Luftschutzbunker

Geheimes Treffen: Selenskyj fordert Raketen von Trump – aus einem bestimmten Grund

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Trump und Selenskyj treffen sich: Kiew fordert Tomahawk-Raketen, um Putin im Ukraine-Krieg zum Einlenken zu bewegen.

Washington, D.C. – Donald Trump sorgte für eine Überraschung. Nach seiner Rede vor den Vereinten Nationen stellte sich der US-Präsident klar auf die Seite der Ukraine. Über sein Netzwerk Truth Social erklärte er, die Ukraine sei mit Unterstützung westlicher Verbündeter in der Lage, ihr gesamtes Staatsgebiet „in seiner ursprünglichen Form zurückzugewinnen“.

Um das strategische Ungleichgewicht zu Kriegsgegner Russland etwas auszugleichen, hat die Ukraine offenbar Tomahawk-Marschflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 2.400 Kilometern bei den USA angefordert. (Archivbild)

Für Aufsehen sorgt nun eine Bitte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Nach Informationen des US-Portals Axios bat er Trump in dieser Woche um die Lieferung von Tomahawk-Raketen. Ziel der Aufrüstung sei es, den russischen Präsidenten zum Einlenken im Ukraine-Krieg zu bewegen. Doch was bedeutet der Einsatz dieses Waffensystems?

Trump und Selenskyj: Ein überraschendes Treffen

Der Bericht beruft sich auf einen ukrainischen Beamten sowie eine weitere Quelle mit Kenntnis des Treffens zwischen Selenskyj und Trump. Das Gespräch der beiden Staatschefs fand am Rande der UN-Generalversammlung statt. In einem separaten Interview mit Axios, das am Mittwoch aufgezeichnet wurde, bestätigte Selenskyj, er habe um Langstreckenwaffen gebeten.

Vorab hatte der ukrainische Präsident der russischen Führung mit Angriffen auf den Kreml gedroht. „Sie müssen wissen, wo die Luftschutzbunker sind“, erklärte Selenskyj gegenüber Axios. Sollten die Verantwortlichen den Krieg nicht beenden, „brauchen sie das (die Bunker) auf jeden Fall“, warnte er weiter. Das Interview wurde am Donnerstag (28. September) veröffentlicht und stützte sich auf Angaben von Kreml-Mitarbeitern.

Selenskyj äußerte die Hoffnung, sein Land werde von den USA wirksamere Waffen erhalten, mit denen Russland tief im eigenen Territorium getroffen werden könne. Bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am Dienstag in New York habe er diesen Wunsch konkret vorgetragen. Zwar nannte der ukrainische Staatschef zunächst keine Details zu den gewünschten Systemen – nun berichtet Axios, um welche Waffen es sich handelt.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Selenskyj fordert Tomahawks: Drohendes Problem für Putin

Laut Axios sei um Tomahawk-Raketen gebeten worden. Der Name gibt einen groben Vorgeschmack auf die Brutalität der Marschflugkörper. Der Tomahawk – ursprünglich eine scharf geschliffene Kampfaxt verschiedener indianischer Stämme in Nordamerika – gilt als bewährte Abschreckungswaffe, und bewies dies bereits in verschiedenen Konflikten. So kamen die Marschflugkörper bereits im Zweiten Golfkrieg 1990 (gegen den Irak unter Saddam Hussein), im Kosovokrieg 1999 (gegen Serbien) und im Afghanistankrieg 2001 (gegen die Taliban) zum Einsatz.

BGM-109 Tomahawk
WaffentypMarschflugkörper
Inienststellung1983
WaffenplattformenKriegsschiffe der US Navy und der Royal Navy (Großbritannien)
Geschwindigkeit 878 km/h
Gefechtsgewicht 1425 kg
Länge/ Durchmesser5,56/ 51,8 cm
Zielortung 3-D-Messsystem INS, GPS

Laut Britannica ist der Tomahawk auf etwa 5 m genau. Die 5,56 m lange Rakete hat eine Reichweite von bis zu etwa 2.400 km – zum Vergleich: Berlin ist Luftlinie etwa 1.600 km von Moskau entfernt. Der modifizierte Marschflugkörper fliegt sehr tief und erreicht offenbar bis zu 900 km/h. Dadurch ist Tomahawk für gegnerische Radarsysteme schwer zu erfassen. Die Marschflugkörper „schmiegen“ sich an die jeweilige Landschaft. Das erschwert es, die Raketen auszuschalten.

Die weitreichende und hoch zerstörerische Waffe soll bis 2026 auch in Deutschland stationiert werden. Ziel ist es, den russischen Präsidenten im Ukraine-Krieg abzuschrecken. Das kündigten die US-Regierung und die Bundesregierung auf dem Nato-Gipfel in Washington an.

Weitere Bedrohung für Russlands „Papiertiger“: Selenskyj hat Trumps Unterstützung sicher

Die ukrainische Armee greift in ihrem Abwehrkrieg gegen die russische Invasion zunehmend auch Ziele auf russischem Territorium an. Dabei standen zuletzt verstärkt Energieanlagen im Fokus. In einem Interview berichtete Selenskyj, dass Trump die ukrainischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur in Russland „unterstützt“.

Ein Schritt, der Wladimir Putin angesichts wachsender wirtschaftlicher Probleme kaum gefallen dürfte. Die Warnzeichen für die russische Volkswirtschaft mehren sich: Selbst hochrangige Regierungsmitglieder räumen laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) einen deutlichen Rückgang der Wachstumszahlen ein. Um die enormen Kriegsausgaben zu finanzieren, greift das Kabinett inzwischen sogar zu einer überraschenden Mehrwertsteuererhöhung. Selbst der sonst Kreml-freundliche US-Präsident Donald Trump bezeichnete Russland zuletzt mit Blick auf dessen Wirtschaft als „Papiertiger“.

Einen Hoffnungsschimmer sieht Putin derzeit offenbar in Viktor Orbán. Der ungarische Regierungschef stellte sich deutlich gegen die Forderungen Trumps und von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Öl- und Gasimporte aus Russland in die EU sofort zu stoppen. Von der Leyen erklärte laut Tagesschau, Russlands Kriegswirtschaft finanziere „das Blutvergießen in der Ukraine“ und werde durch Einnahmen aus dem Verkauf fossiler Brennstoffe aufrechterhalten. Orbán hingegen wehrt sich vehement gegen ein sofortiges Embargo und erklärte laut Associated Press, eine solche Maßnahme wäre eine Katastrophe für die ungarische Wirtschaft.

Trump hat „großen Respekt vor dem Kampf der Ukraine. Das ist wirklich beeindruckend“.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, lobte Trump bei seinem Treffen mit Selenskyj die ukrainische Armee: Er habe „großen Respekt vor dem Kampf der Ukraine. Das ist wirklich beeindruckend“.

Seit seiner Amtseinführung am 20. Januar 2025 zeigt US-Präsident Donald Trump einen wechselhaften Kurs im Umgang mit dem Kreml. Nach einem Eklat mit Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus (28. Februar) kappte Trump zunächst die US-Militärhilfe (3. März) und kurz darauf auch die Satellitenaufklärung für die Ukraine (5. März). Doch beim überraschenden Alaska-Gipfel mit Wladimir Putin am 15. August demonstrierte Trump demonstrative Nähe zu Moskau. Umso bemerkenswerter die jüngste Kehrtwende. (Quellen: Brittannica, Truth Social, Axios, Tagesschau, frühere Berichterstattung, afp, dpa, Associated Press) (kox)

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