VonFelix Busjaegerschließen
Die Gegenoffensive der Ukraine wird erfolgreicher. Nun soll Putins Armee auch bei Bachmut geschlagen worden sein. Doch es gibt Zweifel an den Behauptungen.
Kiew – Der Ukraine-Krieg ist für beide Konfliktparteien seit Monaten zu einer Zerreißprobe geworden: Während die ersten Wochen des Kriegs in der Ukraine von schnellen Erfolgen der russischen Aggressoren geprägt waren, setzen die Verteidiger derzeit auf eine breite Gegenoffensive, die weite Teile der von Russland besetzen Gebiete zurückerobern soll. Aktuelles Videomaterial soll nun zeigen, wie die dritte Angriffsbrigade die Stadt Andrijiwka im Bezirk Bachmut befreit hat.
Die Donezk-Region gilt seit Ausbruch der Kämpfe als Zentrum des Konflikts. Am Samstag, dem 16. September, soll es nahe Adrijiwka zu schweren Kämpfen gekommen sein. Die Ukraine sprach von einer Befreiung der Stadt, die russische Gegenseite wies Behauptungen dieser Art zurück. Dennoch: An vielen Orten in der Ukraine soll die Gegenoffensive Russland weiter in die Defensive drängen. Und auf dem Schwarzen Meer verzeichnen ukrainische Spezialeinheiten Erfolge gegen Putins Marine.
Ukraine setzt auf Gegenoffensive gegen Russland: Schwere Kämpfe im Ukraine-Krieg bei Bachmut
Der Videomitschnitt aus dem Ukraine-Krieg, der über Telegram verbreitet wurde, soll Offensivaktionen von Soldaten der 3. Kompanie des 1. Sturmbataillons der Brigade zeigen. Die Echtheit des Materials lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Im Verlauf des Kriegs in der Ukraine griffen beide Kriegsparteien auf Propagandamittel zurück, um mögliche Erfolge bei den Kämpfen zu zeigen. Das besagte Video ist zudem mit einer Audiospur unterlegt, die die Lage im Bezirk Bachmut beschreiben soll. Der Kommandeur der ukrainischen Landstreitkräfte soll es veröffentlicht haben.
Demnach soll Wladimir Putins Armee Mörsergranaten abgeschossen haben. Als Reaktion hätten die ukrainischen Angriffstruppen den Feind zurückgedrängt. Zugleich zeigt das Video zahlreiche Gebäude, die durch russische Angriffe zerstört worden sein sollen. Unter anderem die pro-ukrainische Nachrichtenseite Pravda berichtete über die angebliche Eroberung von Adrijiwka.
Zweifel an Befreiung von Adrijiwka: Russland will Angriffe im Ukraine-Krieg zurückgeschlagen haben
Nachrichtenagenturen, wie etwa Reuters, berichteten zwar auch von schweren Kämpfen um Adrijiwka, zeigten allerdings auch auf, dass gegenwärtig die mögliche Eroberung durch die Ukraine nicht bestätigt werden kann. Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Samstag, dass die Ukrainer weiter schwere Angriffe in der Region Donezk starten würden. Allerdings seien diese erfolglos geblieben. Russische Soldaten würden weiterhin die Städte Klischtschjiwka und Andrijiwka halten.
Im Zuge ihrer Gegenoffensive der Ukraine gegen Russland hatten die Ukrainer in den vergangenen Wochen wiederholt die weitgehend zerstörte Stadt südlich von Bachmut angegriffen. Dem russischen Bericht zufolge sollen 16 Angriffe abgewehrt worden sein. Die Zahl der ukrainischen Verluste soll vierstellig sein. Überprüfen ließen sich diese Angaben nicht. Am Donnerstag hieß es von der 3. separaten Sturmbrigade, dass die russischen Truppen durch die Gegenoffensive stark unter Druck geraten sei, doch gleichzeitig gab es Berichte, die Widerspruch wegen der eigenen Verluste im Ukraine-Krieg gegen die eigene Militärführung zeigen sollen. Das berichtete unter anderem die Deutsche Presse-Agentur. (feb)
