Lage im Nahen Osten

Frieden in Gaza? Israelischer Ex-General gibt sich optimistisch

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Israel und die Hamas haben sich auf ein Friedensabkommen geeinigt. Militärexperten sehen Gründe, warum es den Kriegsparteien diesmal Ernst sein könnte.

Gaza/Tel Aviv – Unter Vermittlung der USA sowie zahlreicher Golfstaaten haben die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu sowie die Hamas einem Friedensplan für Gaza zugestimmt. In dessen Folge sollen die verbleibenden überlebenden Geiseln des Hamas-Angriffs vor zwei Jahren freigelassen werden und die israelische Armee sich nach und nach aus dem Gazastreifen zurückziehen.

Nach fast zwei Jahren israelischen Angriffen liegt der Gazastreifen in Trümmern. Ein Abkommen soll nun den Frieden bringen. (Symbolfoto)

Zwar ist es nicht das erste Mal, dass die Verhandlungen im Konflikt zwischen den beiden Kriegsparteien zu einem Waffenstillstand geführt haben. Doch Fachleute sehen einige Gründe, dass es Netanjahus israelischer Regierung und der Hamas-Führung diesmal ernst sein könnte. Vor allem Israel steht nicht nur wegen heftiger Kritik aus der Bevölkerung unter Druck, sondern auch weil sich zahlreiche internationale Regierungen für eine Unterstützung der Palästinenser ausgesprochen haben.

Verhandlungen zum Krieg in Gaza: Luftangriff auf Doha war Schlüsselmoment

In einem Tagesschau-Bericht heißt es darüber hinaus, dass sich die Lage auch aus Sicht der Hamas gewandelt habe. So zitiert das ARD-Format Friedensvermittler Gershon Baskin, der Israels Luftangriff auf Hamas-Vertreter in Doha Anfang September als Schlüsselmoment der Verhandlungen heraushebt und sagt, dass die darauf folgende Reaktion der USA als Verbündeter Katars der Hamas-Führung ihr Misstrauen genommen hätte. Nur auf dieser Basis sei eine Zustimmung zu den Friedensplänen überhaupt möglich geworden.

Nun könnten, jüngsten Ankündigungen von Donald Trump zufolge, bereits Anfang der Woche weitere der am 7. Oktober entführten Geiseln freigelassen werden. Das israelische Militär werde sich schrittweise aus dem größten Teil des Gazastreifens zurückziehen und eine Notfallversorgung für die Menschen in dem in Trümmern liegenden Palästinensergebiet zulassen.

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

Offiziellen, und von den Vereinten Nationen als glaubwürdig eingestuften, Zahlen zufolge seien seit dem Beginn der Angriffe durch das israelische Militär im Gazastreifen 67.000 Menschen ums Leben gekommen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. In Teilen des Palästinensergebiets herrsche eine Hungersnot, die weitere Leben koste.

Militärexperte sieht mögliches Ende im Gaza-Krieg – Es braucht starke Partner für Stabilität

In einem Interview mit dem Spiegel bespricht auch der ehemalige israelische General Israel Ziv die Hintergründe der sich ankündigenden Friedenslösung für den Gazastreifen und betont, dass in der aktuellen Lage weder Israel noch die Hamas „mutig genug“ seien, „die Schuld für ein Scheitern auf sich zu nehmen“. Für eine langfristige Lösung sehen Experten wie er aber auch eine dritte Partei in der Pflicht, die einen langfristigen Frieden in Gaza sichert. Eine Rolle, der die USA als Verbündeter nicht gerecht werden könnten.

Stattdessen spricht Ziv etwa von einer der Möglichkeit einer „multinationalen oder multiarabischen Armee“ – mit Streitkräften etwa aus Jordanien, Saudi-Arabien oder den Golfstaaten. Diese könnte einerseits die Aufgabe erfüllen, ein „Vakuum“ im Gazastreifen zu verhindern, in dem die stark geschwächte Terrororganisation Hamas, die bislang Gazastreifen auch politisch regiert hat, ihre Macht wieder aufbauen kann. Die Alternative dafür wäre Zivs Ausführungen nach, dass die israelische Armee im Gazastreifen im Einsatz bleibe, was für alle Beteiligten viele Nachteile hätte.

Langfristige Lösung des Gazakriegs: Trumps Eingreifen schafft für Netanjahu einen Ausweg

Allein die Tatsache, dass eine dauerhafte Besatzung des Gazastreifens für Israel „eine immense militärische Belastung bedeuten“ würde, sieht der Militärexperte Ziv als wichtigen Grund für Israel, einer Alternativlösung zuzustimmen. Ganz abgesehen davon, dass eine israelische Besatzung „das Leben der Menschen und die Zukunft von Gaza nicht verbessern“ könne. Vor diesem Hintergrund – und weil sich auch Israels Bevölkerung einem Krieg mehr und mehr entgegenstellt – gibt Ziv sich vorsichtig optimistisch dafür, dass die Übereinkunft über einen Waffenstillstand nun anhält.

Zivs Ausführungen gegenüber dem Spiegel zufolge ist das jedoch nicht in erster Linie Trumps Verhandlungsgeschick – und der klaren Positionierung der USA nach dem Angriff in Doha – zu verdanken, sondern kommt vor allem deswegen, weil Netanjahu sich durch das Eingreifen Trumps ein willkommener Ausweg biete. Dieser könne nun gegenüber seiner rechten Koalitionspartner argumentieren, dass er den Krieg zwar gern weiterführen würde, aber das Eingreifen des US-Präsidenten ihm keine andere Wahl lasse. An den Differenzen zwischen den beiden Kriegsparteien habe sich dagegen nichts geändert. (Quellen: Tagesschau, Spiegel, Reuters) (saka)

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