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Franziska Schwarz
Nail Akkoyun
Felix Busjaeger
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos dominiert in diesem Jahr die Geopolitik. Es geht um Grönland, Trumps Drohungen und die Reaktion der Europäer. News im Ticker.
Dieser Ticker ist beendet. Weitere Informationen finden Sie in unseren neuen Davos-Ticker.
Update, 6:52 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass eine Einigung im Grönland-Konflikt möglich ist. „Ich denke, wir werden eine Lösung finden, mit der die NATO und die USA sehr glücklich sein werden“, sagte Trump wenige Stunden vor seinem Abflug nach Davos – der sich dann verzögerte.
Gleichzeitig bekräftigte der Republikaner seine Position, dass die USA Grönland aus „Sicherheitsgründen“ bräuchten. Auf die Frage, wie weit er für den Besitz der Insel gehen würde, antwortete Trump: „Das werden Sie sehen.“ Trump sprach in Zusammenhang mit seiner Reise nach Davos auch davon, dass die USA viele Treffen zu Grönland geplant hätten. Wer konkret daran teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen.
Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern




Update, 21. Januar, 5:23 Uhr: Die Maschine von US-Präsident Donald Trump und seinem Team hat auf dem Flug zum Weltwirtschaftsforum (WEF) nach Davos kehrt gemacht und sich auf den Rückweg Richtung Washington begeben.
Kurz nach dem Start am späten Abend (Ortszeit) habe die Besatzung an Bord der Air Force One ein „kleines elektrisches Problem“ festgestellt, teilte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt mitreisenden Journalisten mit. Aus Vorsicht kehre man daher um, lande auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews nahe der US-Hauptstadt Washington und steige in ein anderes Flugzeug um, hieß es.
Die Nachricht von der unplanmäßigen Umkehr des Flugzeugs wurde etwa eine Stunde nach dem Start der Maschine publik. Trumps Ankunft in Davos, wo er heute am frühen Nachmittag eine Rede halten soll, dürfte sich damit verzögern.
Kurz vor WEF in Davos: Trump präsentiert sich als Retter der NATO
Update, 19:01 Uhr: Am Vorabend seines Auftritts beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat sich Donald Trump erneut als Retter der NATO präsentiert. Ohne ihn „gäbe es die NATO jetzt nicht“, schrieb Trump auf Truth Social. „Sie wäre im Aschehaufen der Geschichte gelandet.“ Das sei „traurig aber wahr“. Im Streit um seinen Besitzanspruch auf Grönland hatte Trump bereits am Montag der vergangenen Woche betont: „Ich bin derjenige, der die Nato gerettet hat!!!“
Update, 18.10 Uhr: Vor dem Hintergrund der Grönland-Krise will US-Präsident Donald Trump am Mittwoch in Davos (14.30 Uhr) eine mit Spanung erwartete Rede halten. Anschließend will er am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in der Schweiz mehrere Staats- und Regierungschefs treffen. Davor ließ der Republikaner es sich aber nicht nehmen, sowohl Kanada als auch Großbritannien auf seinem Sprachrohr Truth Social zu attackieren.
Davos live: EU reagiert und legt Handelsvereinbarung mit den USA auf Eis
Update, 17:33 Uhr: Im Zollstreit mit US-Präsident Donald Trump um Grönland hat das Europaparlament die Umsetzung einer Handelsvereinbarung mit den USA aus dem vergangenen Sommer auf Eis gelegt. Das Parlament werde vorerst nicht über eine Abschaffung der EU-Zölle auf Industrieprodukte aus den USA abstimmen, sagten die Fraktionschefs von Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen am Dienstag in Straßburg. Die Europäer suchen nun beim Wirtschaftsforum im Schweizer Skiort Davos das Gespräch mit Trump. Zugleich bereitet die EU mögliche Gegenzölle vor. Für Donnerstag ist ein Sondergipfel in Brüssel angesetzt.
Davos live: G7-Treffen mit Russland kommt nicht zustande
Update, 16:34 Uhr: Emmanuel Macron hat seinen Plan für ein G7-Treffen mit Russland am Donnerstag in Paris aufgegeben. „Es ist kein Treffen geplant“, sagte Macron der AFP in Davos. Donald Trump hatte zuvor eine persönliche Nachricht von Macron veröffentlicht, in der Frankreichs Präsident ihm ein solches Treffen samt einem gemeinsamen Abendessen in Paris vorgeschlagen hatte. Macron hatte demnach vorgeschlagen, auch Vertreter Russlands, Dänemarks und Syriens nach Paris einzuladen. Das Abendessen mit Trump wäre zeitlich mit dem in Brüssel geplanten EU-Sondergipfel zusammengefallen.
Macron geht Trump-Regierung in Davos an
Update, 16:02 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den USA im Grönland-Konflikt „neuen Kolonialismus“ und eine versuchte Schwächung Europas vorgeworfen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sprach Macron von einer „Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten durch Handelsabkommen, die unsere Exportinteressen untergraben, maximale Zugeständnisse verlangen und offen darauf abzielen, Europa zu schwächen und zu unterwerfen, verbunden mit einer endlosen Anhäufung neuer Zölle, die grundsätzlich inakzeptabel sind, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden“.
Mit Blick auf Trumps Zollandrohungen im Grönland-Konflikt pochte Macron darauf, das EU-Gesetz zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung – die sogenannte Handels-Bazooka – als „mächtiges Instrument“ zu nutzen. „Europa verfügt heute über sehr wirksame Instrumente, und wir müssen sie einsetzen, wenn wir nicht respektiert werden und wenn übrigens das gesamte Spiel nicht respektiert wird.“ Dabei bezeichnete Macron es als „verrückt“, das die EU das Instrument gegen wirtschaftliche Nötigung erstmals gegen die USA einsetzen könnte.
Davos live: Selenskyj will klare Rahmenbedingungen vor Anreise
Update, 13:44 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj knüpfte seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos an bestimmte Bedingungen. „Wenn die Dokumente fertig sind, dann wird es ein Treffen (mit US-Präsident Donald Trump) und eine Reise geben“, erklärte der Staatschef vor Journalisten, wie verschiedene lokale Medien übereinstimmend meldeten. Auch bei Zusagen für weitere Energiehilfen oder zusätzliche Luftverteidigungssysteme würde er anreisen. „Doch bisher habe ich in der Ukraine einen Auftrag und für mich ist es essenziell, hier alle Dienste zu koordinieren“, ergänzte Selenskyj.
Die Ukraine erhofft sich im Zuge eines umfassenderen amerikanischen Friedenskonzepts die Unterzeichnung von Vereinbarungen über Sicherheitsgarantien und ein milliardenschweres Wiederaufbauprogramm mit Washington. Diese Verhandlungen sind jedoch ins Stocken geraten. Seit beinahe vier Jahren verteidigt sich die Ukraine mit westlicher Unterstützung gegen die russische Invasion.
Davos live: Trump will eigenen „Friedensrat“ am Donnerstag bekannt geben
Update, 12:50 Uhr: Trotz verhaltener Reaktionen europäischer Partner will US-Präsident Donald Trump am kommenden Donnerstag seinen „Friedensrat“ bekannt geben. Laut Angaben des Weißen Hauses ist die Bekanntmachung für 10:30 Uhr in Davos geplant. Medienberichten nach soll Trump bei dieser Gelegenheit die sogenannte „Charta des Friedensrates“ unterzeichnen. Die Veranstaltung wird voraussichtlich parallel zum laufenden Weltwirtschaftsforum in dem Schweizer Bergort durchgeführt. Trump soll bereits am Mittwoch dort vor internationalem Publikum sprechen.
Die deutsche Regierung hat auf die Einladung zu dem neuen Organ bisher zurückhaltend reagiert. Auch Frankreich zeigt sich abwartend. Zu den weiteren Eingeladenen gehören EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Kremlchef Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sowie Polens rechtskonservativer Präsident Karol Nawrocki
Davos live: Von der Leyen reagiert auf Grönland-Streit
Update, 11:47 Uhr: Beim Weltwirtschaftsforum in Davos mahnte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen US-Präsident Donald Trump, die transatlantischen Beziehungen nicht wegen der Grönland-Frage zu gefährden. Trumps angekündigte zusätzliche Zölle gegen europäische Partner bezeichnete sie als Fehlentscheidung. Solche Spannungen würden lediglich jenen Widersachern in die Hände spielen, die man eigentlich aus strategisch wichtigen Regionen heraushalten möchte. Die Europäische Union werde daher besonnen, aber bestimmt antworten.
Zudem verwies von der Leyen auf das im Juli des vergangenen Jahres geschlossene Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU, welches Zollobergrenzen festlegt. „In der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal“, fügte sie hinzu. „Wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten.“
Update, 11:37 Uhr: Durch eine Fotomontage hat US-Präsident Donald Trump seine Ambitionen kurz vor dem Treffen in Davos bezüglich Grönland und Kanada öffentlich demonstriert. Der Republikaner teilte auf Truth Social zwei manipulierte Bilder: Eines zeigt Trump im Oval Office zusammen mit europäischen Führungspersönlichkeiten vor einem Plakat, das neben den USA auch Venezuela, Grönland und Kanada in den Farben der amerikanischen Flagge präsentiert.
Trump äußerte bereits in der Vergangenheit wiederholt seine Vorstellung, Kanada unter amerikanische Hoheit zu stellen. Das nördliche Nachbarland solle zu den Vereinigten Staaten gehören und als „51. Bundesstaat“ fungieren. Diese territorialen Bestrebungen Trumps wies der kanadische Premierminister Mark Carney im vergangenen Mai entschieden zurück.
Grönland-Showdown in Davos: Trump-Gesandter stellt klar – „Natürlich ist Europa ein Verbündeter“
Update, 11:07 Uhr: US-Finanzminister Scott Bessent sieht Europa trotz der Auseinandersetzung um Grönland weiter als Verbündeten der USA. Die Nato-Mitgliedschaft der Amerikaner stehe nicht infrage, man bemühe sich gemeinsam um ein Ende des Ukraine-Kriegs. „Natürlich ist Europa ein Verbündeter“, sagte Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. „Aber das bedeutet nicht, dass wir keine Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft Grönlands haben können.“
Der Finanzminister zeigte sich optimistisch für eine Lösung des neuen Zollstreits. „Entspannt euch. Ich bin zuversichtlich, dass die Staats- und Regierungschefs die Situation nicht eskalieren lassen werden“, sagte er. Er rechne mit einem Ergebnis, „das für alle, für die nationale Sicherheit, für die USA und für Europa sehr positiv ist“.
Davos live: Weltwirtschaftsforum unter Einfluss von Trumps Grönland-Streit
Erstmeldung: Davos – Es geht los in Davos: Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum (WEF) geht es allerdings nicht nur um Wirtschaftsthemen, vielmehr steht auch die große Geopolitik im Zentrum. Seit Wochen spitzt sich der Streit um Grönland zu, beim Treffen in Davos 2026 soll es mehrere Gespräche zu dem Themenkomplex geben. Bei der Jahrestagung sollen am ersten Tag des offiziellen Programms unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprechen. Präsident Donald Trump wird am Mittwoch in Davos sprechen.
Trump bekräftigte, dass die zu Dänemark gehörende Insel Grönland „von entscheidender Bedeutung“ für die internationale und die nationale Sicherheit der USA sei. „Es gibt kein Zurück – darin sind sich alle einig!“, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Die Gespräche dürften am Rande des derzeitigen Weltwirtschaftsforums in Davos stattfinden. Trump wird am Mittwoch (21. Januar) in dem Schweizer Alpenort erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird.
Trump hatte im Grönland-Streit kurz vor dem Treffen in Davos mehreren europäischen Staaten mit Strafzöllen gedroht, falls sie einer US-Übernahme der Insel weiter im Wege stehen sollten. Die Arktisinsel gehört zum Königreich Dänemark. Sowohl die Regierung in Kopenhagen als auch die von Grönland weisen Trumps Besitzansprüche zurück. US-Finanzminister Scott Bessent, der schon in Davos weilt, warnte die EU vor Vergeltung. Er soll heute Nachmittag beim WEF von einer Reporterin des Trump-nahen Senders Fox Business Network öffentlich befragt werden.
Der Generalsekretär des Europarats, Alain Berset, äußerte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur Zweifel, ob es für Europa wirklich zielführend sei, „immer zu versuchen, cool zu bleiben“ und nicht hart zu reagieren. Möglicherweise müsse man auch mal dagegenhalten und sagen: „Nein, so geht es nicht.“ Man müsse auf Augenhöhe sprechen können und dürfe nicht einfach alles akzeptieren. In einem Gastbeitrag in der New York Times betonte er: „Das Völkerrecht ist entweder universell oder bedeutungslos. Grönland wird zeigen, wofür wir uns entscheiden.“
In Zürich, knapp drei Stunden Zugfahrt von Davos entfernt, demonstrierten am Montagabend Schätzungen zufolge etwa 2000 Menschen gegen Trump und das WEF. Im Anschluss an die Kundgebung kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Wasserwerfer einsetzte.
Davos live: Grönland-Streit überschattet WEF – Macron mit Trump-Vorstoß
Abseits der Entwicklungen in Davos hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein Treffen der G7-Staaten mit Russland und Dänemark am Donnerstag (22. Januar) in Paris vorgeschlagen. Das geht aus privaten Textnachrichten zwischen Macron und Trump hervor, die der US-Präsident auf der Plattform Truth Social teilte. Der Élysée-Palast bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit der Nachrichten. Am Dienstagvormittag hatte Trump auf seinem Online-Sprachrohr Bilder veröffentlicht, die Textnachrichten von Macron zeigen sollen. Darin regt Macron ein Treffen der großen westlichen Industrienationen in Paris nach dem Ende des Weltwirtschaftsforums in Davos an.
Davos 2026 steht derweil dieses Jahr unter dem Motto „Im Geiste des Dialogs“. Erwartet werden zahlreiche Spitzenpolitiker wie Bundeskanzler Friedrich Merz, der am Donnerstag eine Rede halten soll, sowie Hunderte Topmanager. UN-Generalsekretär António Guterres sagte seine Teilnahme wegen einer schweren Erkältung ab, der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wurde wegen des brutalen Vorgehens der autoritären Führung seines Landes gegen Demonstranten ausgeladen. Weitere prominente Namen auf der Liste von Davos sind dieses Jahr:
- Ursula von der Leyen, Kommissionspräsidentin der EU
- Emmanuel Macron, Präsident Frankreichs
- Mark Carney, Premierminister Kanadas
- Abdel Fattah El-Sisi, Präsident Ägyptens
- Pedro Sanchez, Premierminister Spaniens
Während die Welt mit Spannung auf Davos blickt und sich der Streit um Grönland mutmaßlich vor einem Showdown steht, drücken die globalen Krisen die Erwartungen an das WEF. Insgesamt sehen Topmanager, eine gewichtige Gruppe beim Weltwirtschaftsforum, so pessimistisch auf die eigenen Unternehmen wie lange nicht. Das Vertrauen der Firmenbosse in die Umsatzaussichten ist auf ein Fünfjahres-Tief gesunken, wie aus einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter rund 4.450 Unternehmenschefs in 95 Ländern und Regionen hervorgeht. (red mit Agenturen)
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