Nach Trump-Eklat

Frankreichs Atomschirm: Wieviel Europa passt wirklich darunter?

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Eine europäische Sicherheitsstruktur unter französischer Leitung? Für Europa ein historischer Wendepunkt: Frankreichs Nuklearwaffen versprechen Sicherheit.

Paris – „Zwei Ecksteine markieren den Weg zu europäischer Selbstverteidigung“, schreibt Eckhard Lübkemeier. Im Magazin Internationale Politik Quarterly hat der Analyst zusammen mit Michael Rühle die Frage diskutiert, inwieweit Europa gemeinsame Nuklearwaffen brauche. Das war bereits Anfang vergangenen Jahres; lange bevor Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, den Impuls zu einem „europäischen Atomschirm“ gegen Wladimir Putins Streitkräfte aufgeworfen hat. Die BBC stellt daher die Frage, welche Verbündeten darunter passen können.

Abschreckend: Ein Dassault Rafale-Kampfjet, der mit einer französischen nuklearen luftgestützten Marschflugkörper vom Typ ASMPA (Mittelstrecken-Luft-Boden-Rakete) beladen ist. Die französische Luftwaffe könnte die Korsettstangen eines französisch dominierten europäischen Atomschirms werden.

„Bisher basierte die französische Nukleardoktrin auf der Drohung einer massiven atomaren Reaktion für den Fall, dass der Präsident der Ansicht war, die ,vitalen Interessen‘, Frankreichs stünden auf dem Spiel“, hat BBC-Autor Hugh Schofield festgehalten. Emmanuel Macron will einen atomaren Schutzschild über ganz Europa spannen. Offenbar decken sich die Interessen Frankreichs deutlicher mit denen von dessen Nachbarländern als bisher – seit US-Präsident Donald Trump von den Europäern die Übernahme von mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit gefordert hatte.

Atomraketen gegen Putin: „Es ist eine alte Idee, die sich nie durchgesetzt hat“

„Es ist eine alte Idee, die sich nie durchgesetzt hat“, schreibt dazu Joseph de Weck. Der Autor erinnert im Magazin Internationale Politik Quarterly daran, dass bereits der ehemalige bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß (CSU) diese Idee gehabt haben soll, aber weder die Regierungen in Bonn noch in Paris davon begeistern konnte. Offenbar treibt jetzt die Existenzangst die Franzosen dazu, diese Möglichkeit wieder zu reanimieren. Präsident Emmanuel Macron habe wiederholt einen Dialog über die europäische Dimension der französischen Nuklearwaffen angeboten. Solange ihn niemand beim Wort nehme, ließe sich nicht beurteilen, wie ernst er es meine, schreibt Lübkemeier.

„Frankreichs unabhängige Abschreckung stärkt die Nato insgesamt, weil sie die Kalkulation der Gegner komplizierter macht. Zwar ist die nukleare Abschreckung ein Eckpfeiler der Abschreckungsstrategie der Nato, doch das lässt sich von der Europäischen Union nicht behaupten: In vielen Mitgliedstaaten herrscht nach wie vor Unklarheit über die Rolle von Atomwaffen in der Verteidigungsplanung“, so das Bulletin.

Carine Guerout & Jason Moyer, Bulletin of the Atomic Scientists

Ihm zufolge markiere den zweiten Eckstein europäischer Sicherheit die Nuklearmacht Großbritannien – von denen erwarte er aktuell aber noch wenig. Außerdem lässt eine entsprechende Erklärung von Premierminister Keir Starmer auf sich warten. Was den „Atomschirm“ zwangsläufig kleiner dimensioniert als vielleicht wünschenswert wäre. „Noch wichtiger wäre, dass Frankreich zu einer auf breiter Front vertieften Integrationsgemeinschaft williger EU-Staaten gehörte“, so Lübkemeier.

290 Nuklearsprenköpfe listet der Thinktank Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) für Frankreich auf. Russland verfügt danach über 5.889 Sprengköpfe. Wie eindrucksvoll könnte Frankreichs Abschreckung also aussehen – selbst ergänzt durch die 225 Sprengköpfe des Vereinigten Königreichs? Die französische Doktrin erklärt Lydia Wachs damit, dass Paris mit einem Erst- oder Gegenschlag einem gegnerischen Staat ‚inakzeptablen Schaden‘ zu­fügen könne. Frankreichs Kernwaffen richten sich daher nicht gegen Nuklearstreitkräfte eines potenziellen Kontrahenten oder vielleicht heranrollende Panzerarmeen, sondern gegen dessen „poli­tische, wirtschaftliche und militärische Nervenzentren“, wie die Analystin des deutschen Thinktanks Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) behauptet.

Macrons nukleare Abschreckungsoffensive: „Eine der Lebenslügen der deutschen Sicherheitsdebatte“

Hugh Schofield stellt fest, dass völlig unausgegoren ist, wie eine französische oder britisch-französische nukleare Abschreckung in Europa funktionieren könne. Der BBC-Autor zitiert dazu Pierre Haroche; ihm zufolge könnten mit atomaren Marschflugkörpern bewaffnete Kampfjets in Ländern wie Deutschland oder Polen stationiert werden: „Die Entscheidung, ob sie den Abzug betätigen, läge zwar immer noch beim französischen Präsidenten, aber ihre Präsenz wäre ein starkes Signal“, sagt der Politikwissenschaftler von der Katholischen Universität Lille gegenüber der BBC. Oder die Flieger könnten verstärkt entlang der Nato-Grenze patrouillieren.

Ohnehin ist die Luftabwehr die weiche Flanke der Nato – viel zu wenig von allem, das auch noch schlecht miteinander verzahnt ist. Rund 450 Millionen Menschen beträgt die Gesamtbevölkerung der Europäischen Union, verteilt auf vier Millionen Quadraktkilometer; Malta müsste genauso von dem atomaren Schutz profitieren wie das europäische „Kerngebiet“ Deutschland. Eine Herkulesaufgabe – die wohl auch zeitnah zu erledigen sein müsste, wenn auf Russlands Expansionismus geantwortet werden solle. Und würde sich das Vereinigte Königreich trotz des Brexits außerhalb eines gesamteuropäischen „Atomschirmes“ darunter einordnen wollen oder lieber außen vor bleiben?

Die Idee einer Europäisierung der französischen Nuklearwaffen sei „eine der Lebenslügen der deutschen Sicherheitsdebatte“, behauptet Michael Rühle. „Einladungen an Berlin zu einem ‚nuklearen Dialog‘ mit Paris sind deshalb auch keine konkreten Angebote zur Ausweitung des französischen Nuklearschirms auf Deutschland. Sie dienen lediglich dazu, die antinuklearen Reflexe des Nachbarn einzuhegen“, schreibt der ehemalige hochrangige Abteilungsleiter der Nato. Ihm zufolge wolle Frankreich die Nachbarländer offenbar motivieren, deren Ablehnung von Atomwaffen aufzuweichen.

Nach Trumps Rückzieher: „Frankreichs unabhängige Abschreckung stärkt die Nato insgesamt“

Wobei sich Deutschland bereits mit der Stationierung konventioneller Waffen anderer Länder schwer tut, wie die Debatte des vergangenen Jahres um die „Deckung der Fähigkeitslücke“ der Nato mit konventionellen US-amerikanischen Tomahawk-Raketen auf deutschem Boden nachdrücklich bewiesen hat. Glaubwürdige nukleare Abschreckung bedinge aber konventionelle Stärke, behauptet Michael Rühle. „Nukleare Abschreckung wirkt nur, wenn es um existenzielle Interessen geht, bietet aber keinen Schutz gegen Angriffe eines Gegners, der nur begrenzte Ziele verfolgt“, schreibt er. „Damit wird deutlich, dass eine Investition in Nuklearwaffen ohne Stärkung der konventionellen Fähigkeiten die Sicherheit Europas kaum verbessert.“

Rühle sieht in den verzweifelten Anstrengungen der einzelnen europäischen Länder um eine Erhöhung ihrer Verteidigungsetats das deutliche Indiz dafür, dass beispielsweise ein europäisches Nuklearprogramm „praktisch nicht finanzierbar“ sei. Somit bleibe Frankreich unter den europäischen Ländern die Ausnahme und beharre bis jetzt auf seinem atomaren Sonderstatus, wie das Bulletin of the Atomic Scientists noch im vergangenen Jahr unterstrichen hat: Frankreich bleibe noch immer in der Nuklearen Planungsgruppe der Nato außen vor – auch als unbeugsamer Befürworter einer atomaren Abschreckungs-Doktrin.

„Frankreichs unabhängige Abschreckung stärkt die Nato insgesamt, weil sie die Kalkulation der Gegner komplizierter macht. Zwar ist die nukleare Abschreckung ein Eckpfeiler der Abschreckungsstrategie der Nato, doch das lässt sich von der Europäischen Union nicht behaupten: In vielen Mitgliedstaaten herrscht nach wie vor Unklarheit über die Rolle von Atomwaffen in der Verteidigungsplanung“, so das Bulletin.

Erstes Ergebnis des Ukraine-Krieges: Europas neue Sicherheitsarchitektur ohne US-Amerikaner

Dessen Autoren fürchten in diesem Zusammenhang, dass die französischen Ambitionen ohne entsprechenden Widerhall in den einzelnen Länderregierungen das eigene atomare Drohpotenzial überdehnen könnte und damit die Glaubwürdigkeit der eigenen nuklearen Abschreckung Frankreichs auf die Probe stellen, so das Bulletin. „Ist Macron bereit, Paris gegen Helsinki einzutauschen?“, fragen deren Autoren Carine Guerout und Jason Moyer, um sich die Antwort quasi selbst zu geben, beziehungsweise ohne ein klares „Ja“ herleiten zu können.

Wen holt Friedrich Merz in sein Kabinett? Diese Minister stehen bereit

Wahlkampf CDU - Halle/Saale
Der CDU-Vorsitzende und Kanzler in spe Friedrich Merz muss sein Kabinett zusammenstellen. Nach mehreren Medienberichten sollen plus dem CDU-Kanzler Merz insgesamt sieben Minister von der CDU, fünf von der SPD und drei von der CSU gestellt werden. Wie ein mögliches schwarz-rotes Kabinett unter Merz aussehen kann, zeigt die folgende Bilderstrecke.  © Hendrik Schmidt/dpa
Die Vorstandsvorsitzender des Energiedienstkleisters Westenergie AG - Katherina Reiche - am 11. März 2024 während einer
Katherina Reiche (CDU) © Manngold/Imago
CDU-Politikerin Nina Warken spricht am 15. Mai 2024 im Bundestag
CDU-Politikerin Nina Warken  © Christoph Soeder/dpa
Wolfram Weimer zu Gast bei „Maischberger“ am 18. Februar 2025
Wolfram Weimer zu Gast bei „Maischberger“ am 18. Februar 2025  © HMB-Media/Imago
Karsten Wildberger
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Merz‘ Kabinett: Christiane Schenderlein (CDU)
dpa_urn_binary_dpa_com_20090101_250428-935-552616-FILED.jpg © Christiane Schenderlein/dpa
Fortsetzung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD
SPD-Chef Lars Klingbeil führt zusammen mit der Co-Vorsitzenden Saskia Esken die Verhandlungsdelegation der Sozialdemokraten an. Berichten zufolge könnte er das Finanzministerium übernehmen. © Kay Nietfeld/dpa
Michaela Kaniber (CSU), Landwirtschaftsministerin von Bayern,
Michaela Kaniber (CSU) könnte auf Wunsch Markus Söder aus Bayern nach Berlin gerufen werden. Medienberichten zufolge wird sie als Agrarministerin gehandelt.  © Sven Hoppe/picture alliance/dpa
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
SPD-Chefin Saskia Esken ist auch parteiintern nicht unumstritten. Dennoch wird spekuliert, ob sie zukünftig ein Ministerium übernehmen könnte. © Christophe Gateau/dpa
Friedrich Merz‘ treuer Generalsekretär Carsten Linnemann gilt als Minister fast schon gesetzt. Er käme wohl für das Wirtschaftsministerium infrage, wo er die gewünschte Reform des Bürgergelds vorantreiben könne. Linnemann ist Volkswirt.
Friedrich Merz’ treuer Generalsekretär Carsten Linnemann galt als Minister fast schon als gesetzt. Der Volkswirt teilte jedoch überraschend mit, dass er sich gegen ein Ministeramt entschieden habe. Der CDU-Politiker wurde in der Vergangenheit als aussichtsreicher Kandidat für das Wirtschafts- oder Arbeitsministerium gehandelt. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett ebenfalls als gesetzt, wenn es mit Schwarz-Rot klappt. Laut Medienberichten könnte er eine zweite Amtszeit als Verteidigungsminister erhalten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Roland Koch
Der ehemalige hessische Ministerpräsident und Merz-Vertraute Roland Koch wird ebenfalls als möglicher Minister gehandelt. © Sebastian Gollnow/dpa
Christina Sinemus – von der CDU aus Hessen – könnte zukünftig Digitalministerin werden
Kristina Sinemus – von der CDU aus Hessen – könnte zukünftig Digitalministerin werden ©  IMAGO / Jörg Halisch
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Berichten zufolge könnte Spahn bei der Vergabe der Ministerien unter Friedrich Merz leer ausgehen und stattdessen den Vorsitz der CDU/CSU Fraktion im Bundestag übernehmen.  © IMAGO/Jens Schicke
Überraschen könnte Merz mit einer Besetzung des Innenministeriums von außerhalb der Politik. Möglicher Kandidat wäre Dieter Romann, Chef der Bundespolizei, von dem sich Merz häufig beraten lässt und der in Asylfragen versiert ist.
Überraschen könnte die schwarz-rote Regierung mit einer Besetzung des Innenministeriums von außerhalb der Politik. Ein möglicher Kandidat wäre Dieter Romann, Chef der Bundespolizei. Von diesem lässt sich auch Kanzler in spe Friedrich Merz häufig beraten. Romann soll in Asylfragen besonders versiert sein.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Johann Wadephul, bisher Vize-Fraktionschef der CDU. ist als Verteidigungsminister denkbar, sollte Pistorius weichen. Im Dezember war er gemeinsam mit Merz in Kiew und besuchte mit ihm auch die Siko in München.
Johann Wadephul war bisher Vize-Fraktionschef der CDU. Nun wird er Berichten zufolge, auch als Außenminister für die schwarz-rote Koalition gehandelt. Im Dezember war er gemeinsam mit Friedrich Merz in Kiew. Im Februar besuchte der 62-Jährige mit dem Kanzler in spe die Sicherheitskonferenz in München.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Tino Sorge, gesundheitspolitischer Sprecher der Union, zum Cannabis-Gesetz
Tino Sorge war bislang gesundheitspolitischer Sprecher der Union. Er könnte zukünftig als Gesundheitsminister unter Kanzler Friedrich Merz fungieren, und die Cannabislegalisierung rückgängig machen. Im November erläuterte er unserer Redaktion im Interview: „Wenn es möglich ist, werden wir die Cannabislegalisierung in einer neuen Regierungskonstellation rückgängig machen.“ © Philip Dulian/picture alliance
Die niedersächsischen Fraktionsvize Silvia Breher hat Außenseiterchancen auf das Digitalministerium unter Friedrich Merz. Die 51-Jährige ist gelernte Juristin.
Die niedersächsischen Fraktionsvize Silvia Breher hat Außenseiterchancen auf das Familienministerium unter Friedrich Merz. Die 51-Jährige ist gelernte Juristin. Im Jahr 2021 war Silvia Breher noch Teil des achtköpfigen „Zukunftsteams“ von dem damaligen Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Bereits dort vertrat sie das Thema Familie. Laschet verlor das Rennen um die Kanzlerschaft gegen Olaf Scholz.  © IMAGO/Jakub Porzycki
Die Brandenburger Richterin Sonja Eichwede könnte für die SPD in das Justizministerium einziehen.
Die Brandenburger Richterin Sonja Eichwede könnte nach Medienberichten für die SPD in das Justizministerium einziehen. Sie ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestags, seitdem ruht auch ihr Richteramt. Sie ist die Tochter des Historikers und Professors für Politik und Zeitgeschichte Osteuropas Wolfgang Eichwede. Die 37-Jährige hat einen Sohn. ©  IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Die CSU hat als Schwesterpartei der CDU Anspruch auf Ressorts in Merz‘ Kabinett. An allererster Stelle ist hier Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef. Er soll ein mächtiges Ministerium wie das Finanz-, Innen- oder Verteidigungsministerium bekommen.
Die CSU hat als Schwesterpartei der CDU Anspruch auf Ressorts in Merz‘ Kabinett. An allererster Stelle ist hier Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef. In Merz neuem schwarz-roten Kabinett soll er ein mächtiges Ministerium wie das Innenministerium bekommen. Dobrindt war bereits von Dezember 2013 bis Oktober 2017 Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Fortsetzung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD
Die frühere Bundestagspräsidentin Bärbel Bas könnte in Merz schwarz-roter Koalition das Ministerium für Arbeit übernehmen. Ob Soziales mit in das Ministerium aufgefasst wird, bleibt derweil offen. Unterdessen wurde Bas laut Medienberichten, auch als neue Parteivorsitzende der SPD gehandelt. Zuvor hatten bereits Manuela Schwesig und Anke Rehlinger abgelehnt.  © Kay Nietfeld/dpa
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, darf sich auf einen einflussreichen Posten in der neuen Regierung unter Merz freuen. Denkbar wäre das Innenressort, da Frei in dem Bereich als versiert gilt. Er könnte aber auch Kanzleramtschef werden oder den Fraktionsvorsitz übernehmen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, darf sich auf einen einflussreichen Posten in der neuen Regierung unter Kanzler Friedrich Merz freuen. Er könnte in einer schwarz-roten Koalition unter Merz den wichtigen Posten des Kanzleramtschefs übernehmen. Zuvor hielt diesen Posten Wolfgang Schmidt von der SPD inne.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo ist für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei. Er könnte zukünftig im schwarz-roten Kabinett unter Friedrich Merz Staatsminister für Kultur im Bundeskanzleramt werden. Der 54-jährige CDUler würde in dieser Funktion Claudia Roth von den Grünen folgen.  © Jörg Carstensen/dpa
Klara Geywitz (SPD) war unter Olaf Scholz Bauministerin. Sie wird als mögliche Arbeitsministerin in einem Kabinett Merz gehandelt.
Klara Geywitz (SPD) war unter Olaf Scholz Bauministerin. Sie wird als mögliche Arbeitsministerin in einem Kabinett von Kanzler Friedrich Merz gehandelt. Geywitz hatte 2019 erfolglos mit Ex-Kanzler Olaf Scholz um den SPD-Vorsitz kandidiert. Im Dezember 2019 wurde sie zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD.  © IMAGO/Rüdiger Wölk
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet. Nach der verlorenen Wahl wurde Laschet 2022 Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Friedrich Merz plant für sein Kabinett wohl auch ein Digitalministerium. Es wird gemunkelt, dass er es mit einer Expertin oder einem Experten von außen besetzen will. Auf die Beraterin Julia Jäkel würde dies zutreffen.
Friedrich Merz plant für sein schwarz-rotes Kabinett wohl auch ein Digitalministerium. Es wird gemunkelt, dass er es mit einer Expertin oder einem Experten von außen besetzen will. Auf die Beraterin Julia Jäkel würde dies zutreffen. Julia Jäkel ist Managerin und Verlegerin. Sie ist in mehreren Aufsichtsräten aktiv.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Die Chefin des Start-up-Verbandes, Verena Pausder, könnte Digitalministerin in der neuen Regierung von Merz werden. Ihr wird ein gutes Verhältnis zum CDU-Chef nachgesagt.
Die Chefin des Start-up-Verbandes, Verena Pausder, könnte Digitalministerin in der neuen Regierung von Friedrich Merz werden. Ihr wird ein gutes Verhältnis zum CDU-Chef nachgesagt. Die 46-jährige Verena Pausder war im Aufsichtsratsmitglied bei der Commerzbank-Tochter comdirect. © IMAGO/Emmanuele Contini
Merz wird sich auch einen Politiker aus dem großen CDU-Landesverband Niedersachsen als Minister in die Regierung holen. Hendrik Hoppenstedt wäre hierfür ein Kandidat. Er ist parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und arbeitete unter Angela Merkel im Kanzleramt.
Merz wird sich auch einen Politiker aus dem großen CDU-Landesverband Niedersachsen als Minister in die Regierung holen. Hendrik Hoppenstedt wäre hierfür ein Kandidat. Er ist parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und arbeitete unter Angela Merkel im Kanzleramt.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Mathias Middelberg (CDU) gilt als Haushaltsexperte. Ist er ein möglicher neuer Finanzminister im Kabinett von Friedrich Merz? Middelberg ist Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik und Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen.
Mathias Middelberg (CDU) gilt als Haushaltsexperte. Ist er ein möglicher neuer Finanzminister im Kabinett von Friedrich Merz? Middelberg ist Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik und Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen.  © IMAGO
Dorothee Bär (CSU) war bei der Bundestagswahl 2025 Stimmkreiskönigin und holte als einzige Kandidatin über 50 Prozent der Erststimmen. Belohnt Merz sie mit einem Ministeramt? Am ehesten käme wohl das Digitalministerium infrage. Bär war schon Digitalstaatsministerin unter Angela Merkel.
Dorothee Bär (CSU) war bei der Bundestagswahl 2025 Stimmkreiskönigin und holte als einzige Kandidatin über 50 Prozent der Erststimmen. Belohnt Friedrich Merz sie mit einem Ministeramt? Am ehesten käme wohl das Bildungsministerium infrage. In dem schwarz-roten Kabinett könnte sie eine sinnvolle Ergänzung darstellen – Regierungserfahrung besitzt sie bereits: Bär war schon Digitalstaatsministerin unter Angela Merkel.  © IMAGO/M. Popow
Als Umweltminister käme Andreas Jung (CD) infrage. Er gilt als Liberaler und stammt aus Baden-Württemberg. Merz will das Umwelt- und Klimaministerium wieder aus dem Wirtschaftsministerium herauslösen.
Als Umweltminister käme Andreas Jung (CD) infrage. Er gilt als Liberaler und stammt aus Baden-Württemberg. Kanzler Friedrich Merz will das Umwelt- und Klimaministerium wieder aus dem Wirtschaftsministerium herauslösen. Der deutsche Rechtsanwalt könnte in diesem schwarz-roten Kabinett eine passende Besetzung sein.  © IMAGO/M. Popow
Dirk Wiese von der SPD wird bei einer schwarz-roten Koalition als neuer Arbeitsminister gehandelt. Wiese ist Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion. Der gelernte Jurist war früher Mitarbeiter von Franz Müntefering.
Dirk Wiese von der SPD wird bei einer schwarz-roten Koalition als neuer Arbeitsminister gehandelt. Wiese ist Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion. Der gelernte Jurist war früher Mitarbeiter von Franz Müntefering.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Noch eine mögliche Digitalministerin im Kabinett von Merz: Katrin Suder, Vorsitzende des Digitalrats der Bundesregierung. Sie war früher Unternehmensberaterin.
Noch eine mögliche Digitalministerin im Kabinett von Merz: Katrin Suder, Vorsitzende des Digitalrats der Bundesregierung. Sie war früher Unternehmensberaterin.  © M. Popow via www.imago-images.de
Svenja Schulze
Svenja Schulze könnte Berichten zufolge das Ministerium für Entwicklungshilfe übernehmen. Die 56-jährige SPDlerin wäre für Friedrich Merz schwarz-rotes Kabinett, eine Kandidatin mit Regierungserfahrung. Bis 2021 war Schulze Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland unter Kanzler Olaf Scholz.  © Thomas Banneyer/dpa
Sie gilt als Geheimtipp als mögliche Ministerin: Ex-Verfassungsschützerin Felor Badenberg. Sie ist Justizsenatorin in Berlin. Möglich wären das Justiz- oder Innenressort. Badenberg ist im Iran geboren und wäre eine Kandidatin mit Migrationshintergrund, die Chancen unter Merz hat.
Sie gilt als Geheimtipp als mögliche Ministerin: Ex-Verfassungsschützerin Felor Badenberg. Sie ist Justizsenatorin in Berlin. Möglich wären das Justiz- oder Innenressort. Badenberg ist im Iran geboren und wäre eine Kandidatin mit Migrationshintergrund, die Chancen unter Merz hat.  © IMAGO
Auf Ines Claus (CDU) soll Merz große Stücke halten. Sie wäre eine denkbare Justiz- oder Familienministerin. Claus ist Fraktionschefin in Hessen. Die 47-Jährige ist gelernte Juristin und gilt als konservativ und bodenständig.
Auf Ines Claus (CDU) soll Merz große Stücke halten. Sie wäre eine denkbare Justiz- oder Familienministerin. Claus ist Fraktionschefin in Hessen. Die 47-Jährige ist gelernte Juristin und gilt als konservativ und bodenständig.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Als mögliche Newcomerin in einem Kabinett von Friedrich Merz gilt Dagmar Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD und Historikerin. Sie könnte Arbeitsministerin werden.
Als mögliche Newcomerin in einem Kabinett von Friedrich Merz gilt Dagmar Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD und Historikerin. Sie könnte Arbeitsministerin werden.  © IMAGO/Juliane Sonntag
CSU-Mann Klaus Holetschek ist bislang Gesundheitsminister n Bayern. Geht es für ihn im gleichen Amt nach Berlin? Ambitionen auf einen Kabinettsposten unter Merz werden ihm nachgesagt. In der Gesundheitsbranche gilt er als gut vernetzt.
CSU-Mann Klaus Holetschek war bereits Gesundheitsminister in Bayern. Geht es für den Vorsitzenden der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag im gleichen Amt nach Berlin? Ambitionen auf einen Kabinettsposten unter Merz werden ihm nachgesagt. In der Gesundheitsbranche gilt er als gut vernetzt.  © IMAGO/Rolf Poss
Karin Prien kommt innerhalb der CDU als Bildungsministerium infrage. Als Merz während des Wahlkampfs gemeinsam mit der AfD im Bundestag abstimmte, verteidigte Karin Prien ihn leidenschaftlich. Prien ist derzeit Bildungsministerin in Schleswig-Holstein.
Karin Prien kommt innerhalb der CDU als Bildungsministerium infrage, für das schwarz-rote Kabinett infrage. Als Merz während des Wahlkampfs gemeinsam mit der AfD im Bundestag abstimmte, verteidigte Karin Prien ihn leidenschaftlich. Prien ist derzeit Bildungsministerin in Schleswig-Holstein. © IMAGO/teutopress GmbH

Joseph de Weck stellt aber klar, dass Frankreich die Kontrolle über ihre „Force de frappe“ nie aufzugeben gedenkt, sondern gemeinsam erarbeiten will, wie Europas neue Sicherheitsarchitektur ohne US-Amerikaner gestaltet sein könnte. Laut den Autoren von Internationale Politik Quarterly fehle den Europäern die Zeit für eine ausgefeilte europäische Sicherheitsarchitektur, die dennoch so nötig ist wie lange nicht mehr.

Frankreich und sein Staatspräsident schicken sich an, Europa unter einen Hut zu bekommen – was die Europäische Union möglicherweise mit Erleichterung zur Kenntnis nimmt, wie deren Vizepräsidentin auf ihrem X-Kanal im Zusammenhang mit Donald Trumps und seines Vizes J. D. Vance rüdem Auftreten geäußert hat: „Heute ist klar geworden, dass die freie Welt einen neuen Anführer braucht“, so die Estin Kaja Kallas. „Es liegt an uns Europäern, diese Herausforderung anzunehmen.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/ABACA

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