cheri Beasley kämpft in North Carolina mit dem Trump-Republikaner Ted Budd um den Sitz im Senat. Beasley ist ehemalige Richterin am Supreme Court des Bundesstaates North Carolina und befürwortet das Recht auf Abtreibung. © Sean Rayford/AFP
Mark Kelly kandidiert für die Demokraten
In Arizona wird der demokratische Amtsinhaber Mark Kelly vom Trump-Schützling und rechtsextremen Republikaner Blake Masters herausgefordert. Kelly ist ehemaliger Astronaut und Ehemann der ehemaligen Abgeordneten Gabby Giffords, der bei einer Veranstaltung in den Kopf geschossen wurde und die überlebte. Demzufolge setzt sich Kelly für strengere Schusswaffengesetze ein. © Kevin Dietsch/AFP
Blake Masters kandidiert für die Republikaner
Der rechtsextreme Republikaner Blake Masters fordert in Arizona den demokratischen Amtsinhaber Mark Kelly heraus. Masters ist ein Schützling Donald Trumps und sprach sich im Vorwahlkampf nicht nur gegen Abtreibungen, sondern auch gegen Empfängnisverhütung aus. Er ist auch Anhänger des rechten, rassistischen Verschwörungsmythos vom „Großen Austausch“. © Brandon Bell/afp
Maggie Hassan kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Maggie Hassan ist die Amtsinhaberin des Senatssitzes für New Hampshire. Sie wird von dem Republikaner Don Bolduc herausgefordert. Hassan konzentriert sich im Wahlkampf auf den Schutz des Rechts auf Abtreibung. Sie war bereits Gouverneurin von New Hampshire. © Scott Eisen/AFP
Don Bolduc kandidiert für die Republikaner
Der Republikaner Don Bolduc fordert in New Hampshire die demokratische Amtsinhaberin Maggie Hassan heraus. Bolduc lobte die höchst umstrittene Anti-Abtreibungsentscheidung des Supreme Courts. Der pensionierte Brigadegeneral ist ein rechtsextremer Kandidat, doch er wird nicht von Donald Trump unterstützt. © Scott Eisen/AFP
Michael Bennet kandidiert für die Demokraten
In Colorado wird der demokratische Amtsinhaber Michael Bennet von dem Republikaner Joe O’Dea herausgefordert. Bennet hat sich während seiner Amtszeit auf die Ausweitung der Steuergutschrift für Kinder konzentriert. Er macht auch Wahlkampf mit den Mitteln aus dem Infrastrukturpaket, die seinem Bundesstaat zuerkannt wurden. © POOL

Bei den Midterms öffnen die ersten Wahllokale an der Ostküste am 8. November um 6 Uhr Ortszeit, was 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) entspricht. Als letzter Bundesstaat beginnt Hawaii um 18 Uhr MEZ mit der Zwischenwahl.

Wann schließen die Wahllokale bei den Midterms?

Die ersten Wahllokale schließen nach mitteleuropäischer Zeit erst am Mittwoch, 9. November 2022. Um 0 Uhr ist die Wahl in einigen Regionen der Bundesstaaten Kentucky und Indiana zu Ende. Im Laufe der Nacht ziehen immer mehr Bundesstaaten nach. Die Abstimmung für die Midterms endet um 7 Uhr morgens (MEZ). Zu diesem Zeitpunkt schließen die letzten Wahllokale in Alaska.

Wann die einzelnen Bundesstaaten bei den Midterms 2022 die Wahllokale schließen, erfahren Sie in unserer Übersicht:

  • 0.00 Uhr: Erste Regionen von Kentucky und Indiana
  • 1.00 Uhr: Teile Floridas, New Hampshire, Rest von Kentucky und Indiana
  • 1.30 Uhr: North Carolina, Ohio, West Virginia
  • 2.00 Uhr: Teile von Michigan, Kansas, South Dakota und Texas sowie die Bundesstaaten Florida, Pennsylvania, Maine, Alabama, Connecticut, Delaware, Illinois, Massachusetts, Maryland, Mississippi, Missouri, New Jersey, Oklahoma, Rhode Island, Tennessee und die Hauptstadt Washington, D.C.
  • 2.30 Uhr: Arkansas
  • 3.00 Uhr: Rest von Michigan, Kansas, South Dakota und Texas sowie gesamte Bundesstaaten Arizona, Minnesota, Wisconsin, North Dakota, Colorado, Louisiana, Nebraska, New Mexiko, New York, Wyoming
  • 4.00 Uhr: Nevada und Montana, Regionen von Idaho und Oregon
  • 5.00 Uhr: Verbleibende Teile von Idaho und Oregon, gesamte Bundesstaaten Kalifornien, Hawaii, Washington
  • 6.00 Uhr: Regionen von Alaska
  • 7.00 Uhr: Rest von Alaska

Sobald die Wahllokale in den Bundesstaaten schließen, beginnt auch die Auszählung der Stimmen. Im Laufe des Abends laufen somit die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke ein und die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus und im Senat werden deutlich.

Wann finden die möglichen Stichwahlen in Georgia und Louisiana statt?

Die Midterms sind damit jedoch nicht zwangsläufig beendet. Sollte bei der Senatswahl in Georgia und Louisiana kein Kandidat die nötige absolute Mehrheit erhalten haben, steht in den beiden Bundesstaaten die Stichwahl an. Der Zeitplan der möglichen „Runoffs“ im Überblick:

BundesstaatWahltermin
Georgia6. Dezember 2022
Louisiana10. Dezember 2022

Gerade Georgia gilt als umkämpfter Bundesstaat. Umfragen prognostizieren einen knappen Ausgang der Senatswahl. Bei einer möglichen Stichwahl in Georgia kann sich die Entscheidung über die Mehrheit also weit über den 8. November hinaus verzögern.

Die neu gewählten Abgeordneten und Senator:innen werden schließlich am 3. Januar 2023 vereidigt. Zu diesem Termin tritt der US-Kongress erstmals wieder zusammen.

In unserer Berichterstattung zu den Midterms informieren wir Sie über Umfragen und Prognosen und darüber, wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist. Ebenso finden Sie eine Übersicht bei uns, wo Sie die Wahlen im TV und Livestream sehen. Die aktuellen Entwicklungen bei den Midterms können Sie in unserem News-Ticker zu den Midterms verfolgen (ms)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Laura Brett

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