VonStephanie Munkschließen
Die Wut der Bauern trifft offenbar nicht alle: Cem Özdemir klettert in der Beliebtheitsskala, während Robert Habeck abrutscht.
Berlin – Die vorgesehene Kürzung von Beihilfen in der Agrarbranche löst bei den Landwirten in Deutschland Unruhe aus. Besonders die Grünen stehen im Zentrum des Ärgers der Ampel-Koalition. In ganz Deutschland protestieren die Bauern gegen die aktuelle Politik.
Ein aktuelles Meinungsforschungsergebnis mag da überraschen: In der Woche der Bauernproteste steigt der grüne Landwirtschaftsminister Cem Özdemir in der Popularitätsskala der deutschen Politiker vom neunten auf den fünften Platz. Dies geht aus einer aktuellen INSA-Studie im Auftrag der Bild hervor. Ausgerechnet der Landwirtschaftsminister von Bündnis 90/Die Grünen ist damit nun der populärste grüne Politiker in Deutschland.
Özdemir beliebt in Zeiten von Bauernprotesten - Bei Habeck sieht es anders aus
Wie kann das? Ein Faktor könnte sein, dass sich Özdemir frühzeitig auf die Seite der Landwirte gestellt hat. Als drei Tage vor Weihnachten erstmals eine Traktorenparade nach Berlin zog, sprach er unter Buhrufen und Pfiffen auf der Bühne. Özdemir zeigte Präsenz – und Verständnis für den Zorn der Landwirte.
Er machte jedoch auch klare Ansagen. Nach der Blockade der Fähre, auf der sich Wirtschaftsminister Robert Habeck befand, schimpfte Özdemir auf die Randalierer: „Die haben feuchte Träume von Umstürzen und die wirds nicht geben.“
Vizekanzler Habeck plädiert für Wandel
Vize-Kanzler Robert Habeck scheint dagegen der Ampel-Politiker zu sein, der den Zorn der Protestierenden abbekommt. Jedenfalls stürzte er im Politiker-Ranking von INSA weiter ab: Er landet auf dem fünftletzten Platz, auf Platz 16.
Vor gut einem Jahr sah die Welt für Habeck noch ganz anders aus: Wochenlang führte er das Ranking als beliebtester Politiker Deutschlands an. Aktuell wird Habeck aber wohl innerhalb der Koalition als derjenige wahrgenommen, der am stärksten für die gesellschaftliche Transformation hin zur Klimaneutralität steht. Dies wurde auch in einer neunminütigen Rede, die Habeck am Montag (8. Januar) auf X teilte, wieder deutlich.
Habecks viel gepriesener Wandel löst jedoch bei vielen Menschen erhebliche Ängste aus. Zum Beispiel die Befürchtung, dass sie aufgrund umweltpolitischer Vorschriften künftig noch weniger Geld zur Verfügung haben. Das Hickhack um das Heizungsgesetz, die staatlich geförderte Abkehr von fossilen Energien, das milliardenschwere Haushaltsdefizit, vor dem die Ampel-Koalition nach einem Gerichtsurteil stand – bei all dem steht Habeck als Wirtschaftsminister und Vizekanzler an vorderster Front.
Özdemir plädierte nach Bauernprotesten für Erhalt der Subventionen
Özdemir hingegen scheint bei vielen noch einen guten Stand zu haben. Es ist möglich, dass dem Landwirtschaftsminister zugutegehalten wird, dass zumindest ein Teil der Kürzungen, die die Landwirte betreffen sollten, wieder rückgängig gemacht wurden: Die Kfz-Steuerbefreiung für Landwirte wird von der Ampel nun doch nicht gestrichen. Özdemir hatte sofort nach Bekanntwerden versprochen, sich dafür einzusetzen, dass die Pläne der Regierung zulasten der Bauern teilweise zurückgenommen werden.
Redakteurin Stephanie Munk hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.
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