„Mehr Hunger, mehr Vertreibung, mehr Verlust“

COP30 in Brasilien: So hängt unser Überleben von diesem Klimagipfel ab

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In Bélém tagt ab die Klimakonferenz COP30, die über die Klimaschutz-Zukunft entscheidet. Das 1,5-Grad-Ziel wird erstmals für unerreichbar erklärt.

Bélém – Im Amazonas-Regenwald entscheidet sich dieser Tage die Zukunft des globalen Klimaschutzes. Die Weltklimakonferenz COP30 hat in der brasilianischen Stadt Belém begonnen, wo Delegierte aus über 190 Ländern unter schwierigen geopolitischen Vorzeichen über die Klimakrise verhandeln. Die Konferenz wird laut Experten als eine der folgenreichsten Klima-COPs des letzten Jahrzehnts bezeichnet – steht aber vor ernsthaftem Gegenwind.

Gesten reichen nicht, um beim Klimagipfel COP30 in Brasilien den Klimawandel auszuhalten (von links): der chilenische Präsident Gabriel Boric, UN-Generalsekretär Antonio Guterres, Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva und der brasilianische Gouverneur Helder Barbalho.

US-Präsident Donald Trump bezeichnet den menschengemachten Klimawandel als „den weltweit größten Betrug aller Zeiten“ und entsendet selbst keine hochrangigen Vertreter zur COP30. Manche sehen dies sogar als Vorteil: So kann Trump, der andere UN-Umweltvorhaben bereits blockierte, wenigstens nicht intervenieren.

Klimakonferenz COP30 in Zeiten von Trump, Kriegen und Handelskonflikten

Aber auch andere Staaten sehen in Zeiten von Kriegen, Rezession und Handelskonflikten andere Prioritäten als den Klimaschutz. Dabei findet die Klimakonferenz bereits in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit Rekordtemperaturen statt, die langfristig das Überleben auf dem Planeten gefährden. Auch die Klimapolitik von Bundeskanzler Friedrich Merz wird in diesem Zusammenhang teils kritisiert.

Die UN-Klimakonferenz findet vom 10. bis 21. November 2025 statt und markiert, wie The Guardian berichtet, einen entscheidenden Wendepunkt in der internationalen Klimapolitik. Zehn Jahre nach der Verabschiedung des Pariser Abkommens verschiebt sich der Fokus von Verhandlungen hin zu einer beschleunigten Umsetzung bestehender Klimaversprechen. UN-Generalsekretär António Guterres mahnte in seiner Eröffnungsrede zu Eile: „Jedes Zehntelgrad mehr Erderwärmung bedeutet mehr Hunger, Vertreibung und Verlust – vor allem für die, die am wenigsten dafür verantwortlich sind.“

Comeback der Atomwaffen-Tests: die nukleare Bedrohung kehrt zurück

Atompilz der nuklearen Explosion bei einem Test am 24. Juni 1957 in Nevada
Sie ist der Schrecken der Moderne und galt lange Zeit als die größte Bedrohung für das Überleben der Menschheit: die Atombombe. Ihre Erfindung nahm ihren Anfang mit der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn und Fritz Straßmann im Jahr 1938. Der erste Test einer Atomwaffe fand am 16. Juli 1946 im US-Bundesstaat New Mexico statt. Dieses Foto zeigt den ikonografischen Atompilz der nuklearen Explosion bei einem Test am 24. Juni 1957 in Nevada. © dpa
Als Vater der Atombombe gilt Dr. J. Robert Oppenheimer.
Als Vater der Atombombe gilt Dr. J. Robert Oppenheimer. Der Atomphysiker leitete das „Manhattan Project“, in dem unter höchster Geheimhaltung ein nuklearer Sprengkörper entwickelt werden sollte. Nach dem ersten erfolgreichen Test war Oppenheimer die Tragweite seiner Erfindung offenbar schnell bewusst. Das machte der Wissenschaftler mit einem aus der Bhagavad Gita, einer heiligen Schrift im Hinduismus, entliehenen Zitat deutlich: „Ich bin zum Tod geworden, der Zerstörer der Welten.“ © Imago
Die erste jemals gezündete Kernwaffe trug den Code-Namen „The Gadget“
Die erste jemals gezündete Kernwaffe trug den Code-Namen „The Gadget“ und war Teil des „Trinity Tests“, der unter Leitung Oppenheimers am 16. Juli 1945 durchgeführt wurde. In diesem Bild posiert der Atomphysiker Norris Edwin Bradbury einen Tag zuvor, am 15. Juli 1945, mit der im Bau befindlichen Bombe. Die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte hatte eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT.  © Imago
Die Druckwelle der ersten Atombombe in der Menschheitsgeschichte war über 160 Kilometer zu spüren.
Die Druckwelle der ersten Atombombe in der Menschheitsgeschichte war über 160 Kilometer zu spüren. Die Pilzwolke erreichte eine Höhe von etwa zwölf Kilometern. Aufgrund der enormen Hitze, die durch die Atomexplosion freigesetzt wurde, schmolz der Sand in der Umgebung zu grünlichem Glas, das auch als Trinitit bezeichnet wird. Es folgen zahlreiche weitere Tests, darunter dieser am 1. März 1954 auf dem Bikini Atoll im Pazifischen Ozean. © Imago
Die Aufnahme zeigt die Explosion der ersten Atombombe im Rahmen des Trinity-Tests am 16. Juli 1945.
Die Aufnahme zeigt die Explosion der ersten Atombombe im Rahmen des Trinity-Tests am 16. Juli 1945. © Imago
Diese Aufnahme zeigt die Explosion einer Kernwaffe mit der Sprengkraft von 61 Kilotonnen am 4. Juni 1953 in Nevada.
In den Folgejahren testeten die USA munter weiter. Die Sprengkraft der Atombomben wurde dabei sukzessive erhöht. Diese Aufnahme zeigt die Explosion einer Kernwaffe mit der Sprengkraft von 61 Kilotonnen am 4. Juni 1953 in Nevada. © Imago
Soldaten zu Versuchszwecken in der unmittelbaren Nähe von Atomtests
Zu Beginn der Atomwaffenforschung in den USA ignorierte die damalige Militärführung die Gefahren, die durch die radioaktive Strahlung für Menschen in der Umgebung der Explosion entstand. Stattdessen schickte man tausende Soldaten zu Versuchszwecken in die unmittelbare Nähe der Atomtests, wie hier im Jahr 1951 im US-Bundesstaat Nevada. Die größtenteils jungen Soldaten wurden angewiesen, während der Tests die Augen mit Händen oder Ellbogen zu schützen. © imago
Abwurf einer Atombombe auf Nagasaki
Im Zweiten Weltkrieg kam es zum ersten und bislang einzigen Einsatz von Atomwaffen. Am 6. August bombardierten die USA zuerst die japanische Stadt Hiroshima mit einer Kernwaffe. Am 9. August folgte der zweite Abwurf einer Atombombe auf Nagasaki (im Bild). Den Befehl zum Abwurf gab der damalige US-Präsident Harry S. Truman. Sechs Tage nach der Bombardierung von Nagasaki gab Kaiser Hirohito die Kapitulation Japans bekannt. © Imago
Die erste Atombombe (im Bild), die jemals zum Einsatz kam und über Hiroshima detonierte, trug den Codenamen „Little Boy“
Die erste Atombombe (im Bild), die jemals zum Einsatz kam und über Hiroshima detonierte, trug den Codenamen „Little Boy“. Den Sprengkörper, der kurz darauf Nagasaki zerstörte, taufte die US-Luftwaffe auf den Namen „Fat Man“. Die Militärführung der USA wählte die Großstadt Hiroshima als erstes Ziel, weil diese von Luftangriffen bis dahin verschont geblieben war. Die Auswirkungen einer Atombombe konnten so besser eingeschätzt werden. © Imago
Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken durch die Trümmer des zerstörten Nagasakis läuft.
Die Folgen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki waren verheerend. Die Explosionen töteten laut Schätzungen etwa 100.000 Menschen sofort. An Folgeschäden starben bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen. In den Folgejahren starben weitere Menschen an durch die nukleare Strahlung ausgelösten Krankheiten. Japan gibt die Gesamtzahl der Todesopfer mit etwa 540.000 an. Im Bild zu sehen ist eine Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken durch die Trümmer des zerstörten Nagasakis läuft. © Imago
Friedensdenkmal von Hiroshima
An den Einschlag der Atombombe in Hiroshima erinnert noch heute das dortige Friedensdenkmal. Untergebracht ist es einem 1915 erbauten Haus, das infolge der Explosion vollständig ausbrannte. Wegen des geringen Abstands von 140 Metern zum Einschlagsort der Atombombe blieben viele Gebäudestrukturen erhalten, darunter auch die charakteristische Stützkonstruktion des Kuppeldachs. © Imago
Sasaki-Denkmal
In unmittelbarer Nähe des Friedensmuseums befindet sich das Friedensdenkmal der Kinder. Es erinnert an die Schülerin Sadako Sasaki, die zur weltweit bekanntesten Hibakusha (Überlebende der Atombombenabwürfe) wurde. Sie wurde 1943 geboren, blieb zunächst unverletzt, erkrankte aber zehn Jahre später an Leukämie. Sie starb am 25. Oktober 1955 im Alter von 12 Jahren. Die von ihr gefalteten Origami-Kraniche sind zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstands gegen den Atomkrieg geworden. © Imago
Ein Bild vom 6. August 1945 zeigt das vollständig zerstörte Hiroshima und verdeutlich so die Wirkung der Atombombe.
Ein Bild vom 6. August 1945 zeigt das vollständig zerstörte Hiroshima und verdeutlicht so die Wirkung der Atombombe. © Imago
Die erste Wasserstoffbombe in der Geschichte der Menschheit
Am 31. Oktober 1952 gelang den USA der nächste Durchbruch bei der Erforschung von Massenvernichtungswaffen. Unter dem Codenamen „Ivy Mike“ wurde die erste Wasserstoffbombe in der Geschichte der Menschheit über dem Pazifik gezündet. Die Bombe setzte eine Energie von mehr als 10 Megatonnen TNT-Äquivalent frei, was der 800-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe entsprach. © Imago
Am 29. August 1949 führte die UdSSR einen erfolgreichen Atombombentest durch
Die USA sind bis heute die einzige Nation, die je eine Atomwaffe in einem Krieg eingesetzt hat. Sie sind aber nicht das einzige Land, das nukleare Bomben im Arsenal hat. Am 29. August 1949 führte die UdSSR einen erfolgreichen Atombombentest durch (im Bild) – und leitete damit einen nuklearen Rüstungswettlauf mit den USA ein, der die Beziehungen beider Länder die nächsten 50 Jahre bestimmen sollte. © Imago
Rakete des Typs Topol-M
Heute soll Russland über mehr als 5400 Atomsprengköpfe verfügen. Bei den jährlich stattfindenden Militärparaden in Moskau präsentiert das Land unter Machthaber Wladimir Putin immer wieder voller Stolz seine atomar bestückbaren Langstreckenraketen, so geschehen im Jahr 2010, als eine Rakete des Typs Topol-M über den roten Platz rollte. © dpa
Aufnahme zeigt einen Atomwaffentest, den die Royal Air Force am 8. November 1957 im Pazifik nahe der Weihnachtsinsel durchführte.
Am 2. Oktober 1952 wurde Großbritannien als dritte Nation der Welt zur Atommacht. Diese Aufnahme zeigt einen Atomwaffentest, den die Royal Air Force am 8. November 1957 im Pazifik nahe der Weihnachtsinsel durchführte. © Imago
Erster erfolgreicher Atomwaffentest Frankreichs nahe der Stadt Reggane in Algerien
Am 13. Februar 1960 folgte Frankreich. Die „Grande Nation“ unternahm ihren ersten erfolgreichen Atomwaffentest nahe der Stadt Reggane, die sich in Algerien befindet und von Wüste umgeben ist. Insgesamt 17 nukleare Sprengkörper zündete die französische Armee dort zu Testzwecken in den Folgejahren, davon vier oberirdisch. © Imago
die Überbleibsel der französischen Militärbasis auf einer der unbewohnten Inseln des Atolls.
Es folgten zahlreiche weitere französische Atomwaffentests, der Großteil auf dem Moruroa-Atoll im Süd-Pazifik. Von 1966 bis 1995 sollen dort insgesamt 179 Kernwaffen gezündet worden sein. Im Bild zu sehen sind die Überbleibsel der französischen Militärbasis auf einer der unbewohnten Inseln des Atolls. © AFP
Jacques Chirac, hier bei einem Treffen mit Wladimir Putin am 30. Mai 2008 in Paris
Frankreichs Präsident Jacques Chirac, hier bei einem Treffen mit Wladimir Putin am 30. Mai 2008 in Paris, geriet infolge der Atomwaffentests in den 1990er Jahren in die Kritik. Es dauerte bis ins Jahr 2008, ehe Frankreich die negativen Auswirkungen der jahrelangen Atomwaffentests auf das Mururoa-Atoll anerkannte und sich bereit erklärte, Entschädigungen für das militärische Personal und betroffene Zivilisten zu übernehmen. © AFP
chinesische Arbeiter, die über den erfolgreichen Atomwaffen-Test in der autonomen Region Xinjiang jubeln.
Am 16. Oktober 1964 wurde die Volksrepublik China Mitglied im erlauchten Kreis der Atommächte. Mithilfe von sowjetischer Technik gelang es den Wissenschaftlern der sozialistischen Diktatur, 15 Jahre nach ihrer Gründung eine eigene Kernwaffe zu entwickeln. Auf dem Bild zu sehen sind chinesische Arbeiter, die über den erfolgreichen Atomwaffen-Test in der autonomen Region Xinjiang jubeln. © Imago
indische Soldaten, die an einem Militärmanöver teilnehmen, bei dem es auch zur Zündung einer Nuklerwaffe kam.
Indien gilt seit 1974 offiziell als Atommacht. Im Bild zu sehen sind indische Soldaten, die an einem Militärmanöver teilnehmen, bei dem es auch zur Zündung einer Nuklearwaffe kam. © Imago
Atrappe der pakistanischen Atombombe
Im Jahr 1976 begann daraufhin das Atomwaffentestprogramm in Pakistan. Der erste erfolgreiche Atomwaffentest Pakistans erfolgte aber erst 1998. Seitdem gilt auch das mit Indien verfeindete Nachbarland offiziell als Atommacht. Beide Staaten streiten bis heute über die Grenzregion Kaschmir. Bei einer dortigen Demonstration im Jahr 2002 trugen Teilnehmer eine Attrappe der pakistanischen Atombombe durch die Straßen. © AFP
israelische F-15-Kampfjets
Israel gilt seit 1985 als faktische Atommacht. Offiziell ist das Nuklear-Programm des Landes aber bis heute nicht. Das Atomwaffenarsenal des Landes wird auf bis zu 200 Sprengköpfe geschätzt. Abgefeuert werden können diese unter anderem von israelischen F-15-Kampfjets (im Bild) und U-Booten der Dolphin-Klasse. © Imago
m Jahr 2005 verkündete Nordkorea, eigene Kernwaffen entwickelt zu haben.
Im Jahr 2005 verkündete Nordkorea, eigene Kernwaffen entwickelt zu haben. International traf diese Behauptung zunächst auf Skepsis. Doch kurz darauf schienen seismische Messungen die Angaben zu bestätigen. Im Jahr 2009 sollen weitere erfolgreiche Tests unternommen worden sein. Zweifelsfrei bestätigt ist das Atomwaffenprogramm Nordkoreas bis heute aber nicht. Zeitgleich entwickelte Nordkorea unter der Führung von Kim Jong-un Trägerraketen mit hoher Reichweite (im Bild). © Imago
Uran-Anreicherungsanlage in Natanz, Iran
Auch der Iran betreibt seit Jahren atomare Forschung. Laut dem Mullah-Regime geht es dabei aber nur um die zivile Nutzung der Kernenergie. Sowohl Israel als auch die mit ihm verbündeten USA bezweifeln dies und gehen davon aus, dass der Iran in Uran-Anreicherungsanlagen wir hier in Natanz auch an der Entwicklung von waffenfähigem Plutonium forscht. © Imago

Klimagipfel COP30: Guterres mahnt zur Eile und zieht negative Bilanz des Klimaschutzes

Zehn Jahre nach der Vereinbarung des Pariser Klimaabkommens zieht der UN-Generalsekretär eine ernüchternde Bilanz: Die internationale Gemeinschaft sei am Ziel „gescheitert“, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Stattdessen steuert die Erde auf eine gefährliche Erhitzung um etwa drei Grad zu. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, ist die COP30 die erste Konferenz, die dieses Scheitern offiziell anerkennt.

„Es ist eine ganz andere Verhandlungsarena als früher“, erklärte Petter Lyden, Klimaexperte von Germanwatch. „Statt um gemeinsame Regeln muss es jetzt um deren konkrete und entschiedene Umsetzung gehen.“ Umweltorganisationen wie Germanwatch und Greenpeace fordern einen UN-Reformprozess bei den Klimaverhandlungen, um zu verhindern, dass Bremser-Staaten und Lobbyisten der fossilen Energien die Bekämpfung der Klimakrise weiter behindern können.

Klimaexperten fordern vor COP30 ein „Notfallprogramm“ für die Erde

Jan Kowalzig, Klimaexperte der Organisation Oxfam, fordert angesichts der kritischen Lage ein „Notfallprogramm“. Ob die Europäische Union wie in früheren Jahren als treibende Kraft auftreten kann, bleibt fraglich. Die EU reist mit dem vergleichsweise vagen Ziel an, bis 2035 ihre Emissionen um 66,25 bis 72,5 Prozent zu verringern – eine Zusage, die Umweltorganisationen als unzureichend kritisieren.

Laut UNEP dominieren mehrere Hauptthemen die COP30: tiefgreifende Emissionskürzungen, der Schutz von Gemeinden vor Klimaauswirkungen sowie die Stärkung der Anpassungsfinanzierung und Frühwarnsysteme. Ein zentraler Knackpunkt der Verhandlungen wird die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in ärmeren Ländern sein. Bei der vorherigen Konferenz wurde zugesagt, dass Entwicklungsländer bis 2035 jährlich 300 Milliarden Dollar erhalten sollen – eine Summe, die nach Experteneinschätzung deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf liegt. In Belém muss geklärt werden, woher diese Mittel konkret kommen sollen.

COP30 in Brasilien mit schwierigen Vorzeichen: Mehr Geld für Rüstung, weniger für Klimaschutz

Auch der weltgrößte Treibhausgasemittent China bleibt mit seinen neuen Klimazielen hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig sorgen gekürzte Entwicklungshilfe und steigende Rüstungsausgaben wegen anhaltender Kriege dafür, dass weniger Geld für Klimaschutz zur Verfügung steht.

Brasilien hat, wie Reuters berichtet, die Länder aufgefordert, sich darauf zu konzentrieren, vergangene Versprechen zu verwirklichen – wie die COP28-Zusagen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen – anstatt neue zu machen. Als Themenschwerpunkt hat die brasilianische Präsidentschaft unter Luiz Inácio Lula da Silva vden Waldschutz gesetzt.

Lula lanciert vor Klimakonferenz COP30 Regenwald-Fonds – Merz verspricht Beitrag

Brasiliens Präsident Lula lancierte dazu vergangenen Donnerstag einen globalen Fonds namens Tropical Forests Forever Facility, der Milliardensummen gewinnbringend anlegen und mit den Gewinnen Tropenländer für Waldschutzmaßnahmen belohnen soll. Bundeskanzler Friedrich Merz hat in seiner Rede vergangene Woche in Bélém bereits einen „namhaften“ Betrag zugesagt, dessen genaue Höhe jedoch unbekannt bleibt.

Die Wahl des Konferenzortes im Amazonasgebiet ist kein Zufall. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva setzt damit ein bewusstes Zeichen, denn der dortige Regenwald spielt eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Erderwärmung. Nach Informationen des Guardian steht der Amazonas-Regenwald am Rande eines unumkehrbaren Kipppunkts, und Klimawandel zusammen mit Entwaldung bringen das Ökosystem bei einer Erwärmung über 1,5°C in Gefahr.

Gleichzeitig steht der Gastgeber selbst in der Kritik: Trotz seines Einsatzes für den Waldschutz treibt Lula die Ölförderung seines Landes voran – mit der Begründung, die Einnahmen für die Energiewende zu benötigen. (Quellen: AFP, The Guardian, ZDF) (smu)

Rubriklistenbild: © Wang Tiancongluxiao/Imago

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