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Die Ampel will den Ausbau von Windkraft vorantreiben, doch die Zahlen für den Jahresbeginn lassen laut Windkraftbranche zu wünschen übrig – passiert ist wenig.
Berlin – Die Zahl der Genehmigungen neuer Windkraftanlagen zum Jahresbeginn 2023 enttäuscht die Branche. Vertreter finden deutliche Worte.m Es ist die Rede von einem „Totalausfall“. Zuletzt hatte Robert Habeck (Grüne) verschiedene Maßnahmen in Aussicht gestellt, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen und Klimaschutzziele zu erreichen. Den Bedarf an mehr Tempo verdeutlichen die Zahlen bei den Genehmigungen neuer Windräder tatsächlich, besonders in einigen Bundesländern ist wenig passiert – bisweilen gar nichts.
Erneuerbare Energien in Deutschland: Windkraftbranche sieht ernüchternde Zahlen bei Genehmigungen 2023
Die Politik in Deutschland will Erneuerbare Energien schnellstmöglich ausbauen, denn bisher geht es zu langsam – das gilt aus Sicht der Windkraftbranche auch für den Jahresbeginn 2023. Mit Blick auf die Neugenehmigungen von Windkraftanlagen spricht der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers, von einem „Armutszeugnis für den deutschen Süden“. Für diese Einschätzung und allgemeine Skepsis hat Albers guten Grund: Seit Jahresbeginn gab es in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz keine einzige genehmigte neue Anlage. Der Blick nach Hessen ist kaum erbaulicher: Hier wurde eine neue Windkraftanlage gestattet.
Albers erklärt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dies sei „nicht weniger als ein Totalausfall“. Bundesweit sind in Deutschland seit Beginn des Jahres insgesamt 51 neue Anlagen gestattet worden. Auf Sachsen-Anhalt entfielen dabei 19 neue Windräder, elf auf Schleswig-Holstein, fünf auf Niedersachsen und acht auf Nordrhein-Westfalen. In Thüringen wurden vier Anlagen genehmigt, in Brandenburg drei. In der Vergangenheit hatte die Branche an den Ausbauzielen für Erneuerbare Energien gezweifelt. Tatsache ist: Auch nach dem Genehmigungsprozess braucht es noch einige Zeit bis zur Inbetriebnahme der Anlagen – die Zeit drängt.
Ausbau Erneuerbarer Energien soll vorangetrieben werden: Habeck kündigt Maßnahmen an
Um den Ausbau Erneuerbarer Energien voranzutreiben hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zuletzt verschiedene Maßnahmen in Aussicht gestellt, darunter auch ein „Windausbau-Beschleuniger“. Dieser sieht unter anderem den Wegfall bisher notwendiger Umweltschutzprüfungen sowie artenschutzrechtlicher Prüfungen vor. Von Umweltschützern hatten vor allem die Grünen in der Ampel scharfe Kritik geerntet, der NABU zeigte sich verärgert. Beschlossen ist zudem die gesetzliche Verpflichtung der Länder, mehr Flächen zum Ausbau bereitzustellen – auch in Niedersachsen soll es in Sachen Erneuerbare Energien vorangehen, wenngleich das Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im bundesweiten Vergleich gut dasteht.
Windkraftanlagen bei denen zuletzt erhebliche Sicherheitslücken offenkundig wurden, sollen einen erheblichen Teil zur Energiewende beitragen – ebenso wie Photovoltaik. Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte deshalb zuletzt noch weitere Unterstützungsmaßnahmen für die Windkraft- und Photovoltaikbranche angekündigt. Unter anderem soll mit Bürgschafts- und Garantieprogrammen beim Überbrücken längerer Genehmigungs- und Planungsprozesse für Anlagen geholfen werden. Für Habeck gibt es einiges zu tun, der Grünen-Politiker gibt sich bemüht, Tempo zu machen. Erst kürzlich erklärte er selbst: „Wir sind gezwungen beim Klimaschutz schneller zu werden“.
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