Bundeswehr-Kampfjets an der Ostflanke: Deutsche Eurofighter mit Putin-Szenario konfrontiert
VonPatrick Mayer
schließen
Wladimir Putin soll Einhalt geboten werden. Die NATO erwägt deshalb den Abschuss russischer Kampfjets. Auch Eurofighter der Bundeswehr sind an der Ostflanke.
Rostock – Der Tonfall zwischen der Verteidigungsallianz NATO und dem Moskau-Regime verschärft sich in Umfeld von Ukraine-Krieg und Russland-Provokationen derzeit drastisch. Nachdem Kampfjets des Kreml-Autokraten Wladimir Putin estnischen Luftraum verletzt sowie eine polnische Bohrinsel im Tiefflug angeflogen haben, erwägt die NATO den Abschuss russischer Kampfflugzeuge bei erneuten Luftraum-Verletzungen. Brisant: Diese Rolle könnten dann Eurofighter der deutschen Bundeswehr übernehmen.
Denn: Die deutsche Luftwaffe sichert den Ostseeraum und die Ostflanke derzeit von zwei Militär-Standorten aus mit, während auch US-Präsident Donald Trump den Druck auf Putins russisches Regime erhöht. Die Blicke gehen ins Baltikum und nach Polen, wo es zu den Moskauer Luftraum-Provokationen gekommen war. Wie viele Eurofighter hat die Bundeswehr? Wie viele Kampfjets der deutschen Luftwaffe schützen die Ostflanke? Ippen.Media verschafft einen Überblick.
Kampfjets der Bundeswehr: Wie viele Eurofighter Deutschlands Luftwaffe hat
Wie viele Eurofighter hat die Bundeswehr? Die deutsche Luftwaffe verfügt in ihrem Bestand über 138 Eurofighter-Kampfjets. Laut Fachportal CPM Defence Network sind in der Regel 50 bis 70 Prozent dieser Maschinen einsatzbereit. Wie das Fachmagazin Flug Revue berichtete, hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags 2021 ferner 5,5 Milliarden Euro für 38 neue Eurofighter bewilligt. Sie sollen zwischen 2025 und 2030 ausgeliefert werden.
Und sie stammen mit einem leistungsfähigeren Radar aus der Tranche 4 für die Luftwaffe. Ob die ersten dieser Flugzeuge schon bei der Truppe sind, ist aktuell nicht überliefert. Wie die Nachrichtenagentur Reuters kürzlich berichtete, will die schwarz-rote Koalition von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) weitere 20 Eurofighter der modernsten Variante ordern. Sie sollen demnach, plus der 35 in den USA bestellten F-35-Tarnkappenkampfjets, die noch verbliebenen 68 Tornados ersetzen.
Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick
Wo sind die Eurofighter der Bundeswehr in Deutschland stationiert? Die Bundesrepublik hat vier Luftwaffen-Stützpunkte für die Eurofighter: Wittmund im Nordwesten (Niedersachsen), Laage im Nordosten (Mecklenburg-Vorpommern), Neuburg an der Donau im Süden (Bayern) und Nörvenich im Westen (Nordrhein-Westfalen). Auf jedem dieser Fliegerhorste sind mit ihren Fliegerstaffeln 34 oder 35 Maschinen stationiert. So ergibt sich die Zahl 138.
Wittmund bei Wilhelmshaven wurde in den vergangenen Jahren und Monaten aufwendig saniert. Ein Teil des dortigen Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ ist derzeit noch in Laage bei Rostock untergebracht, wo permanent das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ samt Eurofighter-Infrastruktur (Werkstätten und Mechaniker) stationiert ist. In Neuburg ist zwischen Ingolstadt und München das Taktische Luftwaffengeschwader 74 beheimatet, in Nörvenich bei Köln das Taktische Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“.
Eurofighter-Stützpunkte in Deutschland:
Fliegerhorst Wittmundhafen
Taktisches Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“
Niedersachsen (an der Nordsee)
Fliegerhorst Rostock-Laage
Taktisches Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“
Mecklenburg-Vorpommern (an der Ostsee)
Fliegerhorst Neuburg
Taktisches Luftwaffengeschwader 74
Bayern
Fliegerhorst Nörvenich
Taktisches Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“
Nordrhein-Westfalen
Von wo aus schützen die Eurofighter Deutschland? Es gibt in Neuburg an der Donau eine Alarmrotte für Süddeutschland und in Laage eine Alarmrotte für Norddeutschland. Diese rund um die Uhr einsatzfähigen Einheiten der Luftwaffe haben stets zwei aufmunitionierte Eurofighter-Kampfjets bereitstehen. Wie Kommodore Jürgen Schumann im Frühjahr 2023 in einem Interview auf dem Bundeswehr-YouTube-Kanal erzählte, kommen jeweils „zwei Ersatz-Luftfahrzeuge, die auch einsatzbereit sind“ hinzu.
Eurofighter der Bundeswehr: Kampfjets schützen von Rostock aus die NATO-Ostflanke
Brisant: Von Laage aus bewachen die deutschen Kampfpiloten nicht nur den norddeutschen Luftraum – sie sind auch für den Schutz der Ostflanke eingeplant. Dort, wo russischen Kampfjets nun der Abschuss angedroht wird. Als Reaktion auf russische Drohnen-Abstürze in Polen hatte die Nato Mitte September die Laage-Alarmrotte auf vier permanent einsatzfähige Eurofighter verdoppelt. Sie sollen dabei helfen, den polnischen Luftraum zu sichern.
Aber: Wie viele deutsche Eurofighter helfen insgesamt beim Schutz der Ostflanke? Neben den vier Kampfjets in Laage sind auf dem Militärflugplatz Minsk Mazowiecki, rund 30 Kilometer östlich von Polens Hauptstadt Warschau gelegen, vier weitere deutsche Eurofighter-Kampfflugzeuge stationiert, um die polnischen Luftstreitkräfte zu entlasten. Sie kamen beim Abschuss von drei russischen Drohnen in der Nacht auf den 10. September nicht zum Einsatz – dies hatten laut Welt damals niederländische F-35 übernommen.
Abschreckung gegen Wladimir Putin: NATO-Kampfjets im Baltikum stationiert
Direkt im Baltikum schützen laut NATO-Website zur Abschreckung gegen Putins Regime aktuell ferner acht spanische Eurofighter sowie vier ungarische Kampfjets des Typs JAS 39 Gripen vom litauischen Militärflugplatz Šiauliai aus den Luftraum des Militärbündnisses. (Quellen: NATO-Website, Bundeswehr-YouTube-Kanal, CPM Defence Network, Flug Revue, Reuters, Nordkurier) (pm)