Große Zustimmung für Amtsinhaber

Populärer Bovenschulte: Umfrage vor Bremen-Wahl stimmt SPD positiv

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Bürgermeister Andreas Bovenschulte ist laut Umfrage wesentlich beliebter als CDU-Herausforderer Imhoff. Das hilft vor der Bremen-Wahl auch der SPD.

Bremen – Der Wahlkampf im Land Bremen geht auf die Zielgerade. In zwei Tagen entscheidet sich die Frage, wer künftig im kleinsten Bundesland die Regierung führen wird. Bleibt es bei Amtsinhaber Andreas Bovenschulte (SPD) oder übernimmt Herausforderer Frank Imhoff (CDU)? Und wer werden dann ihre politischen Partner sein? Kurz vor der Bremen-Wahl 2023 zeichnet sich laut den aktuellen Umfragen jedenfalls ein spannendes Rennen ab.

Bremen-Wahl 2023: SPD liegt in aktueller Umfrage vor der CDU

Allerdings scheint die SPD derzeit die besten Karten zu haben. Denn die Sozialdemokraten, die seit dem Zweiten Weltkrieg in der Hansestadt ununterbrochen regieren, liegen laut einer repräsentativen Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF-Politbarometers derzeit mit drei Punkten vorn. Die Partei des Bürgermeisters käme nach dieser Erhebung auf 29 Prozent, die oppositionelle CDU auf 26.

Die mit der SPD regierenden Grünen erreichten demnach 13 Prozent, der dritte Koalitionspartner Linke immerhin noch 11 Prozent. Eine Besonderheit der Bremen-Wahl: Die AfD hat sich mit einem internen Streit die Teilnahme selbst verbaut. Stattdessen dürfte die rechtspopulistische Gruppierung Bürger in Wut (BiW) erstmals in Fraktionsstärke (mindestens fünf Mandate) in die Bürgerschaft kommen. Sie käme auf 10 Prozent. Die FDP läge bei 6 Prozent, die anderen Parteien zusammen bei 5 Prozent.

FraktionProzent
SPD29,0
CDU26,0
Grüne13,0
Linke11,0
BiW10,0
FDP6,0
Sonstige5,0

Umfrage-Trend vor Bremen-Wahl spricht für SPD

Die aktuelle Erhebung bestätigt den Trend der Umfragen vor der Bremen-Wahl. So sieht eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap für die ARD die SPD ebenfalls mit drei Punkten vor der CDU. Und in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild liegt die SPD mit zwei Punkten vor der CDU. Insgesamt lassen die Umfragen Werte um 29 bis 30 Prozent für die SPD erwarten – deutlich über ihrem Bremer Negativrekord von 24,9 Prozent bei der Wahl 2019.

Nach den aktuellen Umfragen könnte die Bremen-Wahl 2023 für SPD-Bürgermeister Andreas Bovenschulte zum Hit werden.

Damals wäre die Macht in Bremen fast verloren gegangen, erstmals wurde die CDU stärkste Kraft. Doch wenn das kleinste Bundesland am Sonntag (14. Mai) wählt, können die Sozialdemokraten Wiedergutmachung betreiben. Darauf hofft auch Bürgermeister Bovenschulte. Aus der Wahl 2019 sei die SPD deutlich geschwächt hervorgegangen, sagte er im Gespräch mit kreiszeitung.de. Diese Scharte wolle die Partei am 14. Mai auswetzen.

Möglich macht das vor allem auch der Bürgermeister selbst. Bei der Frage nämlich, wen man lieber als Regierungschef im Land Bremen hätte, liegt SPD-Amtsinhaber Andreas Bovenschulte laut ZDF-Politbarometer mit 60 Prozent deutlich vor seinem Herausforderer von der CDU. Lediglich 23 Prozent können sich für Frank Imhoff erwärmen. Der Rest der Befragten legte sich nicht fest. Das ist ein klares Plus für die SPD.

Umfragen sind keine Prognosen: Ergebnis der Bremen-Wahl 2023 noch völlig offen

Doch die Ergebnisse sind nicht in Stein gemeißelt. Immerhin gaben in der Umfrage für das ZDF-Politbarometer nicht weniger als 40 Prozent der Befragten an, dass sie unsicher seien, ob und wen sie wählen wollen. Ohnehin geben die Werte, bei denen auch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen sind, lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wider und stellen keine Prognose für den Wahlausgang am 14. Mai dar. Bis zum Wahltag kann es für die Parteien durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge noch zu Veränderungen kommen, wie die Forschungsgruppe Wahlen betonte.

Bremen-Wahl: Das Spitzenpersonal der Parteien im Überblick

Für die SPD geht bei der Bremen-Wahl der amtierende Bürgermeister Andreas Bovenschulte als Spitzenkandidat ins Rennen. Der Jurist wurde am 11. August 1965 in Hildesheim geboren.  Seit 1984 Mitglied der SPD, wurde er im Juni 2010 vom Parteitag zum Landesvorsitzenden der SPD Bremen gewählt. Er ist als Parteilinker bekannt, gilt parteiübergreifend aber auch als pragmatischer Politiker. So wurde er bei der Wahl zum Bürgermeister von Weyhe im Jahr 2014 auch von der CDU unterstützt.
Für die SPD geht bei der Bremen-Wahl der amtierende Bürgermeister Andreas Bovenschulte als Spitzenkandidat ins Rennen. Der Jurist wurde am 11. August 1965 in Hildesheim geboren. Seit 1984 Mitglied der SPD, wurde er im Juni 2010 vom Parteitag zum Landesvorsitzenden der SPD Bremen gewählt. Er ist als Parteilinker bekannt, gilt parteiübergreifend aber auch als pragmatischer Politiker. So wurde er bei der Wahl zum Bürgermeister von Weyhe im Jahr 2014 auch von der CDU unterstützt.  © Sina Schuldt/dpa
Während seines Studiums wohnte Bovenschulte in einer gemeinsamen WG mit Carsten Sieling, seinem Vorgänger im Amt des Bremer Bürgermeisters. Als Sieling auf eine weitere Amtszeit verzichtet, wurde Bovenschulte am 15. August 2019 zum Bremer Bürgermeister gewählt. Privat ist Bovenschulte ein begeisterter Fan von Werder Bremen, der als Dauerkartenbesitzer regelmäßig zu den Spielen ins Stadion geht.
Während seines Studiums wohnte Bovenschulte in einer gemeinsamen WG mit Carsten Sieling, seinem Vorgänger im Amt des Bremer Bürgermeisters. Als Sieling auf eine weitere Amtszeit verzichtet, wurde Bovenschulte am 15. August 2019 zum Bremer Bürgermeister gewählt. Privat ist Bovenschulte ein begeisterter Fan von Werder Bremen, der als Dauerkartenbesitzer regelmäßig zu den Spielen ins Stadion geht. © Imago
Als Herausforderer geht CDU-Spitzenkandidat Frank Imhoff in die Bremen-Wahl. Imhoff, am 23. Oktober 1968 in Bremen geboren, gehört schon seit Juni 1999 als Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft an. Nachdem die CDU aus der Bürgerschaftswahl in Bremen am 26. Mai 2019 erstmals in der Geschichte des Landes als stärkste Kraft hervorgegangen war, wurde Imhoff am 3. Juli 2019 zum Präsidenten der Bürgerschaft gewählt.
Als Herausforderer geht CDU-Spitzenkandidat Frank Imhoff in die Bremen-Wahl. Imhoff, am 23. Oktober 1968 in Bremen geboren, gehört schon seit Juni 1999 als Abgeordneter der Bermischen Bürgerschaft an. Nachdem die CDU aus der Bürgerschaftswahl in Bremen am 26. Mai 2019 erstmals in der Geschichte des Landes als stärkste Kraft hervorgegangen war, wurde Imhoff am 3. Juli 2019 zum Präsidenten der Bürgerschaft gewählt. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Imhoff absolvierte nach dem Abschluss der Realschule eine Ausbildung zum Landwirt. Von 1990 bis 1995 arbeitete er in einem landwirtschaftlichen Betrieb und absolvierte parallel eine Ausbildung zum Landschaftspfleger. 1996 übernahm er den elterlichen Hof mit Milchviehhaltung im Bremer Ortsteil Strom, den er seitdem als selbständiger Landwirt gemeinsam mit seiner Familie in fünfter Generation führt. Imhoff ist verheiratet und hat drei Kinder.
Imhoff absolvierte nach dem Abschluss der Realschule eine Ausbildung zum Landwirt. Von 1990 bis 1995 arbeitete er in einem landwirtschaftlichen Betrieb und absolvierte parallel eine Ausbildung zum Landschaftspfleger. 1996 übernahm er den elterlichen Hof mit Milchviehhaltung im Bremer Ortsteil Strom, den er seitdem als selbständiger Landwirt gemeinsam mit seiner Familie in fünfter Generation führt. Imhoff ist verheiratet und hat drei Kinder. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Für die Grünen ist Maike Schaefer bei der Bremen-Wahl wie schon 2019 erneut als Spitzenkandidatin am Start. Die Biologin, die am 2. Juni 1971 in Schwalmstadt geboren wurde, ist seit Januar 2002 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen Bremen. Von Juni 2015 bis August 2019 war sie Fraktionsvorsitzende ihrer Partei in der Bremischen Bürgerschaft, der sie als Abgeordnete von 2007 bis 2019 angehörte.
Für die Grünen ist Maike Schaefer bei der Bremen-Wahl wie schon 2019 erneut als Spitzenkandidatin am Start. Die Biologin, die am 2. Juni 1971 in Schwalmstadt geboren wurde, ist seit Januar 2002 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen Bremen. Von Juni 2015 bis August 2019 war sie Fraktionsvorsitzende ihrer Partei in der Bremischen Bürgerschaft, der sie als Abgeordnete von 2007 bis 2019 angehörte.  © Focke Strangmann/dpa
Bis 2019 war Schaefer umweltpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Seit August 2019 ist sie Stellvertreterin des Präsidenten des Senats und Bürgermeisterin von Bremen sowie Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau. In dieser Funktion verantwortet Schaefer die Umgestaltung des Innenstadtverkehrs in Bremen mit Präferenz für ÖPNV und Fahrrad.
Bis 2019 war Schaefer umweltpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Seit August 2019 ist sie Stellvertreterin des Präsidenten des Senats und Bürgermeisterin von Bremen sowie Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau. In dieser Funktion verantwortet Schaefer die Umgestaltung des Innenstadtverkehrs in Bremen mit Präferenz für ÖPNV und Fahrrad. © Eckhard Stengel/Imago
Kristina Vogt tritt erneut als Spitzenkandidatin der Linken bei der Bremen-Wahl an – so wie auch schon 2011, 2015 und 2019. Vogt ist seit 2008 Mitglied der Linken und war von 2010 bis 2011 Mitglied im Landesvorstand ihrer Partei. Seit 2011 saß sie als Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft. Im August 2019 übernahm sie den Posten als Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Damit schied sie aus der Bürgerschaft aus.
Kristina Vogt tritt erneut als Spitzenkandidatin der Linken bei der Bremen-Wahl an – so wie auch schon 2011, 2015 und 2019. Vogt ist seit 2008 Mitglied der Linken und war von 2010 bis 2011 Mitglied im Landesvorstand ihrer Partei. Seit 2011 saß sie als Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft. Von 2011 bis 2019 war sie Vorsitzende und Sprecherin ihrer Fraktion für Bildung und Inneres.  © Karsten Klama/dpa
Im August 2019 übernahm Vogt den Posten als Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Damit schied sie aus der Bürgerschaft aus. Vogt wurde am 3. Juni 1965 in Münster geboren und hat ein Kind. Bevor sie in die Politik einstieg, absolvierte sie eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten.
Im August 2019 übernahm Vogt den Posten als Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Damit schied sie aus der Bürgerschaft aus. Vogt wurde am 3. Juni 1965 in Münster geboren und hat ein Kind. Bevor sie in die Politik einstieg, absolvierte sie eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Für die FDP tritt Thore Schäck als Spitzenkandidat bei der Bremen-Wahl an. Zu Beginn seiner politischen Laufbahn engagierte er sich kurzzeitig für die SPD Bremen, ehe er zur FDP wechselte. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er erfolglos für die FDP auf Platz 5 der Landesliste. Im Mai 2019 wurde er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Er ist bau-, verkehrs- und finanzpolitischer Sprecher der FDP.
Für die FDP tritt Thore Schäck als Spitzenkandidat bei der Bremen-Wahl an. Zu Beginn seiner politischen Laufbahn engagierte er sich kurzzeitig für die SPD Bremen, ehe er zur FDP wechselte. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er erfolglos für die FDP auf Platz 5 der Landesliste. Im Mai 2019 wurde er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Er ist bau-, verkehrs- und finanzpolitischer Sprecher der FDP.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Im Oktober 2020 wurde Schäck zum Landesvorsitzenden der FDP Bremen gewählt. Die Wahl zum Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl fiel mit 91,6 Prozent deutlich aus. Jetzt gilt es noch, die Wahlberechtigten zu überzeugen. Mit der Botschaft „Who the heck is Thore Schäck?“ (Wer zum Teufel ist Thore Schäck) will die FDP ihren Kandidaten populär machen. Überall ist seine Telefonnummer zu finden, per QR-Code kann man auch seine Homepage aufrufen.
Im Oktober 2020 wurde Schäck zum Landesvorsitzenden der FDP Bremen gewählt. Die Wahl zum Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl fiel mit 91,6 Prozent deutlich aus. Jetzt gilt es noch, die Wahlberechtigten zu überzeugen. Mit der Botschaft „Who the heck is Thore Schäck?“ (Wer zum Teufel ist Thore Schäck) will die FDP ihren Kandidaten populär machen. Überall ist seine Telefonnummer zu finden, per QR-Code kann man auch seine Homepage aufrufen. © Sina Schuldt/dpa

Ergebnis als Signal im Bund? FDP schaut gebannt auf Bremen-Wahl

In der Bundespolitik blicken vor allem die Liberalen gebannt nach Bremen. Sie haben seit der Bundestagswahl 2021 in den Ländern eine Serie von Wahlschlappen hinter sich: zweimal aus dem Parlament geflogen, einmal den Einzug verpasst, zweimal stark an Stimmen eingebüßt. Das hat die Stimmung in der Berliner Ampel-Koalition enorm gereizt. Mittlerweile hat sich die FDP verstärkt von ihren Koalitionspartnern im Bund abgegrenzt, zuerst im Streit über die Abschaltung der letzten Atomkraftwerke, dann in der Verkehrs- und auch in der Haushalts- und Steuerpolitik.

So dürfte es auch SPD und Grünen recht sein, wenn ihr Koalitionspartner bei der Bremen-Wahl nicht erneut abstürzt. Sie selbst hoffen nach der Berlin-Wahl ebenfalls auf eine Trendwende. Aktuell stellen die Sozialdemokraten noch 7 der 16 Ministerpräsidenten. Bovenschulte ist einer der auffälligeren und allein deshalb schon eine Bank für Kanzler Olaf Scholz. (cs/dpa)

Hinweis: Die Forschungsgruppe Wahlen befragte am 10. und 11. Mai insgesamt 1088 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte im Land Bremen telefonisch. Die Befragung ist den Angaben zufolge repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut plus/minus drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut plus/minus zwei Punkte.

Rubriklistenbild: © Carmen Jaspersen/dpa

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