Neue Fahrpläne der Bahn

Deutsche Bahn: Preise steigen ab Dezember – Flex-Tickets sieben Prozent teurer

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Die Ampel will die Abkehr vom Individualverkehr – doch wie? Derzeitige Bahn-Angebote sind wenig attraktiv: Das zeigt auch der Fernverkehr.

Berlin – Der Kampf gegen den Klimawandel gerät in Deutschland nicht nur vor dem Hintergrund der Energiekrise offenbar immer mehr ins Hintertreffen. Nachdem im Nahverkehr und ÖPNV das 9-Euro-Ticket ein voller Erfolg war, gibt es immer noch kein Nachfolgeangebot der Ampel unter Olaf Scholz (SPD) – Tickets im Nahverkehr sind meist teuer. Bei der Deutschen Bahn sollen die ohnehin hohen Preise im Fernverkehr nun ebenfalls weiter steigen, um durchschnittlich satte 4,9 Prozent, bei sogenannten Flex-Tickets sogar noch mehr. Mit dem neuen Fahrplan soll es ab 11. Dezember so weit sein.

Deutsche Bahn Fahrplan ab 11. Dezember: Preise für Tickets steigen im Fernverkehr deutlich

Mit dem neuen Deutschen Bahn Fahrplan, der ab 11.12.2022 in Kraft treten soll, wird es für Bahnreisende deutlich teurer. Auch für Vielfahrer gibt es schlechte Nachrichten, denn der Preis für die Bahncards 25, 50 und 100 steigt ebenfalls. Wie die Bahn ankündigte, sollen sogenannte Flex-Tickets um durchschnittlich 6,9 Prozent teurer werden. Bei den verschiedenen Bahncard-Angeboten ist ein Preisanstieg um 4,9 Prozent zu verzeichnen. Trotz aller Verkehrswende-Pläne der Bundesregierung zum Klimaschutz werden der Fernverkehr und Deutsche Bahn Tickets für viele Reisende grade in Zeiten der Inflation damit immer unattraktiver.

Bahnreisen im Fernverkehr werden ab Mitte Dezember um durchschnittlich fast fünf Prozent teurer.

Stichwort Inflation: Mit der begründet man bei der Bahn die Teuerungsentwicklung. Der Konzern erklärte, man sei durch die hohe Inflation „gezwungen, auf die massiven Teuerungen (....) zu reagieren.“ Ein schwacher Trost: Die Preise für Tickets der Kategorien Einstiegspreis bzw. Supersparpreis (ab 17,90) und Sparpreis (ab 21,90) bleiben gleich. Auch die Kosten für eine Sitzplatzreservierung bleiben im Fernverkehr, wo auch im Oktober eine FFP2-Maskenpflicht gilt, bei 4,50 Euro.

Deutsche Bahn: Reiseauskunft zeigt oft Verspätung – die Preise steigen trotzdem

Die Preise für Bahnkundinnen und Bahnkunden steigen weiter – während die Deutsche Bahn Reiseauskunft weiterhin regelmäßig Verspätungen ausweist. Wie das Handelsblatt berichtet, haben Beschwerden über Verspätungen der Bahn zuletzt deutlich zugenommen. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), bescheinigte der Bahn erst kürzlich auf Twitter, sie sei so „unzuverlässig wie nie“. Die Probleme sorgten zuletzt auch für Anpassungen bei der Zugbindung.

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Hüther erklärte laut Handelsblatt, er glaube nicht an schnelle Lösungen. „Das Problem ist: Nach langer Fehlsteuerung und Unterfinanzierung gibt es keine schnelle Lösung“, so der IW-Direktor. Die Bahn verweist derweil auf ihre Bemühungen: Es seien noch nie so viele Züge gerollt, zudem sei noch nie so viel gebaut worden, so Bahn-Chef Lutz laut Handelsblatt. Selbst er muss indes zugestehen: „Die Pünktlichkeit muss und wird im nächsten Jahr deutlich besser werden“. Für das derzeitige Angebot sind Preissteigerungen noch schwerer zu vermitteln, als ohnehin schon.

Deutsche Bahn Tickets teurer trotz schlechtem Angebot: Bartsch fordert Stopp der Erhöhung

Deutsche Bahn Tickets werden teurer, obwohl das Angebot schlecht ist. Aus der Politik werden deshalb bereits Konsequenzen gefordert. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch forderte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) jetzt dazu auf, einzugreifen: „Angesichts des Kontrollverlusts bei der Inflation dürfen Preise, auf die die Bundesregierung maßgeblich Einfluss hat, nicht weiter steigen und die Bürger zusätzlich belasten“, so Bartsch laut Business Insider. Die Preisanstiege sind nicht nur in Zeiten der Inflation für viele unzumutbar – sie sind auch alles andere als ein gutes Argument für die Abkehr vom Individualverkehr.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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