VonMichael Bayerschließen
Die unabdingbaren Generalsanierungen der Bahnstrecken sind nur ein Schritt, dem der Ausbau des Schienennetzes folgen muss.
Bis zum Ende des Jahrzehnts immer wieder monatelang zentrale Bahnstrecken sperren - eine gute Idee ist das nicht. Denn das bedeutet weite Umwege für den Güterverkehr, längere Fahrzeiten für Fernreisende und selten attraktiver Busersatzverkehr für Pendelnde. Kritik an den Generalsanierungen ist also berechtigt. Nur leider hat bisher niemand eine bessere Idee vorgetragen, wie sich der riesige Sanierungs-Rückstand aufholen lässt. Dieser Punkt geht an Volker Wissing.
Allerdings sollten der Bundesverkehrsminister und die Deutsche Bahn nicht mit Versprechen um Verständnis werben, die sich vielleicht nicht halten lassen. So zu tun, als wäre die Schienenwelt schon nach dem Pilotprojekt auf der Riedbahn eine andere, ist wenig glaubwürdig. Bis sich spürbar etwas zum Guten wendet bei Zugtouren quer durchs Land, ist der Leidensweg noch lang.
Die unabdingbaren Generalsanierungen sind ein Kraftakt. Zur bitteren Bahn-Wahrheit gehört: Sie genügen nicht. Denn die 41 Mega-Projekte werden im Wesentlichen den bestehenden Zugverkehr zuverlässiger machen. Eigentlich wollte die Bundesregierung aber die Fahrgastzahlen bis 2030 verdoppeln und den Güterverkehr stärken. Das geht nur mit einem Ausbau des Schienennetzes. Davon ist aber kaum mehr etwas zu hören.
Alle Infos: Die Frankfurter Rundschau bündelt ihre Berichterstattung zur Generalsanierung im Onlinedossier Riedbahn.
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Wertgeschätzt wie sonst das Topmanagement: Die Deutsche Bahn holt Fahrpersonal für den Ersatzverkehr aus dem Ausland – und setzt alles daran, es nicht zu verlieren.
Der Ersatzverkehr funktionierte Anfang Januar nicht immer reibungslos. „Bus finished“ - Eindrücke aus einem zunächst entspannten Samstagnachmittag.
Prominenz auf der Riedbahn: Verkehrsminister Volker Wissing und Bahnmanager informierten sich im November 2023 vor Ort - und die FR war auch dabei. Die Reportage.
