VonLaura Mayschließen
Bei anhaltenden israelischen Luftangriffen in Gaza sind am Freitag laut Angaben 24 Menschen gestorben. Die Hamas drängt auf rasche Hilfslieferungen.
Gaza – Nach ihrer Ablehnung eines israelischen Waffenruhe-Vorschlags hat die Hamas die Wiederaufnahme von Hilfslieferungen in den Gazastreifen gefordert. Die internationale Gemeinschaft müsse „unverzüglich eingreifen und den nötigen Druck ausüben“, um die „ungerechte Blockade“ zu beenden, erklärte der Chefunterhändler der Hamas, Chalil al-Haja, am Freitag.
Bei Luftangriffen auf das Palästinensergebiet wurden nach Angaben der Zivilschutzbehörde vom Freitag 24 Menschen getötet. Zehn Opfer waren nach Angaben der von der Hamas geleiteten Behörde Mitglieder derselben Familie, deren Haus östlich der Stadt Chan Junis zerstört worden sei. „Zahlreiche weitere“ Bewohner des Hauses seien verletzt worden. 14 Menschen seien zudem bei weiteren israelischen Luftangriffen im Gazastreifen getötet worden, zwei davon hätten Zelte für vertriebene Menschen getroffen.
Hamas hat Vorschlag von Israel zu Waffenruhe im Gaza-Krieg abgelehnt
Am Donnerstag hatte die Hamas nach Angaben aus Kreisen der Palästinenserorganisation den israelischen Vorschlag einer 45-tägigen Waffenruhe abgelehnt. Israel hatte demnach die Freilassung von zehn lebenden Menschen gefordert, die von der Hamas am 7. Oktober 2023 bei ihrem Überfall auf Israel als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden waren. Zudem beinhaltete der Vorschlag laut Hamas die Freilassung von 1231 palästinensischen Häftlingen aus israelischen Gefängnissen und die Wiederaufnahme von Hilfslieferungen in den Gazastreifen.
Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert




Außerdem forderte Israel demnach die Entwaffnung der Hamas und weiterer Palästinensergruppen im Gazastreifen, um ein dauerhaftes Ende des Krieges zu erreichen. Die Hamas lehnt dies ab. Im Gazastreifen gehen derweil trotz Repressionen immer wieder Menschen gegen die Hamas auf die Straße und fordern, die israelischen Geiseln freizulassen, um ein Ende des Krieges möglich zu machen.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist auf der Suche nach Partnern
Der Gazastreifen wird offiziell durch die palästinensische Autonomiebehörde gemäß den Oslo-Abkommen verwaltet. Die Terrororganisation Hamas kontrolliert jedoch den Großteil des Gebiets.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist am Freitag zu seinem ersten Besuch in Syrien seit anderthalb Jahrzehnten eingetroffen. In der Hauptstadt Damaskus wurde er vom syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa empfangen. Abbas hatte Syrien zuletzt 2009 besucht, damals traf er sich mit Machthaber Baschar al-Assad.
Beziehung zwischen Syrien und Palästina soll laut Regierungsvertretern gestärkt werden
Kämpfer unter Führung von al-Scharaas islamistischer HTS-Miliz hatten Anfang Dezember Damaskus erobert und Assads jahrzehntelange Herrschaft beendet. Nach Angaben aus syrischen Regierungskreisen wollen Abbas und al-Scharaa unter anderem über die Stärkung der syrisch-palästinensischen Beziehungen beraten.
Nach Schätzungen des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) lebten vor dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 rund 560.000 Palästinenser in Syrien. Heute wird ihre Zahl auf 438.000 geschätzt. 40 Prozent von ihnen wurden während des Bürgerkriegs vertrieben. (afp)
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